-Shhulgräthe 0 - Shülgſek 15
müſſen ſie, ver Form. des Körpers gemäß, unten etwas auswärts , ſodann bis zur: Höhe
- der Lendenwirbel einwärts und von da wieder auswärts gebogen ſein. Sie können - ent-
weder ſortlauſend oder fiir jeden einzelnen Siß beſonders oder auch für je zwei Siße ver-
bunden angebracht werden, und es verdient die unterbrochene Lehne wegen des leichteren
ECin= und Ausgehen8 der Schüler den Vorzug. Die Fußleiſte, die beſonder3 bei kleineren
Kindern nöthig iſt, muß ſo angebracht fein, vaß ſie die oben angegebene richtige Fußſtellung
ermöglicht (für Mädchen alſo um ein wenig höher als für Knaben); auch muß ſie hin-
länglieh breit jein, um den Fuß vor ungleicher Belaſtung zu ſchüßen und zu gleicher Zeit
auch beim Stehen benußbar ſein zu können; ſoll ſie aber nur in der Sißſtellung benußt
werden , muß ſie etwas nach hinten geneigt jein. Die Tiſchplatte darf nicht horizontal,
ſondern muß um etwa 16 Grad geneigt und hinlänglich breit ſein; der obere Theil der-
jelben dagegen , in dem zugleich entſprechende , mit einem Deckel verſehene Behältniſſe für
die Tintenfäſſer anzubringen ſind, muß horizontal gehalten werden. Die Tintenfäſſer müſſen
jo angebracht werden, daß ſie ſo nahe als möglich der rechten Hand des ſie benußenden
Schüler8 kommen; auch ſollte für jeden Schüler eins vorhanden ſein. Die Bücherbreter
müſſen hinlänglichen Naum zur Aufnahme der Bücher u. dergl. bieten, dürfen andererſeits
aber auch das Siken nicht beengen. Was die Anzahl der Sitze betrifft, ſo ſind einſikige
Subjſellien die beſten, freilich auch koſtſpieligſken ; zweiſihige werden de8halb wohl häufiger
ampendbar und auch noch hinreichend bequem ſein ; Subſellien aber mit mehr als vier Siken
jollte es nirgend8 geben. Was die Auſſtellung derſelben anlangt, ſo iſt dabei zu beachten,
daß ſie mit der linken Seite nach dem Fenſter und in ausreichender Entfernung von ein-
ander zu ſtehen kommen, um die Controle jede8 einzelnen Schüler8 zu ermöglichen. =- Von
den übrigen Schulgeräthen ſei nur noch des Katheders gedacht, das am Beſten auf einem
etwa 30 Centimeter hohen Podium ſteht und oben ebenfalls mit einer ſchrägen Platte,
ähnlich wie bei den Subſellien, verſehen ſein muß, auch nach Bedürfniß Schubkäſten oder
Seitenfächer enthalten kann, ſowie der Wandtafel, die entweder aus Schieferplatten oder
gut geglättetem Holze, welches tiefſchwarz, aber matt angeſtrichen ſein muß , gefertigt wird
und entweder an der Wand beſeſtigt oder noch beſſer auf einem leicht beweglichen Geſtelle
angelegt wird. Liniaturen für Buchſtaben oder Noten ſind mit rother Farbe anzubringen.
Schulgeſeh. Jemehr ſich das ſtaatliche Leben Deutſchlands im Sinne der Einheit ent-
wickelt und je mehr und mehr die Thätigkeit der deutſchen Volk8ſchule in ihrer ganzen
Wichtigkeit anerkannt wird, deſto mehr macht ſich das Bedürfniß eines allgemeinen Schul-
oder Unterricht8gejeßes fühlbar. Zwar beſißen die mittleren und kleinen deutſchen Staaten
derartige Geſeße, allein ſo lange in dem weitaus größten dieſer Staaten ein ſolches -- ſehr
zum Nachtheile der Schule und der Lehrer =- mangelt, und ſo lange die andere noch auf ver-
ſchiedenen Principien ruhen, ſo lange wird die deutſche Schule fich mit der beſtehenden
Einrichtung nicht zufriedengeſtellt erklären können und das erwähnte Bedürfniß immer von
Neuem ſich geltend machen. =- Das Schulgeſeh kann ſeiner Natur nach nur in größeren
Zeiträumen erlaſſen werden ; es muß ſich daher mit ſeinen Anordnungen auf das Allgemeine
beſchränken, wenn es nicht die ſreie Entwickelung der Schule ſowohl nach der wiſſenſchaft-
lichen al8 nach der praktiſchen Seite hin hemmen will. Alles Beſondere aber muß der
ſpeciellen Geſeßgebung, Regulativen und Verordnungen, überlaſſen bleiben, die, weil ſie meiſt
örtliche oder zeitliche Bedürfniſſe zu befriedigen ſuchen, ſich auch dem Wechſel dieſer Bedürf-
niſſe leichter anſchließen. Das Schulgeſetz darf ſich, wenn es zeitgemäß ſein ſoll, auch nicht
nur auf das Volksſchulweſen beziehen, wie z. B. der ſächſiſche Entwurf des Volksſchul-
gejehes von 1871 , ſondern muß die geſammten Unterrichts = und Bildungsanſtalten von
der unterſten bi8 zur höchſten umfaſſen, da die Jdeale von Volksbildung in unſerer Zeit
dies entſchieden fordern. Seine Anordnungen haben ſich auf vier Punkte zu erſtre>en, auf
die Schulen, die Lehrer, die Schulgemeinden (Schulpatrone) und die Auſſicht8behörden.
Zu Beziehung auf die Schulen hat das Geſeh zuerſt die verſchiedenen Arten der öffent=
lichen Schulen nach ihren Hauptunterſchieden feſtzuſtellen, ſowie im Allgemeinen das Bildungs-
ziel zu bezeichnen , welches jede dieſer Arten zu erreichen hat; ferner die aus dem Beſuche
verjhiedener Anjtalten folgenden Rechte (3. B. für den Freiwilligendienſt im Heere, Ein-
tritt in verſchiedene Verwaltungszweige) zu beſtimmen ; endlich auch das Verhältniß der

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