Full text: Klasseneinteilung der Schulen - Recht des Kindes (3)

1235 Bhyſifaliſcher Unterricht =-- Phyſiologie und Pädagogik 1236 
 
wiſſenſchaftlichen Unterricht. =- Annalen der Phyſik. -- 
Phyſikaliſche Zeitſchrift. =- Zeitſchrift für Phyſik. -- 
Zeitſchrift für techniſche Phyſik. 
Sammelwerke, Handbücher u. dgl.: Abhandhms- 
gen zur Didaktik und Philoſophie der Naturwiſſenſchaſt. 
=-- Beiheſte der Unterrichtsblätter. =- Ergebniſje der 
eratten Wiſjenſchaſten. = Die Fortſchritte der Phyſik, 
jeit 1919 „Phyſitalijche Berichte“. =- Die Wiſſenſchaft, 
Sammlung naturwiſſenſchaſtlicher und mathematijhex 
Monographien. = Wiſſenſchaftliche Forſchungsberichte. 
= Handbuch der Phyſik, herausgegeben von Geiger 
und Scheel, -- Handbuch der Experimentalphyſif, 
herausgegeben von Wien und Harms, -- Phyſikalijches 
Handwörterbuch, herausgegeben von Berliner und 
Scheel. = Noth-Scheel: Konſtanten der Atomphyſik. 
-- Madelung: Die mathematiſchen Hilfsmittel des 
Phyjikers (1922). -- Struktur der Materie in Einzel- 
darſtellungen, heraus8gegeben von Vorn umd Frank. = 
Bd. „Phyſit“ der „Kultur der Gegenwart“ (19252), = 
Sommerfeld: Atombau und Spektrallinien (1924*). --- 
Derjelbe: Wellenmechaniſcher Ergänzung3band (1929). 
-=- Haas: Atomtheorie (19292). -- Derſelbe: Ein- 
führung in die theoretijcee Phyſik, 2 Bd. (1921/23). =- 
Schäfer: Theoretiſche Phyſik, 2 Bd. (19273). -- Vohl; 
Ginführung in die Elektrizitätslehre (19292). -- Tho- 
mälen: Kurzes Lehrbuch der Elektrotechnik (1922*). =- 
Wolff: Zur Frage der Ansbildung der Lehrer der 
Mathematik und der Naturwiſſenſchaften (1925). =- 
Gaß. 
 
Phyjiognomik |). Menſchenkenntnis. 
Phyſiologie und Pädagogik. 1. Begriffsbeſtim- 
mung der Phyſiologie. Phyſiologie iſt die „Lehre 
von vem normalen Geſchehen in den lebendigen 
Organiömen" (Verworn), kürzer ausgedrückt: die 
Lehre von ven Lebenstätigkeiten. Sie iſt aljo 
eine Forjchungörichtung der Biologie. Während 
ſie früher eine beſchreibende Wiſjenſchaſt war, 
entwickelt ſie ſich in neuerer Zeit zu einer exakten 
Wiſſenſchaft, die ſich auf experimenteller Grund- 
lage aufbaut. Man kann eine Phyſiologie des 
Menjichen, der Tiere und der Pflanzen unter- 
ſcheiden. Die vergleichende Phyſiologie ſucht 
tiefere Einblie in das Weſen der Lebenserſchei- 
ſchungen zu gewinnen, indem ſie die phyſio- 
logiſchen Probleme bei verſchiedenen Lebeweſen 
vergleichend unterſucht. Durch ihre Beſchäfti- 
gung mit den Tätigkeiten der Organe des menſch- 
lichen Körpers erhält die Phyſiologie mannig- 
jache Beziehungen zur Pädagogik. 
2. Phyjiologie im biologiſchen Schuylhmterricht. 
3m biologiſchen Schulunterricht (vgl. Art. „Bio- 
logiſcher Unterricht“) wird die Phyſiologie nicht 
als gejondertes Fach getrieben, ſondern als Ge- 
ſichtspunkt bei der Behandlung aller Lehrſtoſſe 
benußt, d. h. die Lebenstätigkeiten der Körper- 
werkzeuge werden unterſucht. Allerdings wurden 
phyſiologiſche Geſichtspunfte bis vor kurzer Zeit 
zu Gunjten morphologiſcher vernachläſſigt, und 
in der Tierfunde geſchieht es auch jekt noch viel- 
jach, aber das Beſtreben, die Lebensvorgänge 
auf anſchaulicher Grundlage zu behandeln, macht 
jich überall geltend. Wichtig ſind phyſiologiſche 
Betrachtungen beſonders in der Menſchenkunde, 
weil ſie Verſtändni28 für die Lebenstätigkeiten 
der Kürperwerkzeuge vermitteln; ſolche Kennt- 
 
