Aſſociation dex Ideen. =- Athen, 115
öfteſten und liebſten an einander knüpfen oder vergeſellſhaften , weil er .
daraus abnehmen fann, von welchen Eindrücen die Seele des Kindes
bereits erregt jei, und an welche Vorſtellungen ſich beim Untertrichte und
der Erziehung am erfolgreichſten anknüpfen laſſe. Sowohl im Geſpräche
mit denjelben, als bei ihren ſchriftlihen Arbeiten wolle er darauf mer-
fen , welche Gedanken dem Schüler gleichſam unbewußt in's Bewußtſein
jiveten und zu welchen Verbindungen mit anderen Gedanken ſie geführt
haben. Jjt der Lehrer hierauf aufmerkſam , ſo lerut er die ganze in-
nere Welt des Kindes kennen, hat ſich den Unterricht um Vieles erleich-
text und fann manche Verirrungen der Cinbildungskraft verhüten oder hei-
(en, welche ſich in ihr durch die Zdeenaſſociation anſeßen wollen, oder be-
reits angejeßt haben. Hat er ſich in den Beobachtungen dieſer Art einige
Zeit geübt, jv wird es ihm leicht , falſche oder mißleitende Verbindungen
von Vorſtellungen zeitig genug zu entdecken , um ſie entweder abſchneiden
oder corrigiren zu können. Haven die Kinder --- was ſie häufig thun --,
vie Bilder der Dinge oberflächlich vder nur halb und unrichtig aufgefaßt,
ſo werden ſich dazu anch oberflächliche und unrichtige Vorſtellungen geſellen -
und aus diejer Vergejell)chaftung falſche Urtheile entſtehen. Denken wir
uns z. B. die bildliche Darjtellung Gottes des Vaters als eines ehrwürdi-
gen alten Mannes, jo wird das Kind ſehr geneigt, ſich durch diejes Bild
zu den Vorſtellungen führen zu laſſen, zu welchen es durch den Anbli> des
alten Großvaters vder überhaupt eines alten Mannes gekommen iſt, und
es liegt ihm jehr nahe, mit der Vorſtellung von Gott Vater nicht die Vor-
ſtellung der Liebe und Weisheit, ſondern jene der Gebrechlichkeit, Schwäche,
Hilfloſigkeit und Moroſität zu verbinden. Daraus ergibt ſich, daß viel von
der Aufmerkſamkeit abhängt , welche der Lehrer der JZdeenaſſociation bei
jeinen Kindern ſchenkt. -=- S. Ben eke's Lehrbuch der Pſychologie S. 75 u. ff.
Deſen pſychologiſche Skizzen. 1. Thl. S. 343-393 u. 412---416.
Aſſoeiationei der Lehrer, |. VereinSyeſen.
Aſtronomie, |. Hünntelskunde.
Athen , die Hauptſtadt des alten Attika , einer der acht Landſchaften,
aus denen Mittelgriehßenland oder Hellas beſtand, die Haupt- und Reſidenz-
jiadt des jeßigen Königreichs Griechenland, war ſür Bildung und Erziehung
die bedeutendſte Stadt des Alterthums. Die Geſeße über die öſſentliche
Erziehung fallen mit der Geſeßgebung Svolon's (f. d. A.) zuſammen. Die-
jelben ſtehen im entſchiedenſten Gegenjaße zu den Grundjäßen der Erziehung
der Kinder Sparta's (ſ. d. A.). Während die ſpartaniſche Erziehung haupt:
jächlich die leiblihe Tüchtigkeit und die Verſtändigkeit zu fördern ſtrebte,
bezwecte die athenienſiſche Feinheit und Bildung. Alle Kinder, reich oder
arm, mußten deßhalb die Schule beſuchen und leſen lernen. Der verſpätete
Cintritt in die Schule, jowie Schulverſäumnmiſſe wurden beſtraft. Der Ein-
tritt in die Schule geſchah nicht vor dem ſiebenten , aber auch nicht nach
dem zehnten Jahre. War die Schule einige Jahre beſucht, ſo ſollten die armen
Kinder jofort zum Landbau , zum Handel oder zu einer Kunſt angehalten
werden, die wohlhabenden zur Muſik, zur Jagd , zur Philoſophie 20. Ein
Sohn, den jein Vater feine Kunſt erlernen ließ, war nicht gehalten, ſeinen
Vater im Alter zu ernähren. Es gab deßhalb öffentlihe Schulen für den
niedern Unterrict. Zu dieſen waren in den älteſten Zeiten Ein , ſpäter
zwei Lehrer angeſtellt. der Grammatiſt, der Leſen und Schreiben lehrte,
und der Kritiker, der mit den Kindern einzelne Schriften las, ihnen die
Dichter exklärte und, fie Gedichte auswendig lernen und "vortragen ließ.
(,
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