Arithmetik. -- Armenbücher. 109
ollte daher nicht von erabiſhen, jondern von indiſchen Zifſern ſprechen.
In dem ausgebreiteten Handel, den die Rhönizier trieben, lag die Noth-
wendigkeit , auf dem Gebiere der Arithmetik Namhaftes zu leiſten, und die
Baukunſt , jo der Aegypter wie der Griechen, berechtigt zu dem Scluſſe,
daß dieje Völker anſehnliche Kenntniſſe in der Arithmetik beſeſſen haben
mußten, wie (was die Griechen betrifft) die Werke des Euklid (300 v. Chr.)
und jeiner Commentatoren Proklus und Theon , des Arc Chr.), Diovphantos, Nikomachus 2x. beweiſen, von deren Schriften jedoch nur
Weniges auf uns gekommen iſt. Von den Römern iſt nicht viel für die
Arithmetik gejhehen , und erſt im ſechſten Jahrhundert n. Chr. unternahm
es Boethius, den Euklid , Archimed , Nikomachus 2c. zu bearbeiten. Im
Vebrigen jhließt ſich die Geſchichte der Arithmetik genau an jene der Algebra
(j. d. A.) an, nur iſt hier noch zu bemerken, daß die Lehrbücher der Arith-
metif in unſerer Zeit nac< der doppelten Anſicht, die man von der Zahl
als Behandlungszeichen oder als Größe aufgeſtellt hat, unterſchieden wer-
den. Jene Anſicht iſt vorzüglich durch Ohm, Wittſtein und Brahmexr
vertreten, welche ſich beſtrebten , die Arithmetik auf philoſophiſ lage zu behandeln. Außer den Genannten haben ſich Fiſcher , Wigand,
Schulz, Straßnißki und eine Menge Anderer als Arithmetiker einen Namen
gemacht. S. auch die A. Rechnen und Zahlenlehre.
Armenbücher. Unter Armenbüchern werden jene für den allgemeinen
Unterricht8gebrauech unumgänglich erforderlichen Bücher verſtanden , welche
den armen Schulkindern gratis verabreicht werden. In vielen deutſchen
Ländern, wo keine ſpeciell für dieſen Zwe> gemachten Stiftungen Vorſorge
getrofſen haben, oder wo keine Localſhulfonds dafür leſtehen, ſind die Ge-
meinden verpflichtet, die für arme Kinder nöthigen Schulbücher zu bezahlen.
In Deſterreich werden in dem k. kt. Schulbücherverlage die Schulbücher in
jolcher Maſje erzeugt, daß es möglich iſt, die ſogen. Armenbücher völlig un-
entgeltlic) zu verabreichen , obwohl die Zahl ganz armer Kinder auf ein
Viertheil der gejammten jehulbeſuchenden Jugend veranſchlagt worden iſt.
Jedoch können als Gratis - Bücher für arme Schüler nur jene Lehr- und
Lejebücher angeſprochen und verabfolgt werden , welche an Trivial- und
Hauptjhulen für den Gebrau< der Schüler bis einſ dritten Klajſe vorgeſchrieben ſind. Mit dieſen Gratisbüchern werden
die armen und dabei geſitteten und fleißigen Schüler ſv bedacht , daß die-
jelben in ihr Eigenthum übergehen. Dürftigen Schülern, die ſich aber we-
der durc< Fleiß noc< durch gute Sitten einer ſolchen Betheilung würdig
machen, werden die benöthigten Bücher nur zum Gebrauche des Unterrichtes
in die Hände gegelen, außer der Schulzeit dagegen von dem Lehrer in
Verwahrung genommen. Für einen Verwaltunasbezirk dürfen Armenbücher
in keinem höhern Betrag angeſprochen und abgegeben werden, als um jenen,
welcher nac< dem Preiſe gebundener Exemplare gerechnet, fünfundzwanzig
Procenten des Erlöſes gleichkommt , der für die dahin verfauften zur un-
entgeltlichen Abgabe .als Grati8Sbücher normalmäßig geeigneten Volksſchul-
bücher, in dem vorleßt verfloſſenen Militärjahre erzielt worden iſt. Dieſe
Beſchränkung der Gratisbhücher auf den vierten Theil der ſchulbeſuchenden
Kinder iſt nur auf die Geſammtzahl der in einem Verwaltungsgebiete
anzuſprechenten Gratisbücher zu beziehen. Für die einzelne Schule da-
gegen fönnen ſo viele Armenbücher angeſpro<ßen werden, als deren zur
einzelnweiſen Betheilung der dieſelbe heſuchenden Kinder nöthig erſcheinen.
, Die Ausmittelung der alljährlich auszufolgenden Armenbücher geht von
zwei Seiten aus, deren Vorlagen einerſeit8 von den Unterbehörden, ande-
rerjeits von der Schulbücherverlags - Direction bei der bezüglichen Landes-

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