-Shuleoſſe nn Me w-
Troßdem dies aber faſt allgemein anerkannt iſt, erſcheinen do< noch jedes Jahr Tauſende
von Schulbüchern mit augenmörderiſchem Druc, auf dünnem, leicht zerreißbarem Löſchpapiere
umd mit ſtümperhaften, jedes äſthetiſche Gefühl verlehenden Jlluſtrationen. Die andere
Frage iſt faſt allerwärt8 durch die Praxis dahin beantwortet worden, daß die Aeltern,
denen die Mittel dazu- zu Gebote ſtehen, für die Beſchaffung der von ihren Kindern be-
nöthigten Schulbücher Sorge zu kragen haben , daß aber den Kindern unbemittelter Ael-
tern dieſelben unentgeltlich zu verabreichen find.
Schulcaſſe, |. Schulvermögen.
Schulrlaſje. Unter Schulclaſſe verſtehen wir eine Abtheilung der Schüler , welche in
einem beſonderen Zimmer gemeinſchaftlich unterrichtet wird ; auch legt man wohl dem Zimmer
dieſen Namen bei. Jede Claſſe iſt ein ſelbſtändiger Theil des Schulganzen und hat als
ſolcher in einer gewiſſen Zeit (gewöhnlich ein Jahr , in kleineren Schulen mehrere Jahre)
eine beſondere Aufgabe zu löſen (Claſſenpenſum), oder ein feſtbeſtimmtes Ziel zu erreichen
(Claſſenziel). Bei Feſtſtellung dieſer. Auſgabe, ſowie bei Löſung derſelben iſt jedoch ſtets
zu berückſichtigen , daß die Claſſe nur der Theil eines Ganzen iſt, dem ſie ſich organiſch
einfügen muß. (S. Claſſentheilung, Schülerzahl.)
Sihnlronferenz, ]. Conferenz.
Schuldiener. Der Schuldiener, Haus8mann, an höheren Schulen wohl auch Pedell
genannt, hat für Heizung und Lüftung der Schulzimmer, für Reinigung der Locale, Gänge,
Treppen, für Oeſſnen und Schließen des Gebäude8 und für Herbeiſchaffen der nöthigen
Bedürfniſſe an Kreide, Tinte und dergl. zu ſorgen, außerdem aber auch die nöthigen Gänge
für die Schule, als Nachfragen bei unentſ Kinder zur Schule, Beſtellung der Aeltern u. ſ. w. zu gehen. An kleineren Schulen von
nur einigen Claſſen iſt ein ſolcher leicht zu entbehren, da die Heizung und Reinigung der
Schulzimmer vom Lehrer beſorgt werden kann, dagegen iſt er an größeren Schulen , be-
ſonder8 in Städten, unbedingt nöthig. Der Schuldiener muß jelbſtverſtändlich im Schul-
hauſe wohnen, damit er jederzeit zur Hand iſt, und dem Vorſteher der Schule unmittel=
bar untergeordnet ſein. In Preußen ſind die Schuldienerſtellen eine geſeßliche Verſorgungs-
ſtätte aus8gedienterxr Soldaten. Wor Allem iſt vom Schuldiener Liebe zur Sauberkeit und
Reinlichkeit zu verlangen, ſowohl in Gängen und Zimmern des Schulgebäudes, als auch
an ſeiner Perſon ; auch iſt ihm, da er ſo vielfach mit der zu erziehenden Jugend in nahe
Berührung kommt und auch oft mit den Aeltern derſelben zu verkehren hat, eim gewiſſer
Grad von Bildung und Anſtand nöthig. “Der Direetor und die Lehrer aber haben durc
tactvollez Benehmen im Umgange mit ihm zu verhindern, daß er nicht zu einex Art von
Factotum oder auch zu einem Aufſeher der Lehrer werde.
Shuldirector iſi die Bezeichnung für den Director jeder Art von Volksſchulen. Häufig
iſt zu näherer Bezeihmung noch beigefügt : Armenſchuldirector, Bezirksſchuldirector, Bürger
ſchuldirector 26. Neben Director tritt auch, einzeln wie in Zuſammenſehungen , der Aus=
druc> „Jecetor“ auf; man jagt: Schuldirector, wie Schulrector, Nealſchmldirectkor, wie Neal-
jehulrector 26. (S, Director.)
Schule. Schulen ſind Lehranſtalten ſür eine Mehrzahl von Lernenden mit einem over
mehreren Lehrenden, oder wie Herder (Sämmtliche Werke : Philoſophie und Geſchichte 10, 96)
im Allgemeinſten von der Schule die Erklärung giebt: „Schule iſt, wo wir eine Wiſſen=
ſchaft, oder eine Sprache, Kunſt oder ein Geſchäft griindlich und nach Regeln lernen, wo
wir uns nach dieſen Regeln üben, ſie un8 zur Gewohnheit machen, wo unſere Fehler uns
aus Gründen gezeigt und auf die leichteſte Art verbeſſert werden.“ =“ Schulen kommen ſchon
im früheſten Alterthmne vor, da wir ſie im alten Indien wie in dem vorchriſtlichen China
antreffen ; allein der Begriff der allgemeinen Schule vder der Volksſchule, wie wir ihn ſeſt-
halten, iſt nicht auf jene Schulen anwendbar, da ſie ſich nur auf die Jugendbildung einzelner
bevorrechteter Stände beſchränkten und das eigentliche Volk von der Jugendbildung ganz aus-
geſchloſſen war. Erſt in den Volksſchulen gebildet, in Deutſchland zumal als eine bedentungs8reiche Folge der Reforma=
tion. = Als in ſrüheren Zeiten die Anſprüche an das Leben, die Forderungen an die
allgemeine Bildung des Einzelnen noch einfach und niedrig waren und darum ſich leichter

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