Full text: Pädagogisches Wörterbuch

Klosterschulen 
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Kocdukation 
 
die Anschaulichkeit, Situationg- 
und Triebgebundenheit des 
Denkens, die ,„subjektiven An- 
gchauungsbilder“ (Jaensch) u. 
2. m. 
L.: H, Hetzer, Psychologische 
Untersuchung der Konstitution 
des Kindes, 1937 ; dies., Die sce- 
lichen Veränderungen des Kin- 
des bei d. ersten Gestaltwandel, 
1936; M. Tippelmann, Klein- 
kindererziehung in der deubt- 
schen Vamilic, 1938; E. Platt- 
ner, Die ersten 6 Lebengjahre, 
19416, 
Klosterscehulen, mit den Klö- 
Btern verbundene ma. Schulen. 
Sie bildeten bereits Seit dem 
8. Ih. den Kern der klerikalen 
Bildungstradition, bedeuten zu- 
gleich aber auchdeneigentlichen 
Beginn des europäischen Ge- 
Jehrtenschulwegens mit Seiner 
Vebertragung lat. Bildung und 
christlicher Glaubensbestand- 
teile auf die abendländischen 
Völker, Dienten die KX. zu- 
nächst der Unterweisung zu- 
künftiger Ordensangehöriger, 80 
dehnten gie gehr bald ihren 
Kreis aus und gschieden gich geit 
dem 9. Jh. gewöhnlich in in- 
nere vchulen für die ,„pueri 
oblati“ und äußere Schulen 
für Laien oder Nichtkleriker. 
Der Lehrstoff bestand vor allem 
in lat, Grammatik und lehnte 
gich im übrigen an die gieben 
„Dohen- IKünste“ an. An Lehr- 
büchern fanden bis in das 
14. Jh. hinein die Grammatiken 
des Donat, Priscian und die in 
lat. Hexametern geschriebene 
des Alexander de Villa Dei Ver- 
wendung; von den lat. Sebrift- 
stellern wurden Cato, Vergil, 
Seneca, Acsops Vabeln (in lat. 
Vebergsetzung), von den echrist- 
lichen Prudentius u. a. gelegen. 
Die Lehrweise war meist ein 
mechanisches Vor- und Nach- 
Sprechen und machte ausge- 
dehnten Gebrauch von der 
Prügelstrafe. 
Die K. waren Internate oder 
-> Alumnate, die g8ich in der 
PYorm ihres Lebens eng an die 
klösterliche Zucht anlchnten. 
Aus ihnen ging nach der Re- 
formation teils unmittelbar, teils 
mittelbar die Lateinschule und 
Später (Seit dem 18. Jh.) das 
Gymnagium der Neuzeit her- 
vor. Auch das Studium generale 
bzw. die ma, Univergität enbt- 
Stand teilweiss aus den K., 
übernahm von diesen den In- 
halt der Scholastischen Wissen- 
gehaft und Philosophie und bil- 
dete ihn fort. Die K. waren 80 
die Geburtsstätten der Schola- 
stik und gleichzeitig Jahrhun- 
derte hindurch die wichtigsten 
Träger der lat.-klerikal. Schul- 
tradition. Seit der Reformation 
wurden in den prot. Ländern 
die meisten K. in weltliche 
Schulen umgewandelt, teilweise 
unter Beibehaltung vieler äuße- 
rer Vormen und bis in die 
Gegenwart hinein auch deralten 
Gebäude (z. B. Pforta, Kloster 
u. 1. Frauen in Magdeburg). In 
den kath. Ländern bestehen gie 
Zz. PP. noch heute oder wurden 
erst 8eit dem Jahre 1933 nach 
und nach durch Staatsschulen 
ersctzt. 
L.: Specht, Geschichte des 
Unterrichtswesens in Deutsch- 
land von den ältesten Zeiten bis 
zur Mitte des 13. Jhs., 1885; 
Yr. Paulsen, Geschichte des ge- 
Jchrten Unterrichts, 1919 bis 
19213, 
Koedukation (lat. Zusammen- 
erziehung, gemeinsame HKrzio- 
hung), die gemeinsame Pyr-
	        

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