= u MWh ooo Wunderkindy € 219-.
ließen.“ In. Oeſterreich: iſt. man zwar noc Hinterlaſſenen der. Lehrer an Trivial» und Pfſarrhauptſchulen find nicht penſionsfähig,
jondern erhalten im Falle großer Bedürſtigkeit eine Unterſjüßung (dreiviertel bis eine ganze
Portion) aus der Orts8armencaſſe ; in den einzelnen Staaten des deutſchen Reiches dagegen
ſind die Humanitätsgrüſichten weit mehr zur Geltung gekommen, indem die Wittwen aller
definitiv angeſtellten Voyſksichullehrer eine Penſion erhalten, welche freilich kein ſorgenfreies
Leben geſtattet, aber doch wenigſtens als eine bedeutende Beihülfe zur Beſtreitung der noth-
wendigſten Lebensbedürfniſſe gelten kann. Die Einrichtungen der einzelnen Wittwencaſſen
weichen in Hinſicht auf die Beſchaffung und Verwendung ihrer Geldmittel ziemlich von
einander ab, E38 iſt wohl natürlich, daß die Lehrer zur Unterhaltung der Caſſen mehr
beizutragen haben, als zu ihrer eigenen Venſion. Jemehr aber ein Staat durch gute
Sculgeſeße die Entwiekelung des Volksſchulweſens zu fördern trachtet und je mehr er die
Beſoldungen der Lehrer in Cinflang mit dem Bedürfniſſe zu bringen ſucht, deſto humaner
verfährt er auch bei Verſorgung der Lehrerwittwen und Waiſen; je weniger erſteres der
Fall iſt, deito mehr fällt die Laſt der Verſorgung auf die Schultern der Lehrer und die
Unterſtüßungen ſind geringer. = In Sachſen, Heſſen, Baden, Braunſchweig u. ſ. w. giebt
es Landeslehrerwittwencaſſen, zu denen jeder deſinitiv angeſtellte Lehrer beizutreten verpflichtet
iſt, gleichviel ob verheirathet oder nicht. Die Benſionen werden aus verſchiedenen älteren
Fonds, aus Beiträgen der Staats8caſſe und nur zum geringeren Theil von den Lehrern
aufgebracht. So belauſen ſich die jährlichen Beiträge dieſer in Sachſen auf 1, in Baden
auf 1?/]3 , in Oldenburg je nach der Höhe des Einkommens von */3 =1 ?/3, in Braun-
ſchweig aber ſchon auf 3 %/0 des Dienſteinkommens ; in Heſſen zahlt jeder Lehrer 6 ?/2 Gld.
jährlich. Die den Wittwen gewährten Penſionen betragen in Heſſen 100 Thilr., in Sachſen
je nach der Höhe des Dienſteinkommens des verſiorbenen Lehrer8 50 bis 200 Thlr. ; für
die Waijen wird gewöhnlich ein Fünftel der Wittwenpenſion gezahlt. In den übrigen
Staaten find die Penſionen jedoch merklich geringer. Die preußiſchen Negirungsbezirks8=
lehrerwitiwencaſſen zahlen ihre Penſionen aus den Zinſen ihrer Reſervefonds , welche zum
Theil bedeutend groß ſind , und aus eigenen je nach den Caſſenverhältniſſen verſchieden
hohen Beiträgen, wobei ihnen noch ein jährlicher Beitrag aus der Sculcaſſe jede8 Ortes
und ein Zuſchuß aus Landve8caſſen zu Hülfe kommt, Die Verwaltung der Caſſen geſchieht
durch die Regirung , doch iſt den Lehrern durch aus ihrer Mitte gewählte Curatoren eine
geringe Mitwirkung dabei geſtattet. Die Penſionen ſind im Verhältniſſe zur Größe des
Capitale3 und der Höhe der jährlichen Beiträge ziemlich gering zu nennen (höchſter Betrag
60 Thir.), was hauptſächlich daher kommt, daß ein ziemlicher Theil der Einnahme capitaliſfirt
wird. = In einigen Cantonen der Schweiz ſind ebenfalls Lehrerwittwencaſſen errichtet.
Die Regirungen zahlen hier jährlich einen feſtgeſehten Beitrag (Zürich z. B. 4800 Fre.)
und überlaſſen die Verwaltung der Caſſe den Lehrern. |
With iſt die eigenthümliche Gabe, überraſchend Lächerliche3 zu ſagen. Es giebt Wort-
wiß, welcher ſich lediglich an Wortähnlichkeit hält, und Sachwiß, der tiefer und gediegener
iſt. Dem Zwecke nach iſt der Wiß harmlo8 (auch wohl ſchlechter Wiß genannt), oder ſati-
riſch, mit der Abſicht zu verlehen , beziehentlich zu beſſern. Menſchen, welche fortwährend
Wihe machen (reißen), ſogenannte Wißbolde, werden bald unausſtehlich ; dieſelben verſtehen
keinen Ernſt und bringen anch an der unpaſſendſten Stelle ihre Wiße an. Keinen Wiß
ertragen, feinen Spaß verſtehen zu können, iſt eine krankhafte Einſeitigkeit, namentlich der
Pietiſten. == Der rechte Erzieher müßte nach Friedrich Auguſt Wolf's treffender Bemer=
kung auch wißig ſein, weil nämlich ein Wiß oft das beſte Mittel iſt, auf etwas Ungehöriges
leichterer Art aufmerkſam zu machen. Sorgfältig nehme ſich der Lehrer in Acht, ſich an
gewiſſe ſtehende Wiße zu gewöhnen oder mit ſeinem Wiße vor den Zöglingen glänzen zu
wollen, von denen er womöglic Menſ< hat ſic auf dieſe Weiſe um alle Achtung und allen ſittlichen Cinfluß gebracht.
Harmloje Wiße der Zöglinge ſind nicht als Verbrechen zu behandeln, unpaſſende Wiße
oder Scherze dagegen ernſt zurü&zuweijen, bei Wiederholung gebührend zu beſtrafen.
Wunderkinder nennt man diejenigen Erſcheinungen in der Kinderwelt, die eine über
das dem Kinde3alter entſprechende Maß weit hinausgehende Befähigung zur Beſchäftigung

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