niſſe ſind notwendig, weil aus ihnen Erkenntniſſe 
zur Geſundheitöpilege erwachſen, wie ja die Phy- 
jiologie eine wichtige Grundlage der mediziniſchen 
Wiſſenſchaft bildet. Gejundheitslehre iſt im heu- 
tigen Unterricht ohne phyſiologiſche Belehrun- 
gen nicht denkbar, weil die Geſundheitsregeln 
nicht vom Lehrer gegeben, jondern vom Schüler 
ſelbſtändig erarbeitet werden müjjen. So können 
gerade phyſiologiſche Belehrungen zum Erreichen 
des Endzieles des menichenkundlichen Unierricht8 
beitragen, nämlich den Schüler zu einer vernünſf- 
tigen Lebensführung anzuleiten. 
3. Zuſammenhänge zwiſchen Phyſiologie und 
Pſychologie. Außer dieſen direkten Beziehungen 
zum Unterricht hat die Phyſiologie vielſache Be- 
rührungspuntte zu allgemein-pädagogijchen 
Problemen. Zuerſt jei auf den Zuſammenhang 
zwiſchen körperlichen (phyſiologijchen) und jee- 
lijchen (pſychiſchen) Vorgängen hingewieſen. Da- 
bei foll hier mc<t auf die Hypotheſen zur Exr- 
tlärung dieſer Zujammenhänge eingegangen 
werden, ſondern lediglich auf die Tatſachen. 
a) Phyſiologie der Sinne3organe. Jn 
unſeren Sinnesorganen ſpielen ſich phyſiolo- 
giſche Vorgänge ab, die ein Glied in der Kette 
von Geſchehnijſen darſtellen, die lezten Endes 
Cinwirkungen der Außenwelt in unjer Bewußt- 
ſein bringen. Kein Glied diejer Kette darf fehlen, 
und das normale Funktionieren der perzipieren- 
den Teile unjerer Sinneswerkzeuge iſt eine Vor- 
ausſezung für die Erkenntni8 der Außenwelt. 
Erkenntnistheoretiſch iſt Bau und Funktion der 
Sinnesorgane von großer Bedeutung, denn wir 
erfennen die Dinge nicht wie ſie ſind, ſondern 
wie ſie uns erſcheinen. Das läßt ſich am einſach- 
ſten durch folgende Tatſache veranſchaulichen: 
wir wiſjen, daß im Sonnenlicht ultravioleite 
Strahlen enthalten ſind, aber der Menſch iſt nicht 
imſtande, ſie al3 Farben aufzufaſſen, ſie zu jehen; 
er kann ihr Daſein nur indirekt durch ihre che- 
miſchen Wirkungen (3. B. auf die photographiſche 
Platte) feſtſtellen. Dagegen ſind Tiere (3. B. 
Ameijen) fähig, dieſe Strahlen direkt wahrzu- 
nehmen; fie erſcheinen ihnen heller als rote 
Strahlen. (ES iſt klar, daß uns die Außenwelt 
anders erſcheinen würde, wenn wir die Fähigkeit 
beſäßen, ultraviolette Strahlen als Licht zu 
empfinden. So reagiert auch unjer Gehörorgan 
nur auf Schwingungen zwijchen etwa 16 und 
20 000 in einer Sehmde. Beſonder3 die obere 
Grenze iſt vom Alter abhängig, ſie ſinkt allmählich) 
und beträgt mit 35 Jahren 15 000, mit 50 Jahren 
13 000. Schwingungen jenſeits dieſer Zahlen 
werden alſo nicht mehr wahrgenommen. Unſere 
Geſchmad3organe werden nur von gelöſten 
Stoffen gereizt; unlöSbare Stoffe können demnach 
nicht mit Hilfe des Geſchmacksſinnes wahrge- 
nommen werden. Die Niechzellen werden nur 
durch gasſürmige Stoffe erregt; manche Gaſe 
jind jedoch für uns „geruchlos“, d. h. die Riech-
	        

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