130 -“Aufſchreiben = Auſſeher.
Muſterſäße hierzu Veranlaſſmig gebeit; 5) Wortkehre, beſchränkt auf die
Kenntniß der Wortarteit; 6) Wortſchreibung als vrthographiiche Vebungen.
---“ Ferne? iſt ſehr zu empfehlen: Planmäßig geordnete Muſter-
beiſpiele nebſt Anleinmg zur Vebung im mündlichen und ſchriftlichen
Gedankenansdrucke für alle drei Klaſſen einer Volksſchule von Johann
Georg Mezler. Dritte Auflage, 532 Seiten in 16. Freibürg im Breisgau,
1861. Herder. Preis: 1 Thlr. 3 Sgr. = 1 fl. 54 kr. Diejes Buch ijt
vorzüglich geeignet zur Schärfung des Verſtandes, da es zahlreich und vor-
trefflich ausgeführte Vergleichungen und Dispoſitionen enthält. Zum Setlbſt-
unterrichte für Lehrer empfehlen wir: Methodiſc vder Anfſjaßlehre von Dr. I. Karl Friedrich Ninne. Zweite Ansgabe.
Stuttgart, Adolph Becher, 1860. gr. 8. & und 336 S. 1 Thlr.
Anfſchreiben. Da vom geſammten Schulunterrichte verhältnißmäßig
wenig wörtlich auswendig zu lernen (f. d. A. Auswendiglernen) , dagegen
deſto mehr zu merken iſt, ſo ergibt ſich von ſelbſt die Nothwendigkeit, dieſes
Mexken möglichſt zu unterſtüßen. Zu derartigen Unterſtüßungsmitteln
rechnet man das Aufſ Baſis und Orientirungö8punkt für den weitern Unterricht,
oder als brauchbares Muſter für das ſpätere Leben die--
nen fann. Sie haben ihre verſchiedenen Schreibhefte nicht bloß dazu,
um ſich im ſchriftlichen Gedankenvortrage , in der Kalligraphie 2c. zu Üben,
jondern auch dazu , um die Hauptregeln für eine gewijje Rechnungsart,
muſtergiltige Geſchäftsauffäße, kir bung neuer Erfindungen, die wichtigſten Regeln des Umganges 2. einzu- |
tragen, wodurch nicht nur das Behalten erleichtert, -- ſondern ein Weg-
weiſer hergeſtellt wird , an dem ſich das Kind in verſchiedenen Anſtands-
fällen Raths erholen kann. Man wende nicht ein, daß dadurch der Aus-
bildung des Gedächtniſſes Abbruch geſchehe ; denn es gibt ſonſt noch Stoff
genug zur Bildung dieſes Seelenvermögens, und dann liegt in den Ma-
terien jelbſt, die wir als ſolche bezeichnet haben, welche aufgeſchrieben wer-
den ſollen, immer noch Veranlaſſung zur Gedächtnißbildung. Wir verlangen
nicht, daß das auſgeſchrieben werde, was ſich die Kinder ohnehin leicht
merken können, oder gar etwas, ſo in ihren Unterrichtsbüchern ſteht, oder
was ſie wörtlich auswendig zu. lernen haben, ſondern eben nur die vorge-
nannten Gegenſtände, welche dem Gedächtniſſe vollauf zu ſchaffen geben,
um das darunter begriffene Bejondere zu bewahren und der Erinnerung
wieder vorzuführen. In früherer Zeit war dies freilich anders. Man
hatte nicht dieje Menge von Unterrichtsgegenſtänden und behandelte fie nicht
in dem Umfange, wie e8 heutzutage geſchieht. Damals lag folglich weniger
Grund vor, etwas aufzuſchreiben. Bei der gegenwärtigen Ausdehmung des
Unterrichtes verhält fich die Sache anders ; e8 wird in unſern Tagen ſoviel,
ja noch mehr auswendig gelernt als früher, und ſohin das Gedächtniß nicht
vernachläßigt; das Lernmaterial aber iſt derart erweitert , “daß neben den
Gedächtnikübungen im engern Sinne des Wortes das Aufſchreiben einher-
gehen muß, wenn nicht viel Nothwendiges und Nühßliches verloren geben
joll. Dabei ſtehen wir nicht an es gutzuheißen, wenn das Aufſchreiben
möglichſt beſchränft wird, weil man damit allerdings viel Zeit verträgt.
So kann man es nur billigen, daß den Kinvern gedru>te Sammlungen
von Muſterbeiſpielen für ſchriftlihe Aufſäße oder von Liedern in die
Hände gegeben werden. Allein das Aufſchreiben ganz überflüſſig zu ma-
Jen, dürfte weder möglich noch rathſam ſein. ---
Aufſeher, ſ. Aemter in der Schule.
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