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Luſt und Lehre" und deſſen Fortſehung: „Hausſchaß für die deutſche Jugend" von: H. -
Wagner , ganz neuerdings: Maſius, „Muſeſtunden." Hoſſmann's „Jugendfreund“ bietet
nicht immer muſtergiltigen Inhalt. „Das Töchteralbum“ und „Herzblätthens Zeitvertreib“
von Thekla von Gumpert ſind oft zu ſüßlich. Gute Wegweiſer für die Auswahl von Ju=
gendſchriften ſind : Detmer, „Muſterung unſerer deutſchen Jugendliteratur“, Hamburg 1844.
Bernhardi, „Wegweiſer durch die deutſchen Volk8= und Jugendſhriften“, Leipzig 1852.
W. Hopf, „Mittheilungen über Jugendſchriften an Aeltern und Lehrer“, Nürnberg 1861. .
„Kritiſche Jugendſchriften-Verzeichniſſe“ , herau8gegeben vom pädagogiſchen Verein in Berlin,
1864, 1865 u. ff. Guten Rath ertheilt auch oft: Merget, „Geſchichte der deutſchen Jugend=-
literatur“, Berlin 1867. Eine gute, erſchöpfende Geſchichte der Jugendliteratur bietet das
lehbtgenannte Buch ſreilich nicht, eine ſolche wäre erſt noc) zu ſchreiben. Für die Beurthei=
lung des Werthes einer Jugendſchrift ſind folgende Geſicht3punkte die maßgebenden ; Dex
Stoff der Jugendſchrift muß ein dem Anſchauungsfreiſe des Kinde8, für das ſie beſtimmt
iſt, angemeſſener ſein. Soll die Jugendſchriſt Neues lehren und ſo den Unterricht nicht
nur unterſtüßen , ſondern auch ergänzen, ſo gelten für ſie die Grundſäße der Anſchau-
lichkeit , der Verknüpfung des Neuen mit dem vorhandenen Anſchanungskreije , der Ein=-
reihung des Neugelernten in die gehörige Vorſtellungöreihe u. |. w. ebenſo wie für jeden
Unterricht. Frei erfundene Stoffe (Erzählungen 2.) dürfen vor Allem der pſychologiſchen
Wahrheit nicht entbehren, ohne jeuſeit8 der Gefühle und Einſichten der Kinder zu
liegen. Die durc d. h. reich an Begebenheiten, Verhältniſſen und Charakteren, iſt keine8wegs berückſichtigt durch
eine Anhäufung von Abenteuern, die des pſychologiſchen Zufammenhanges entbehren und
nur die Phantaſie zu überreizen geeignet ſind. Ein trocken lehrhafter Ton in der Dar-
ſtellung iſt ebenſo zu vermeiden, wie eine kindiſche, läppiſche Darſtellung, die das Kind nicht
um neue Anſchauungen und Vorſtellungen bereichert. Bleibt die Wahl nur zwiſchen einer
durc aber ſ zuziehen. Eine Jugendſchrift, die der junge Lejex nur einmal lieſt, die nicht auch ältere
Leſer anzuſprechen vermag, taugt nichts. Der ethiſche Gehalt der Jugendſchriften muß
ein ſich von ſelbſt ergebender ſein, micht ein künſtlich hineingelegter, ſonſt == man fühlt
- die Abſicht und man wird verſtimmt. Die ethiſche wie die intellectuelle Seite der Jugend=
ſchriften müſſen dem Selbſtdenken des Leſer3 Raum laſſen. Vollen Nußen wird aber auch
die beſte Jugendſchrift nur dann gewähren, wenn fie mit dem eigentlichen Unterrichte in
gewiſſer Verbindung ſteht, wenn ſie in der Mitte einer langen Reihe anderer Bildungs8=
mittel ſteht, ſo daß die allgemeine Verbindung den Gewinn des Einzelnen auffangen und er-
halten kann. C8 mödte ſogar dem Unterrichte manchmal ganz förderlich ſein, wenn die
Jugendſchrift an der Spiße dieſer Reihe ſtünde. (Vgl. Schülerbibliothek.)
K.
Kalligraphie, |. Shönſ Fameraden, ſ|. Geſpielen.
Karien, ſ. Landkarten.
Kartenzeichnen, |. Landkartenzeichnen.
Kaſtengeiſt. Das Kaſtenweſen, welches ſich in ſeiner vollſten Au8dehnung und Strenge
noch in Indien und Aegypten vorfindet, beſteht in dem Vorhandenſein erblicher Stände,
in denen ſowohl die bürgerliche Stellung, als auch die Berechtigung zu einer gewiſſen Bildung,
jowie die Art der Beſchäftigung von den Vorſahren auf die Nachkommen jo übergeht, daß
weder einer aus der niederen Kaſte in die höhere, noch umgekehrt gelangen kann. Das
Mißliche der Kaſteneintheilung liegt vornehmlich in dem Hinderniſſe, welches dieſelbe der
freien Entwickelung der Cultur in den Weg legt und in der vollſtändigen Verkennung des
Begrifſe3 aligemeiner Menſchenwürde und der damit verknüpften allgemeinen Rechte, Wenn
man in neuerer Zeit in europäiſchen Staaten noc< von einem Kaſtengeiſte ſpricht, jo thut

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