Full text: Pädagogisches Wörterbuch

Recht des Kindes 
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Reformation 
 
stellt. -- L.: J. Kühnel, Neu- 
bau des R.s, 19417; A. Krucken- 
berg, Die Welt dor Zahl im Un- 
terricht, 1940?, 
Recht des Kindes, geit J. &d. 
Rougsscau vertretoner erziche- 
rischer Grundsatz naturrecht- 
licher Herkunft, der von den 
Eigenarten und Bedürfnissen 
des Kindesalters ausgeht und 
dem Kinde ein Recht auf ge- 
nügende Berücksichtigung der- 
gelben zugesteht. Das R. d. IL 
umfaßt vorallem auchdas Recht 
auf Erziehung, das in Deutsch- 
Jand geine ausdrückliche gesetz- 
Jiche Bestätigung in demReichs- 
jugendwohlfahrtsgeszetz vom 
Jahre 1922 erhielt. Die national- 
Bozialistigche Erzichungsgesetz- 
gebung geht im Gegensgatz hier- 
zu von dem Volksganzen und 
Beinen Aufgaben aus und Jeitet 
hieraus die Notwendigkeit der 
Jugenderzichuing ab. ->+> Vom 
Kinde aus, 
Rechtschreibung (Orthogra- 
phie), die gegenwärtig gültige 
ehreibweise des einzelnen Wor- 
tes (Buchstaben) und Satzes 
(Satzzeichen). Die deutsche R. 
geht in vielen Kinzelheiten auf 
geschichtliche Bedingungen (z. 
B. die ma. Schreibweise) zu- 
rück, nahm zahlreiche Zufällig- 
keiten der 8spütma, Kanzleien 
auf und entspricht im ganzen 
genommen dem Lautbestand 
der Wörter nicht. Erst seit dem 
Ausgange des 19. Jhs. wurde 
gie teilweise vereinheitlicht und 
i. J. 1903 in der von der 2. Ber- 
liner orthographischen IKonfe- 
renz (1901) vorgeschlagenen 
Vorm in allen Schulen des deut- 
gchen Sprachgebietes einge- 
führt, 
Die R. ist cin grundlegender 
Bestandteil des Wdeutschen 
Sprachunterrichts. Als bes. ge- 
pflegter Unterricht tritt gie in 
der Volksschule hervor, bildet 
aber eine Nebenaufgabe aller 
Schulen und Schulstufen. Die 
Schwierigkeit des Unterrichts 
in der R. ergibt gich einmal aus 
der mundartlichen oder mund- 
artlich gefärbten Sprochweise 
der meisten Schulanfänger, zum 
anderen aus dem unphoneti- 
gehen Aufbau der R. gelber (zZ. 
B. die verschiedenen Zeichen 
für S-Laute, für die Dehnung, 
der verschiedene Lautwert der 
Buchstaben, etwa des 1). Bis 
zur Beherrschung der R. durch 
den Schüler ist daher unab- 
läsgige Uebung und g80gar 8yste- 
matischer Drill] unentbehrlich, 
-- L.: Der große Duden, bearb. 
u. hg. von O. Bagler, 4 Bde.,, 
193711; J. Hoffmann, Lnt-« 
wickelnde R., 1938. 
Reformation, geistig-religiöse 
Bewegung des 16. Jhs., die mit 
dem "Thesgenanschlag Luthers 
i. dJ. 1617 begann, Sie war der 
wichtigste Schritt auf dem 
Wege der Logslögung des deut- 
gchen Glaubens- und Bildungs- 
lebens aus dem gcholastischen 
Univergalismus der kath.Kirche, 
gleichzeitig aber auch der Ver- 
guch, eine eigenständige und der 
deutschen Art gemäße Glau- 
bensform zu gewinnen. An die 
Stelle der lat. Bildungssprache 
trat für weite "Teile des Volkes 
die lutherische Bibelsprache. 
Die Jengeitsgerichtetheit in Le- 
ben und Brziehung wurde im- 
mer stärker abgelöst durch den 
Willen, die Aufgaben des irdi- 
schen Lebens tatkräftig zu er- 
füllen. Die Kirchen- und Schul- 
hoheit der kath. Kirche wurde 
in den prot. Ländorn ergsctzt 
durch Landeskirchen und ein
	        

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