Full text: Pädagogisches Wörterbuch

Deutsche Bowegung 
Deutsch. Ak. Austauschdienst 
 
des Aufklärungszeitalters cine 
Rückbeginnung auf die im völ- 
kizcben Dasein Icbendigen 
Kräfte einleiteten und das Bil- 
dungs- und Ferzichungsleben 
auf dieso Kräfte zu gründen 
guchten. 
Als Beginn der d. B. gilt 
gewöhnlich das Frscheinen 
der Herderschen Sammelschrift 
„Von deutscher Art und Kungst“ 
1. J. 1773, als erster Höhepunkt 
die daran angschließende Jnt- 
deckung der deutschen Volksg- 
tumswerte durch Herder gelber, 
die Heidelberger Romantik und 
die Sprach-, Volkskunde- und 
Rechtsforschungen der Volge- 
zeit (z. BB. der Brüder Grimm, 
des Rechtslehrers Savigny). Zu 
der humanistischen Bildungs- 
philosophie stand die d. B. im 
Gegensatz, führte aber eine 
Reiho püdagogischer Gedanken 
des Stein-Humboldtschen Re- 
formwerkes weiter und hatte 
z.B. in den Erzichungsgedanken 
VYichtes auch Bezichungen zu 
der Philosophie des deutschen 
Idealismus, 
Den Ausgangspunkt ihrer er - 
zieherischen Wiirkgamkeit 
bildete die Ueberzeugung, daß 
echte Bildung und Frziehung 
gich nur anf der Grundlage kon- 
kreten Volkstums vollziehe. Von 
dieser Voraussetzung aus ver- 
kündeie Herder scine Auf- 
faggung von der geschichtlichen, 
völkischen und individuellen 
Bedingtheit der Bildung, ver- 
Suchte Möger die der german.- 
deutschen Wesensart entspre- 
chenden Frzichungsordnungen 
lebendigzuerhalten, und schuf 
Lichte das erste Systom einer 
politischen Frzichung mit dem 
Ziel der deutschen Volkwer- 
dung. Arndt, Jahn und die 
Turnbewegung z. Zt. der Be- 
ſrenmgskriege rangen um die 
Neugestaltung einer Leib und 
Scele gleichmäßig erfassenden 
Charakter- und Wehrerzichmg, 
Auf dem Gebicte der Klein- 
kindererzichung guchte gspäter 
Vröbel die Idee einer Jeiblich- 
geclisgchen Gesamtprägung in 
dem „Allgemeinen Deutschen 
Kindergarten“zu verwirklichen. 
--- Die d. B. bildet nur einen 
Teil der Jahrhunderte um- 
gpannenden, schon in Kekhart 
vorhandenen und bis in die 
Gegenwart sich fortsetzenden 
Bewegung, die, oftmals über- 
gechattet von dem offiziellen 
Bildungsleben und den herr- 
gehenden Lehrmeinungen, art- 
widrige Vormen und Inhalte des 
geistigen Lebens bekämpfte, ihre 
Kräfte aus dem unverbildeten 
Volkstum nahm u., ohne eigent- 
Jich politisch zu scin, der deut- 
gehen Wesensfindung diente. 
Deutschelleimschulen-+Jcim- 
Schulen, 
Deutsche Oberschule wurde scitb 
dem Jahre 1925 neben Gym- 
nasium, Realgymnasium und 
Oberrealschule als vierte Vorm 
der höheren Schule (zuerst in 
Preußen) eingeführt und prak- 
tisch meisb als Aufbauschule 
errichtet, Ihr Tlauptmerkmal 
Jag in der stärkeren Betonung 
der deutschkundlichen Fächer. 
Die heutige Regelform der hö- 
heren Schule heißt -+ Ober- 
Schulc, 
Deutseher Akademischer Aus- 
tauschdienst 6. V., scit dem 
Jahre 1924, in der jetzigen Form 
gScit 1931 bestchende Organisa- 
tion zur Pflege der akademi- 
Schen Beziehungen zwischen 
dem Deutschen Reich und dem 
Auslarnd, Der D. A, A. unterhält
	        

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