Sprachlehre
tungen der Sp., voran Sprach-
bheilklassen und -Schulen, Stot-
tererkurse, im weiteren Sinne
auch Schwerhörigenschulen und
Gehörlogenschulen (Taubstum-
meonanstalten). In ihrer Ent-
wicklung angeregt durch den
Sonderunterricht für '"Taub-
gbumme, gehört die Sp. heute
zu den Aufgaben der öffent-
lichen Erziehung. Ihre Kinrich-
tungen bilden einen Teil des ->
Sonderschulwesens. > Taub-
stummenerziehung. -- L.: H.
Weinert, Kampf den Sprech-
fehlern, 1938.
Sprachlehre (Grammatik), Lehre
von den Vormen und dem rich-
tigen Gebrauch der Sprache,
wichtiger Bestandteil des
Sprachunterrichts, sowohl in
der Muttersprache als auch in
fremden Sprachen. Die Sp. Soll
das Sprachgefühl stärken und
zum richtigen Gebrauch der
Sprache hinführen. In früheren
Jahrhunderten bildete der 8y-
stematische Unterricht in der
Grammatik einen wesentlichen
'Poil des Unterrichts überhaupt.
Im Gegensatz hierzu 80)) der
gegen wärtige Unterricht in der
Sp. jeden Schematismus ver-
meiden und sich nicht vom
SprachJeben und der Icbendigen
-> Bpracherzichung logslögen.
Durch Kr). d. REM. vom 381. 12.
1937 wurden als Fachbezeich-
nungen in der Sp. deutsche
Ausdrücke eingeführt, die im
Schulunterricht ausschließlich
Verwendung finden. Kino Liste
d. dt. Bezeichnungen enthält der
gen, Erl.-- L,: Hoschke u. Vogel-
pohl. Leben im Wort, 1938;
H. Lorch, Arteigene Sp., 1941*;
W. Hofstaetter, Dt. Sp., 19418.
Spranger, Eduard, * 27. 6. 1882
Groß-Lichterſclde (Berlin), Kul-
413
Spranger
turphilogzoph und Pädagoge,
war scit 1909 Privatdozent in
Berlin, 1911 bis 1920 Prof. in
Leipzig und wirkt geither als
Prof. an der Univerzität Berlin.
SP. wandte den von W. Dil-
they aufgestellten Grundsatz
des geisteswissenschaſtlichen
»„Verstehens“ auf die Bildungs
geschichte und die Psychologie
an. Im Mittelpunkt seiner bil-
dungsgeschichtlichen Arbeiten
Stehen die beiden Bücher über
W. von Humboldt, in denen er
die Person H.s auf dem Hinter-
grunde der Humanitätgidee und
in ihrer Wirkung auf das preuß.
Bildungswesen zeichnet. In sei-
ner geisSteswissenschaſtlichen
Psychologie beschreibt er als
„Lebensformen“ die idealen
Grundformen menschlichen
Seins und faßt die Scele als
emen vtrukturzusammenhang
von Leistungs- und LBrlebnis-
disposilionen auf, der an einer
bestimmten Wertordnung aus-
gerichtet ist. Zugleich machte
er diese Linsichlen für die Ju-
gendpsychologie fruchtbar und
schilderte die Grundtypen ju-
gendlichen Krlebens. Das We-
sen der Krziehung gicht er in
dem bewußten Willen, die „to-
tale Wertempfänglichkeit und
Wertgestaltungsfähigkeit“ des
Jugendlichen „von innen her-
aus zu entfalten“. Kine Reihe
von Arbeiten widmete Sp. den
Fragen des Schul- und Hoch-
schulunterrichts, der Bildungs-
u. Schulpolitik, der Geschichte
und Theorie der Bildungsideale
usf.
Schr. : W. von Humboldt und
die Humanitätsidee, 19282: W.
von Humboldt und die Reform
des Bildungswesens, 1910; Le-
bensformen, 19307; Psychologie

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.