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B. == Bachapken, 147
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BY, ein Conjonant oder Mitlauter , der zweite Buchſtabe des deutſchen
Alphabet8, gehört, wenn man die Buchſtaben nach der Ausſprache mittheilt,
zu den weichen Schlaglauten, theilt man dieſelben aber na< den
Sprachwerkzeugen ein, zu den Lippenlauten. Ausgeſprochen wird der-
ſelbe im Allgemeinen weicher als yp und härter als der mit ihm verwandte
w. Doch mäßigt es ſeinen Laut je nach ſeiner Stellung. 1) Am Ende
eines Wortes oder einer Silbe unterſcheidet er ſich nicht viel von p, 3. B.
Leib, ausgenommen, wenn ein e hinter demſelben ausgeſtoßen wurde, 3. B.
Weiblein (Weibelein). 2) In einfachen Wörtern und zwiſchen zwei Selbſt-
lautern lautet derſelbe wie w , 3. B. aber. 3) In einfachen Wörtern , in
denen b doppelt vorkömmt . werden beide weich ausgeſprochen , z. B. Ebbe,
dagegen 4) wenn zwei b durch Zuſammenſetzung zu einander kommen , ſo
wird der erſte hart , der zweite aber weich aus8geſprochen , z. B. abbrechen.
5) Am Anfange eines Wortes , ſelbſt vor rx , lautet b weich , wie denn im
Altdeutjchen b oſt mit w gegeben wird, 3. B. wringen , und noch heute im
engliſchen : wrak. Verwandt iſt b Überdies noch mit f und v, welche Buch-
ſtäben gern in Hauptwörtern ſtatt b vorkommen ; 3. B. Gift von geben,
Wittwe jtatt Wittib , Jngwer ſtatt JIngber. Aehnlich wurde der römiſche
V im Griechijchen mit B gegeben und ſtatt Varro, Virgilius Barroon,
Birgilios gej dem harten m und x eingeſchoben, jo wie im Griechiſchen, z. B. im Worte
Armbruſt = Arm - Ruſt (Rüſtung, Waffe). Jm Niederdeutſchen kömmt B
häufig vor, im Oberdeutichen faſt gar nicht, ſondern meiſtens P, 3. B.
Paum ſtatt Baum. Ju den Sprachen derjenigen Völker , welche beim
Sprechen den: Mund nicht ſchließen, wie 3. B. die Nordamerikaner, fehlt b
als Lippenlaut ebenfalls. Das Zeichen des B im Phöniziſchen war ein
Qutadrat, welches die rohe Figur eines Hauſes ſein ſollte (Beth).
Bachauten. Der Name „Bachanten“ iſt wohl ein verdorbener Volks-
ausdrua ſtatt vagantes, d. i. Herumſchweifer. Weniger annehmbar iſt die
Ableitung von becanus=>be-jaune oder becjaune, d. i. Gelbſ bezeichnete damit diejenigen Studirenden , welche von Stadt zu Stadt und
von Schule zu Schule wanderten. Schon der Biograph des heiligen Fri-
dolins, Balter, erzählt von ſich, daß er Armuths halber ſich drei Jahre
in Frankreich aufgehalten habe. Als die Univerſitäten errichtet wurden
und die berühmteſten Gottesgelehrten die Lehrſtühle zierten, da war es be-
greiflich, daß die zahlreich in den Bildungsanſtalten der Kirche befindlichen
Schüler die Luſt erfaßte, dieſe Männer der Wiſſenſchaft zu ſehen und zu
hören, und der Andrang zu den Univerſitäten war oft ein ungeheurer, wiſ-
jen wir doch 3. B. , daß zur Zeit Heinrichs 11. in Oxford 30,000 und zu
derſelben Zeit in Bologna 10,000 Studenten geweſen ſein jollen. Daß
nicht alle von gleichem WiſſenSdurſt geplagt waren , läßt ſich leiht begrei-
ſen , und insbeſondere darf es uns nicht beſremden , wenn die Sitten der
Studirenden darunter litten. Die Hefe dieſer wandernden Studenten nun
bildete ſich zu einer eigenthümlichen Erſcheinung aus, zu einem Geſchlechte
nämlich, welches unſtät von einer Lehranſtalt zur andern herumzog; in der
Regel wanderten ein Paar mit einander und führten jüngere Schüler mit
ſich, die für fie betteln und ſchießen (ſtehlen) mußten. (S. Abcſchüß.) Man
nannte ſie Bachanten oder fahrende Schüler. Sie erhielten vielfach Un-
terſtüßung von der Mildthätigkeit der Leute, und ſogar Stiftungen wurden
für ſie gemacht , 3. B. Obdach ihnen gegeben. Aber ihre Zahl war oft ſo
groß, daß ſie in den Ortſchaften keinen Plaß hatten, wie z. B. in Breslay
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