u Mn = Präludium I 
- Gewerbe und Buchhaltung. Die- Methode iſt größtentheils die des wechſelſeitigen Unter- - | 
richtes. Unterricht wird: ertheilt von Michaelis bis Oſtern, Vormittag8 von 8 bis 11 
und 2 bis 5-Uhr Nachmittags, im anderen Halbjahre von 7 bis 10 und 3 bis 6. Der 
Donnersötag der feſtlojen Wochen iſt ſchulfrei. =- Portugal hat zwei Seminare (Normal-. - 
jhulen) : eines für Lehrer zu Liſſabon und eines ſür Lehrerinnen; außerdem in der Pro- 
vinz noch ein Hülfsſeminar. Dex Curſus | des Lehrerfeminares iſt zweijährig. Unterrichts- - 
gegenſtände find : Kalligraphie, Linearzeichnen, allgemeine und portugieſiſche Grammatik, Me- . 
thodologie, Kenntniß der Schulgeſeßgebung , Geographie , Geſchichte , <riſtliche Glauben8=- 
lehre und heilige Geſchichte, natürliche Theologie und philoſphiſche Moral, Arithmetik und 
Geometrie, Buchhaltung. Die Aufnahme findet erſt nach vollendetem achzehnten Jahre ſtatt. 
Zwanzig Zöglinge ſind Staatspenſionäre, die übrigen ſind Juterne oder Halbpenſionäre 
vder Externe. Die Primärlehrer ſind Staat3beamte und heißen gleich den Lehrern der 
Secundäranſtalten, Lyceen und Gymnaſien, (Primär-) Profeſſoren. Wer dieſen Titel *er- 
langen will, muß einundzwanzig Jahre alt ſein und fich einer mündlichen und ſchriftlichen 
Prüfung unterwerfen. Die Anſtellung erfolgt auf drei Jahre oder auf Leben3zeit. Der 
Gehalt der an den niederen Elementarſchulen angeſtellten Lehrer beträgt 100 Milreis 
(= 166*?/3 Thlr.) und darüber in Liſſabon, Funchal und Porto jedo<h 150 NMilreis 
(= 250 Thlr) und ſteigt bei den Primärlehrern der zweiten Stufe bi8 auf 180 Milreis 
== 800 Thlr.). Dazu kommen noch 20 Milreis (== 33/3 Thir.) Zuſchuß der Orts- 
ſhulgemeinde und Gratificationen von 162?/3 Thlr. an Lehrer in den Städten Liſſabon, 
Porto, Coimbra, Braga und Jvora, die mehr als 60, in den übrigen Städten, die mehr 
als 40 und in den Flecken und Dörfern über 30 Schüler unterrichten. Außerdem find 
die Lehrer frei von jeder Ort8- und Landesſtener wie auch vom Militärdienſle. Die 
Lehrerinnen erhalten in Liſſabon, Funchal und Porto 166*?/3 und in den übrigen Orten 
des Landes 150 Thlr. Was die Penſion betrifft, ſo empfangen ſfechzigjährige Lehrer mit 
dreißigjähriger Dienſtzeit den vollen Gehalt, ſchwer und unheilbar erkrankte Lehrer aber 
nac 20 und 10 Dienſtjahren nur ?/3 und ?/3 desſelben. Die Penſionen zahlt der Staat 
* und ſind die Lehrer von Penſionsſteuern frei. =- Um den Eifer der Lehrer anzuſpornen, 
werden den Verfaſſern von gutenLehrbüchern Preiſe bis zu 333?/3 Thlrn. zuertheilt. =- 
Statiſtiſches. 1862 beſuchten 70,720 Schüler öffentliche Knaben= und 8452 Schüle- 
rinnen 189 öffentliche Mädchenſchulen ; ferner 16,042 Knaben 501 Privatſchulen für 
Knaben und 11,917 Mädchen 556 Privatſchulen für Mädchen. Von 100 ſchulpflich- 
tigen Kindern beſuchen leider nur 14 die Schule. 
Prämien, ſ. Belohnungen. | 
Präludium heißt Vorſpiel. Das Präludium iſt ein muſikaliſcher Einleitungsſaß, 
welcher zur Vorbereitung auf den Gotte8dienſt überhaupt oder auf den Choralgeſang in8- 
bejondere dient. Das Präludium hat den Zweck „die Gemüther der Gemeinde in die zur 
Andacht erforderliche Stimmung zu verſeßen," In freier Form nimmt es entweder auf 
die folgende Melodie formell keinen Bezug, iſt nur Stimmungsvorſpiel, oder es wählt 
einen Theil derſelben, meiſt den Anfang, als Hauptmotiv, oder endlich es benußt die 
Melodie als cantus firmus, um entweder unbekanntere der Gemeinde vorzuführen oder den 
Eindru> einer bekannten und hochgeſchäßten wirken zu laſſen. In der ſtrengen Form 
dex Fuge kann das Präludium nur dem obengenannten allgemeinen Zwecke dienen und 
macht in Bezug auf techniſche Ausführung viel höhere Anforderungen, al8 jene freien 
Formen. Jene dem Präludium aber untergelegte Aufgabe iſt eine ſchwere und macht, 
wenn ſie durch eigene Production oder Improviſation gelöſt werden ſoll, an unſere in 
der Theorie des ſtrengen Styles und der Handhabung contrapunktiſtiſcher Formen viel 
weniger geübten Organiſten, al8 e8 die der beiden leßten Jahrhunderte waren, entſchieden 
zu hohe Forderungen. Aus der Blüthezeit contrapunktiſtiſcher Bildung iſt unſerer Zeit an 
der Orgel oft weiter nichts übrig geblieben, als das weit verbreitete Unweſen des freien und 
= zügellojfen Phantaſirens. Das Phantaſiren verlangt großes Talent, Gewandtheit 
und viele Uebung, und es kann vor weiterer Verbreitung jenes Uebels nicht dringlich 
genug gewarnt werden, Unſere Literatur iſt an vorzüglichen Präludien außerordentlich 
reich und es iſt ein größeres Verdienſt, ein gutes paſſende3 Präludium auszuwählen und
	        

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