266 Unabhängigkeit der Squle | Ungarn |
zu häufig zu finden iſt und der guten Sache Eintrag thut) wirkt auch nah dieſer Seiti
auſ?s Trefſlichſte. Die Schule aber bringt noc
nicht berührten: es iſt der Lehrer: Wer aus ſeiner eigenen Kindheit weiß, mit welche?
Liebe die Kinder dem Lehrer anhangen, wie ſie dieſen oft als eine höhere Autorität, denr
die Aeltern betrachten, der wird zugeben, daß ſein Einfluß als ein nicht zu geringer an:
geſchlagen werden kann. Sein Beſtreben muß daher dahin gehen, den Kindern ein Muſter:
bild aller möglichen Tugenden zu ſein (]. Anſteckung, moraliſche).
Unabhängigkeit der Schule kann nicht im Sinne einer abſoluten Freiheit vom be:
ſtimmenden Einfluſſe der drei Hauptformen der menſchlichen Geſellſchaft , Familie, Staa
und Kirche , gefordert werden. Dieſelbe würde nicht nur die Schule in eine ganz falſch:
ijolirte Stellung bringen und ihr die Erreichung ihres Zweckes , Erziehung der Jugend
zur Unmöglichfeit machen, ſondern ſie könnte auch in der Wirklichkeit auf die Dauer ga!
nicht exiſtixen. Die Unabhängigkeit der Schule kann alſo nicht in der Abwehr jenes berech:
tigten Einfluſſes, ſondern nur in der richtigen Begrenzung de8ſelben beſtehen. Ju des
Theorie wird demnach dex Schule das Recht zukommen müſſen, alle von jenen Dreien aus:
gehenden Forderungen, die den von der Schule aufgeſtellten und angenommenen Principier
des Unterrichtes und der Erziehung widerſprechen , abzuweiſen ; in der Praxis wird di:
Unabhängigkeitsfrage mit der Schulaufſicht8frage zuſammenfallen.
Unart, j. Uniugend.
Nnaufmerkſamfkeit, jf. Aufmerkſamkeit.
Ungarn (Königreich). Die Anfänge des ungariſchen Elementarſchulweſens liege!
im 11. Jahrhundert und ſind gleichzeitig mit der Errichtung reich dotirter Bisthüme
und Klöſter in Ungarn. Die Entwickelung dieſes Schulweſens wurde jedoch wiede
holt gehemmt und endlich ganz durchbrochen in Folge der vielfachen inneren politiſche
Kämpfe unter der Arpädendynaſtie (bis 1301), dann der Thronſtreitigkeiten unter det
Regenten aus verſchiedenen Häuſern (bis 1526) und endlich durch die langen blutige!
Kriege gegen die Türken, denen das Land ſchließlih zum Opfer fiel. Von 1541 bi:
1636 hat der Halbmond von den Minaret8 der ungariſchen Hauptſtadt Ofen in das ge
Inechtete Land hineingebli>t, anderthalb hundert Jahre lang hat der Türke den größtei
Theil von Ungarn bi8 Naab und Erlau und Kaſchau mit ſeiner eiſernen Fauſt darniede:
gehalten und erſt im Beginne des 18. Jahrhundert3 wurde der türkiſchen Herrſchaft dies:
jeit3 der Donau ein Ende gemacht. Die Wiederaufrichtung der Civiliſation in Ungar!
kann de8halb erſt vom Jahre 1750 an datirt werden. Es war ein völliger Neubau
denn von jenen früheren Bildungsſtätten ſand ſich keine Spur und was in dem Zeitalie
der Reſormation namentlich von den Deutſchen in Ungarn an Schulen errichtet wordei
war, friſtete nur ein kümmerliche8 Daſein. Es blieb der unvergeßlichen Kaiſerin-Königi1
Maria Thereſia vorbehalten, auch in Ungarn die Schöpferin eines eigentlichen Volk8ſchul
wejens zu werden. Schon bei den großartigen Anſiedlungen in den verödeten Landestheilei
des Banates und der Militärgrenze wurden ſtrenge Vorſchriften zur Errichtung von Schulei
erlaſſen und es kann hierin die Verordnung vom 22. Juli 1766, wonach „jedes Kir
und Pfarrdorf mit Schule und Lehrer verſehen werden jolle“, für dieſe rüceroberten Ge
biete als der Wiederbeginn eines geordneten Elementarſchulweſens betrachtet werden. =
Schwieriger und langſamer entwickelten ſich die Dinge hierin in dem eigentlichen König
reiche Ungarn, wo die Monarchie an die conſtitutionellen Formen gebunden war. Al;
darum unter dem 6. December 1774 für die öſterreichiſchen Erbländer die „Allgemein
Schulordnung“ erſchienen war, bemühte ſich die Kaiſerin-Königin deren Einführung aus
in Ungarn zu ermöglichen. Das Reſultat war die im Jahre 1777 genehmigte und kund
gemachte: „Ratio educationis totiusgque Rei Litterariae per Regnum Hungariae €
Provincias eidem adnexas.* Die oberſte Aufſicht hat darnach des regirenden König:
(Königin) Majeſtät ; in Ofen und Agram wurden zwei Studiencommiſſionen eingerichtet
Ungarn und Kroatien in 8 (al8 das Banat 1779 hinzufam in 9) Schuldiſtricte mit j
einem inſpicirenden Oberdirector eingetheilt. Jn dem Hauptorte jedes Diſtrictes jollte ein
Haupinormalſchule von vier Claſſen errichtet werden, an welcher Normalſchule zugleich di
Lehrer für ſämmtliche National= und Trivialſchulen des Diſtrictes unterwieſen werden jollten

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