Baco von Verylam., --- Baden; Großherzogthum, 1 40)
ſißen nur zwei Theile vollſtändig. Der erſte Theil iſt betiteli: de digni-
tate et angmentis Scientiarum. Darin gibt Baco eine allgemeine Veber-
ſicht über die jchon beſtehenden und noh zu begründenden wiſſenſ Disciyplinen nebſt ver bejten Weije , wie dieſelben zu behandeln ſind. Der
zweite Theil: novum organon Scientiarum, weiſt nach, wie wenig alle
Wiſſenſchaften bis jeht die menſchliche Erkenntniß befördert haben, und gibt
die Urſachen an, zeigt auch zugleich , wie die Naturſorſ Beobachtung eine feſte Grundlage gewinne. Die Übrigen Werke Baco's
werden von dieſen beiden vollſtändig verdunkelt. Ueber die eigentliche Pä-
vagogit ließ er ſich wenig aus, doch ſind in: de dignitate et augmentis
geientiarum einige Anſichten ausgeſprohen. Er hält beim Unterrichte die
genetiſc Wege in die Wiſſenſchaft einführe , auf welchem er ſelber dazu gelangt ſei.
Auf dieſe Weiſe verpflanze man die Lehren in die Seelen der Schüler , ſo
vaß ſie in dieſen an- und fortwachjen. Von der Methode verlangt er, daß
ſie nicht für jedweden Unterricht diejeibe, ſondern dem Lehrobjecte gemäß
jei. Namentlich dünkt es ihm eine Lächerlichkeit, dem ſpätern Alter mehr
Sorgfalt zuzuwenden , als der Jugend. Cin Gärtner , jagt er , ſorge vor-
ſichtiger für eine junge, als für eine herangewachſene Pflanze , wie man
überhaupt für die Anfänge der Dinge mehr Sorge tragen müſſe. Den
größten Einfluß übte Baco aber dadurc< auf die Pädagogik , daß er die
alte Methode verwarf und eine neue andeutete, die auf der Anſchauung
beruhte. „Alles könnt darauf an, daß wir die Augen des Geiſtes nie
von den Dingen jelbſt wegwenden , und ihre Bilder ganz ſo , wie ſie ſind,
in uns aufnehmen. Gott verhüte, daß wir ein Traumbild der Phantaſie
für vas Abbild der Welt ausgeben , er möge uns vielmehr gnädig ſeinen
Segen ſchenken, um eine Enthüllung und ein wahrhaftes8 Schauen der Spu-
ren und Siegel , die er ſeinen Werken aufgedrückt hat , mederzuſchreiben.
Baco iſt deßhalb nicht ohne Einfluß auf Comneninus (ſ. d. A.) geblieben,
der deſjen instauratio magna kannte. Nod iſt von Baco zu erwähnen,
daß er zum großen Verdrujſe aller Proteſtanten die Jeſuitenſchulen
ſeiner Zeit lobt und den merkwürdigen Ausfpruch that: lerne von den
Schulen der Jeſuiten, beſjere gibt e8 wenigſtens nicht. (De augm. seient. 6,4.)

Yaden , Großherzogthum. Das gegenwärtige Großherzogthum Baden
beſteht aus ven verſchiedenartigſten Territorien, welche dur< die verſchie-
- denen Friedensſchlüſje in der Hand des Markgrafen und erſten Großherzogs
Karl Friedrich vereinigt wurden. Den Kern bilden die proteſtantiſche
Markgrafſchaft Baden - Durlach mit der Markgrafſchaft Hochberg und die
katholiſche Markgrafſc Martkgrafs Auguſt Georg am 21. October 1771 erloſchen, worauf die Ver-
einigung beider Markgrafſ thümer Mainz , Speyer, Würzburg, Straßburg, Conſtanz, Baſel, die Für-
ſtenthümer Fürſtenberg, Leiningen , Werthheim , eine große Anzahl freier
Städte und geiſtlicher Gebiete, die vorderöſterreichiſchen Lande 26. In allen
dieſen Ländern ſtand das Volksſchulweſen auf den verſchiedenſten Stufen,
do des baden-durlachſchen Schulweſens bildet eine Verordnung für die Divbceſe
Badenweiler vom 3. Mai 1754. In Baden-Baden und im Hochſtift Speyer
wirkte der Abt Felbiger von Sagan. 4770 erſchien eine allgemeine Land-
jhulordnung für die Schulen der Markgrafſc Verordnung Maria Therefiens für die deutſ -Trivialſchulen, 1775 die Schulordnung für das Fürſtenthum Würzburg,
1785 für das Hochſtift Speyer, 1790 für das Fürſtenthum Fürſtenberg.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.