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| Klöſterſchulen. Kloſterſchulen ſind Schulen, welche ſich in Klöſtern befinden und an wel=
Hen der Unterricht von Ordens8brüdern oder Ordensſchweſtern (Schulſchweſtern) ertheilt wird. -
-Die Entſtehung der Kloſterſchulen fällt faſt zuſammen mit der Entſtehung des Kloſterweſens,
indem einzelne Mönche meiſt aus freiem Antriebe die Jugend um ſich verſammelten und ſie
unterrichteten. Doch beſchränkte ſich der Unterricht nur auf das Verſtändniß der kirchlichen
Lehren und Gebräuche , ſpäter kum noc< nothdürftiges Leſen und Schreiben hinzu. Unter
den Orden, denen das Erziehungswejen zur bejonderen Aufgabe geſtellt war, find zuerſt
die Benedickiner zu nennen, die ſchon vor Karl dem Großen ihre Schulen zur Blüthe brachten ;
ihnen folgten im 11. und 12. Jahrhunderte die Franzi8caner und Auguſtiner; ſpäter, nach
der Reſormation , nahmen ſich beſonders die Jeſuiten der Schulen an und neben dieſen
wirkten und wirken zum Theil noch die Piariſten, die Urfulinerinnen und die Brüder der
Kloſterſchulen ſind aus verſchiedenen ſeit der Neformation umgewandelten Klöſtern entſtanden
und werden vorzugöweije von jungen Leuten beſucht, welche ſich dem Studium der Theo=-
logie widmen und ihre Ausbildung auf dem Tübinger Stift vollenden wollen,
Kunbenalter. Das Knabenalter, welche3 nach der reinen Kindheitsperiode folgt; be=
ginnt ungefähr mit der Vollendung des 7. Leben8jahres. Die körperlichen Erſcheinungen,
welche dasjelbe kennzeichnen, find folgende: Die Milchzähne fallen aus und werden durch
beſſere, kräſtigere erſeßt. Die Knochen werden ſeſter und ſiärker, das Blut fängt an, ruhiger
zu wallen, die Nerven erhalten mehr Spannkraſt, das Geſicht und die ganze äußere Form
des Körpers gewinnt an Beſtimmtheit und Au8druck; beſonder8 bekommen die Gehirnnerven
mehr Energie nnd dadurch größere Fähigkeit, die ſinnlichen Gindrücke feſtzuhalten. Damit
hängen ſolgende pſychiſche Vorgänge zuſammen : Das Gedächtniß und die Ginbildungskraft
werden lebendiger angeregt und ſangen an, in Abſicht auf Thätigfeit vorherrſchend zu werden.
Zugleich werden die Gefühle und Begehrungen energiſcher, und da ſich jeht der Trieb zum
Selbſtſchaſſen und Selbſthervorbringen erhebt, ſo wird die äußere und innere Thätigkeit
immer ſtärker und beſtimmter, um das wirklich in den Stand zu ſehen, was die Seele
will. Dabei ſehli jedoc< noh die rechte Ansdaner. Jm Unterrichte zeigt. der reifexe Knabe
eine vorherrjhende Richtung zum Denkgeſchäfte ; ſobald der Verſtand den nöthigen Grad
von Entwickelung erlangt hat, ſondert er gern, ex ſucht Begriff und Regel , er liebt das
Räthſelhafte , weil e8 ihn reizt, den verborgen liegenden Sinn ſelbſt herauszufinden. Er
rechnet und mißt und offenbart darin ſein Streben nach dem Genauen und Beſtimmten.
Ueberall zeigt ſic< die Macht, welche ſich bei ihm der Verſtand über das Gefühl zu erringen
bemüht iſt. Die Religion naht ſich ihm de8wegen nicht ſowohl auf dem Wege des Gefühles,
al8 vieſmehr dem der Erkenntniß und der Moralität, und ſo bleibt denn auch bei ihm in
der Folgezeit das Sittliche über das eigentlich Religiöſe vorherrſchend. In Hinſicht auf
den Umgang ſucht der Knabe im eigentlichen Knabenalter faſt uur ſeine8gleichen zur Geſellſchaft,
ſchließt fich überhaupt in dieſer Periode nur dem männlichen. Gei jehlechte an , während er
ſich vom Mädchen, das ihm in der früheſten Jugend eine liebe Geſpielin war, ſtolz lo8=
reißt. Soll die ganze Periode furz bezeichnet werden, ſo muß ſie die Periode des vor
herrſchenden Gedächtniſſe8 und der reprodueirenden Einbildungskraſt in ihrem allmählichen
Vebergehen in den Zuſtand der vorherrſchenden Verſtandesreife und der Urtheilskraft ge-
nannt werden, Leßtere erſtreckt ſich jedoch auch noch über das Knabenalter , welches mit
dem Eintritt der Pubertät abſchließt, hinaus und verwandelt ſich nach einiger Unterbrechung
dur< die Berivde der vorherrſchenden Phantaſie in die der reinen, edeln Vernünftigkeit.
Knabenſchulen. Da man in größeren Schulanſtalten faſt allgemein die Trennung
der Geſchlechter (ſ. d.) durchgeführt hat, ſo giebt e8 demnach auch beſondere Knabenſchulen,
welche, äußerlich und innerlich betrachtet, ſich von den Mädchenſchulen ſcheiden. Unſere Knaben=
ſchulen gehören ſämmtlich zwei Gruppen an, ſie ſind entweder allgemeine Volksſchulen
oder höhere Knabenſchulen, welche leßtere meiſt ſchon den Zuſchnitt der ſpeciellen Fach- und
Beruſsjc nicht beſtehen, mit vollendetem 14. Lebensjahre, letztere ſind ſo vrganiſirt, daß die Erreichung
des höchſten, ihnen vorgeſteten Zieles zumeiſt eſt m mit dem 16, Leben3jahre erfolgt. An
Handwörterbuch f. d. Volksſchullehrer. 1. Bd, 20 '

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