- Tremung der Cſhlehl CH TW 32
- vor Allem - einſeitige Gefühlsbildung, gebe 4) der Selbſtthätigkeit der Kinder überall den
möglichſten Spielraum und zügle 5) Ausſchreitungen durch Handhabung guter Schulzucht.
Ex gebe ſich aber keinesweges der thörichten Hoffnung hin, als ſeien Träumereien durch
harte Strafen, beiſpiel8weiſe körperliche Züchtigung zu heilen.
Tremmmy der Geſihleihter, ſ. Geſchlechter.
Trieb (vgl. Begierde) iſi unbewußter Wille. Nicht3 konnte verkehrter ſein, als die
Anſicht von De3cartes und Hegel, daß Geiſt und Bewußtſein ſich wechſelſeitig de>ten. Das
Gefühl und der Wille konnten da ſelbſtverſtändlich nicht zu ihrem Rechte kommen. Kant
und Fichte legten den Hauptnachdru> auf den Willen, d. h. den bewußten, vernünftigen =
praktiſche Vernunft. Aber ſchon Leibniß hatte auf die Wichtigkeit des Triebleben3 auſ=
merkjam gemacht. Alles, was zum bewußten Willen erhoben werden ſoll, muß bereits als
„Trieb“ vorhanden ſein. (Auch das vieldeutige Wort „Inſtinct“ wird oft ganz in dem
Sinne von Trieb gebraucht.) Neuerdings iſt geradezu eine „Philoſophie des Unbewußten"
aufgeſtellt worden: E. v. Hartmann (Berlin, Duneer), 5. Aufl. 1873. Die Triebe be-
ziehen ſich auf alle8 Leibliche wie Geiſtige: Es giebt einen Trieb zu eſſen, zu wirken, zu
erwerben, zu lernen, ſich auszuzeichnen. Der Trieb an ſich und im Allgemeinen iſt nichts
Schlechte3, Tadeln8werthe8 oder Verwerflihe3. Wohl aber iſt da38 unverhältnißmäßige
Nebergewicht eine8 oder einzelner Triebe ungeſund , bedenklich, ja unter Umſtänden ſchon
unfittlich. Manche Triebe, wie der Trieb zu ſtehlen, Andere zu quälen, ſind ſchon an ſich,
nicht erſt im Uebermaße unſittlich. JIndeß liegt jedem, auch dem verwerſlichſten Triebe etwas
an ſich Gutes zu Grunde; der Trieb zu ſtehlen iſt eine Verirrung des wohlberechtigten
Triebes zu erwerben. Der Trieb, Andere zu quälen, iſt eine Ausartung des Triebes nach
Thätigkeit und nach Cinwirkung auf Andere. Die Triebe 'de8 Kindes ſind vom Augenblick
der Geburt an ſorgfältig zu überwachen. Einige Triebe ſind zu we>en und zu pflegen,
andere zu mäßigen. Völlige Nichtbefriedigung eines berechtigten Triebes, z. B. wenn man
den Kindern nicht ſatt zu eſſen giebt, erzeugt dasſelbe wie übermäßige Berückſichtigung des8=
jelben, in diejem Falle: Gefräßigkeit und Näſcherei. Die gute Gewöhnung iſt das beſte
Mittel, die einzelnen Triebe zu leiten. Von beſonderer Wichtigkeit für die Schule iſt der
Trieb zu wiſſen und zu lernen. Wenn der Lehrer es verſtanden hat, erſt den Trieb zu -
Ciwas zu wecken, ſo hat er dann kaum die halbe Arbeit, eine Sache den Schülern wirk=
lich beizubringen. Ein Hauptfehler der höheren Schulen iſt, daß da eine Menge Dinge
getrieben werden, zu welchen die Mehrheit noch keinen Trieb , nach welchen ſie kein Be-
dürfniß, gegen die fie vielleicht ſogar Abneigung hat, z. B. Metrik, Poötik, Mathematik,
Logit. In ſehr vielen Fällen wirkt e8 günſtig, wenn auf das erhabene Ziel eines be-
ſtimmten Faches hingewieſen wird ; ſo fing der Vater des großen Pas8cal mit ſeinem Sohne
die alten Sprachen nicht eher an, bis er in dieſem den lehbhaſteſten Trieb, die Völker des
dajſſiſ auf das Folgende, die erſt in Nebelferne ſich zeigenden Höhen hindeuten wird , hat auch
ein guter Lehrer an der rechten Stelle einen überraſchenden Vorblik zu geben, eine ent
zücdende Fernſicht zu eröffnen!
Trivialjchule- Der Name ſtammt ab von trivium, den dreien der ſieben freien Künſte
(Grammatik , Dialektik , Rhetorik), welche im Mittelalter in den Parochialſhulen gelehrt
wurden, während in den Epi8copal= oder Kathedralſhulen auch das quadrivium (Arith-
metikf, Geometrie, Muſik, Aſtronomie) eingeführt war. =- Jeht bezeihnet man in Oeſter-
reich damit die gewöhnliche Elementarſhule, welche nur einen eigentlichen Lehrer, außerdem
aber, da nöthig, nur einen bi8 zwei Gehülfen hat. Kann ſie es nicht zu einer directiv-
mäßigen Einrichtung bringen, muß ſie namentlich mit einem Gehülfen ſtatt eine8 Lehrers
' fich begnügen, jo heißt ſie Nothſc Troß iſt eine fehlerhafte Nichtung des Willens und äußert ſich in dem auf entſchiedener
Abneigung gegen fremden Willen und fremde Einwirkung beruhenden beharrlichen und hart-
näcigen Widerſtand, verbunden mit Widerſehlichkeit. Der Troß hat vieles gemein mit -
Starrköpfigkeit und Oppoſition8geiſt (ſ. d.), und die Mittel, welche zur Verhütung jener
Auswüchſe angegeben ſind, gelten auch im Allgemeinen zur Bekämpfung dieſe8 Fehlers.
C3 jei daher nur noch ein kurzes Wort über das ſogenannte „Troßbrechen“ angeführt.

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