100 Anſtrengen, --- Antiphonie.
eit der Krankheit und des Alters jorgen kann. 4) Dagegen verſteht es
jich von ſelbſt, daß der Lehrer ſeines Amtes entſeßt werden kann, wenn ex
grobe BVergehungen jich zu Schulden kommen läßt, denn mit der Annahme
der mit dem Amte verbundenen Rechte Übernimmt er auch Pflichten.
Welche3 aber dieſe Vergehungen ſind, ſollen in einer Dienſtinſtruction aus-
drüdlich genannt jein, auch kann dieſe Amtsentſezung nur auf vorherge-
gangene Unterjuchung und von zuſtändiger Behörde gefälltem Urtheile erkannt
werden. Dabei iſt vor Allem daſür zu ſorgen, daß die Unterſuchungs-
behörde nicht leidenſchaftlich und willkührlich verfahren kann. Bei geringern
Vergehen , welche jedo< dem Geiſte des Lehramtes zuwider ſind und die
Stellung den Behörden oder den Collegen oder der Gemeinde gegenüber
unhaltbar machen, muß das Entlaſſungsrec zugeſtanden werden, aber nur nach geſchehenem und erfolglos gebliebenem
Beſjerungsverſjuche.
Anſtrengen bedentet im eigentlichen Sinne ſcharf anziehen, und un-
eigentlich alle Kräſte anwenden. Ob der Lehrer die Kinder anſtrengen
dürfe ? Daran iſt kein Zweifel. Jede Kraft wächſt durc< Uebung, durch
bloße Ruhe nimmt ſie ab. Viele Schüler zeigen bei mäßiger Anregung
viel Lern- und Ordnungstrieb : ſie ſind ſehr lenkſam ; andere dagegen be-
dürfen ſteter Wachſamkeit und fortwährende Veranlaſſung und nicht ſelten
auch Nöthigung , ihre Kräfte zu gebrauchen. Allerdings iſt das UPebermaß
nicht zu billigen. Die Forderung iſt mit der Leiſtungsfähigkeit in ein rich:
tiges Verhältniß zu ſehen. Der Lehrer muß ſeine Schüler in aller Richtung
kennen. Es kann wohl geſchehen, daß die Schüler durch zu langes Sißen
und durch die Dauer und Bej werden. Das iſt zu vermeiden. Dagegen fällt die Sorge wegen Uebermaß
der Anſtrengung überall da weg, wo es ſich darum handelt, den Gehorſam
zu üben. Cs bedarf wohl kaum ver Erinncrung, daß man auch in dieſer
Richtung dem Kinde nur Vernünftiges zumuthet. Was wahr, was recht
und jc<ön und gut iſt, kann es aber vom Früheſten an auch thun lernen,
und ſoll es daher. Der Wille muß früher in Anſpruch genommen werden,
als die Ginſicht. . Je couſequenter das Kind angehalten wird, vom Früheſten
an zu gehor und dejto mächtiger wird der Wille zur Vollziehung alles deſſen werden,
was es joll. --
Antiphonie bedeutet urſprünglich Wechſelgeſang, Gegengeſang, d. i. einen
Geſang mit wechſelnden Chören, vorgetragen entweder durch gleiche Stim-
men, oder durc< männliche und weibliche Stimmen. .
Schon die Jſraeliten pflegten ſich bei ihren gottesdienſtlichen Hand-
lungen diejes Geſanges zu bedienen. Den Leviten war die Pflege und
Leitung deſjelben übertragen und er war beſonders ausgebildet unter den
Königen David und Salomon. David hatte 4000 Sänger, welche in 24
Klaſſen getheilt waren und abwechſelten. Von dem jüdiſchen Gottesdienſte
verpflanzte er ſich auf den daß ex fhon zu den Zeiten der Apoſtel. eingeführt wurde, wenn auch das
angebli mengejang angeſtimmt und die übrigen Prieſter ihn fortgeſeßt, einer ſpä-
tern Zeit angehört. Bei den Chriſten in Antiochia ſoll ihn der hl. Jgna-
tius8 eingeführt haben. Plinius, Statthalter von Bithynien, berichtet in
jeinem berühmten 97. Briefe des 10. Blches, daß die Chriſten wechſel s-
weiſe Lobgeſänge auf Chriſiv ſängen. Noch beſtimmter berichtet der hl.
Hiexonymus über den Antiphonengeſang, indem er ſagt, daß die Chri-
jien :zu Rom des Morgens an einem beſtimmten Orte zufammengefommen

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