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-“Redhemnaſchine, Unter Rechenmaſchine ſoll hier nicht das von Pascal erfündene von
1L'Epino, Leibniz, Gruſon vornehmlich aber von Babbage verbeſſerte mechaniſche Kunſt= |
werk verſtanden werden , welches bei gehöriger Stellungs - Manipulation die Reſultate von .
Additionen, Subtractionen, Multiplicationen und Diviſionen liefert, ſondern die Vorrichtung, -
welche Kindern Zahlanſchauungen vermitteln, vorzüglich aber die Auffaſſung unſere8 Zahlen-
jyſtemes erleichtern joll. Ihrer Einfachheit wegen iſt die ruſſiſche Rechenmaſchine allgemein
gebräuchlich. Sie beſteht in der Hauptſache au8 zwei Stäben, welche durch zehn ſchwache
Querſiäbchen verbunden ſind. Auf jedem Querſtäbchen ſind zehn Kugeln aufgereiht, welche
Ciner vertreten, ſo daß das Ganze den Zahlenraum von 1--100 darſtellt, In Rußland
findet ſich in jedem offenen Geſchäft eine ſolche Maſchine, um -den der Rechenkunſt Unkun-
digen den hunderttheiligen Rubel anſchaulich in Kopeken zu zerlegen. Wie ſchon oben an-
gedeutet wurde, kann dieſe Vorrichtung recht wohl dazu dienen, die Einrichtung unſeres
Zahlenſyſiemes und die abſolute und relative Größe von Zahlen im Zahlenraume von 1--100
zu veranſchaulichen. Fehlerhaft würde es aber ſein, die Rechenmaſchine ausſchließlich zur
Bildung der Zahlbegriſſe im Kinde zu verwenden. Der Zahlbegriff iſt eben etwas Ab>=
ſtractes, von vielen concreten Anſchauungen Gewonnene8. Durch Anſchauung von 5 Kugeln
erhält es noch nicht den Zahlbegriff 5 ; wenn e8 aber 5 Punkte, 5 Striche, 5 Pfennige,
5 Meßen u. |. w. geſehen hat, abſtrahirt es als Gemeinſames dieſer verſchiedenen Anſchau-
ungen den Zahlbegriff.
Rechtſchreibung. Der Unterricht in der Rechtſchreibung, wenn man im Beſonderen
von einem ſolchen ſprechen darf, wird von vielen Lehrern das größte Kreuz genannt. Wo
dieſe Klage auf ganze Claſſen ausgedehnt werden ſoll, wird man den Lehrer dafür ver-
antwortlich machen dürfen. Die Haupt- und Cardinalregel für allen orthographiſchen Unter-
richt iſt: Strengſte Disciplin des Geiſtes! Wo dieſe in einer Schule fehlt, da wird -es
auch um die Orthographie ſchlecht beſtellt ſein. Wo die Schüler aber zu aufmerkſamem
Sehen und ſixengem Denken gewöhnt ſind, wo ſchon ein ſchief hängende8 Rouleaux das
Auge des Schülers verletzt (= man halte dieſe Zuſammenſtellung mit der Orthographie
nicht für unbedeutend oder gar abſurd =-), wo der Schüler anch beim Leſen ein Wort
genau anſieht, wo der Lehrer ſtrengſte Controle Über die ſchriftlichen Arbeiten übt, wo die
Abjchrift eines Lefeſtückes nicht nur flüchtig angeſehen, ſondern jeder Fehler ſtreng gerügt
wird und eine wiederholte Abſchrift al8 nie erlaſſene, ohne jede Nachſicht feſtgehaltene Strafe
nach ſich zieht, wo dies Alles der Fall iſt, da wird es um die Orthographie nie ſo ſchlecht
ſtehen, als man gewöhnlich klagen hört. Freilich gehört dazu, daß mit dieſer ſtrengen Di8=
ciplin am erſten Schultage begonnen werde. Die Normalwörter des Elementarbuches müſſen
ohne jedes Schwanken bei den Kindern feſtſtehen und auf ſie muß bei dem ferneren Unter-
richte zu jeder Zeit zurückgegriffen werden können. Von den Regeln über Orthographie iſt
wenig zu halten ; doch ſind wenigſtens diejenigen, die ohne Au3nahmen ſind , in der Volks8-
jhule zu benußen. Wo die Regeln von Ausnahmen überwuchert werden, bleiben ſie beſſer
ganz unberücfichtigt und man beſchränkt ſich dann mit größerem Vortheile auf ſtrenge Ge-
wöhnung. Die Frage, ob der Lehrer der Orthographie nach hiſtoriſchen oder der nach pho=
netiſchen Geſichtäpunkten den Vorzug geben ſolle, iſt dahin zu beantworten, daß die Volks8-
jule von ſolchem einſeitigen Standpunkte ſich durchaus fern zu halten hat und am Beſten
dem verbreitetſten Gebrauche folgt. Die Orthographie des Leſebuches ſoll die der Schule
jein; leider führen die Zuſtände auf dem Gebiete der deutſchen Orthographie Mißſtände
wie den herbei, daß die Schüler oft Bücher mit verſchiedener Orthographie zugleich in den
Hunden haben. Ueber das Verfahren bezüglich des orthographiſchen Unterrichtes |. Cor-
rectur und Dictate.
Rechtsgefühl iſt das Gefühl des Rechtes. „Recht“ aber iſt das Ganze (der Glied-
bau) der Bedingungen des vernunftgemäßen Lebens , ſoweit dieſelben in Handlungen , be-
ziehentlich Unterlaſſungen freier Weſen beſichen ſ. Krauſe, „Abriß der Rechtöphiloſophie“,
Göttingen 1828; „Ahren's und Röder*s Naturrecht.“ „Mein“ Recht iſt die Geſammt=
heit deſſen, was mix von den anderen freien Weſen und von mir ſelbſt geleiſtet werden
muß, damit ich meine innere wie äußere Beſtimmung erreichen könne. Jede von freien Weſen
herrührende Hemmung bei Darlegung meiner Weſenheit erkenne und empfinde ich als ein

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