110 Armenbücher, -- Armenſchulen,
jtelle zujammentreſſen. =- Die Schulbezirksauffeher haben die Betheilung
der einzelnen Schulen für das kommende Schuljahr einzuleiten,
und zwar nach ven ihnen bekannten Bedürfniſſen der Schulgemeinden im
Cinvernehmen mit den Ortsſeelſorgern. Die einer Schule zugewiejenen
Armenbücher ſind durch eine Aufſchriſt als jolche kenntlich zu machen. Zhre
Vertheilung an die einzelnen armen Schüler, entweder zum
vollſtändigen Gebrauche auch außerhalb oder zu dem beſchränkten bloß in-
nerhalb der Schule und während der Unterrichts8zeit , geſchieht durch den
Lehrer im Einverſtändniſſe mit dem Ortsſeelſorger oder Schulkatecheten. ---
Außer den eigentlichen Armenbüchern hat der x. xk. Schulbücherverlag auch
die für die |. |f. Militär - Erziehungshäuſer benöthigten Schulbücher unent-
geltlich auszufolgen. Dieſer Wohlthat genoſſen die deutſch-ſlaviſchen Kron-
länder bereits ſeit dem Jahre 1780, und ſie wurde durc< Miniſterial - Er-
laß vom 9. October 1852 auch auf die Militär - Erziehungshäuſer in den
ungariſchen Ländern , der Militärgrenze und Jtalien ausgedehnt. -- S.
Helfert, die öſterreichiſche Volksſchule, 11. Bd. 88. 968--82.
Armenſchulen. Die Bemühungen, den armen Kindern die Wohlthat
des Unterrichts zu Theil werden zu laſſen, ſind in der Kirche ſo alt, als
das Bedürfniß nach Schulen für das Volk überhaupt. Bevor die Errich-
jung von Volksſchulen möglich war, kann man natürlich auch keine Armen-
jmulen verlangen ; mit der Begründung des Volksſchulweſens aber wendet
jich die Armen. S Brüder des gemeinſ Unterricht Jedem, der ihre Schule benüßen wollte. Nac drangen die fir der Armen die Schulen beſuchen, und munterten die Reichen zur Unter-
-„
jtüßung der Armen auf. Auch ordneten dieſe Synoden Sonntagsſchu-
len au, damit die armen Kinder, die am Werktage die Schulen nicht be-
juchen konnten, die Wohlthat des Unterrichts vennoch empfingen. So die
Synoden von Conſtanz 1567, von Bres8lau 1592, von Ypern 1609. Auch
bildete ſich ſchon zur Zeit der Reformation, wm 1537, in Brescia eine Con-
gregation , die Urſulinerinnen genannt, deren Stifterin die heilige
Angela Merici iſt, und die den Zwe> hatte, arme Mädchen in ver Re-
ligion, im Leſen und in weiblichen Handarbeiten zu unterrichten. Um 1592
jtiſtete Cäſar von Bus eine Congregation von Brüdern der li ReligionSunterricht zum Hauptzweke hatte, aber in ihren Schulen auch den
Clementarunterricht unentgeltlich ertheilte. Um 1600 wirkte der heilige
30jeph von Calaſanz (]. d. A.), von dem Pfarrer Brentani und an-
deren Geiſtlichen unterſtübt, in Rom und unterrichtete Tauſende von armen
Kinvern, denen er überdies noch die Bücher und Schreibmaterialien ſchenkte.
Die von ihm geſtiſteten Schulen nannte er fromme Schulen und ſeine
Schüler Kleriker ver frommen Sc Piariſten genannt. S. d. A.) Um 1655 wurden auf Befehl Alexanders VI].
die päpſtlichen Freiſhulen für arme Mädchen errichtet. Die Mäd welche dieſe Anjtalten beſuchten , erhielten ſogar noch Brod und am Ende
der Erziehung eine kleine Ausſtattung. Um eben dieſelbe Zeit gründete
Noja von Venerini zu Viterbo und MontefiasScone Töhterſ/ für arme Mädchen und von ihren Inſtituten gingen vie Armenlehrerin-
nen aus, auch Filippinen von der Lucia Filippini, einer Schülerin
der Roja Venerini, genannt. Die vom heiligen Vincenz von Paul
gejtiſteten barmherzigen Schweſtern ertheilten ebenfalls armen Mädchen freien

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