173 Vegriffsunterricht. --- Begriffszergliederung.
nic von den Kräutern, unterſheiden können. Er ſage ihnen daher , daß ſie a:
dem Rande der Wälder, auf dem Waldboden Jelbſt , aun den Säumen de
Wege und Straßen, in Sümpfen , auf Wieſen und Aeckern viele Pflanze;
geſehen haben verden, die zwar nicht in allen, aber doch in gewiſſen Dinge!
einander gleichen und wegen dieſer gemeinſamen Kennzeichen oder Merkmal,
auh eine Benenmug gemein haben. Worin nun gleichen ſie ſich ? Ihr er
innert eu<, daß eine große Menge derſelben äußerſt ſ hat, j dieje Blätter an den Stengel over Halm befeſtigt? Nicht wahr, ſie
umgeben Icheidenartig den untern Theil deſjelben , an dem ſie ohne Stiel
anliegen. Nun betrachtet noch den Halm oder Stengel diejer Pflanzen.
Er iſt gewöhnlich hohl und gegliedert. Cndlich gleichen ſie ſich noch in den
Blüthen, deren Kelche oder Kronen immer nur Spelzen und dieſe faſt
ohne Ausnahme in Aehren oder Riſpen zuſammengeſtellt find. Durch dieſe
Merkmale , die ſie gemein haben, unterſcheiden ſie ſich zugleich von andern
Gewächſen oder Pflanzen, und man nennt ſie --- Gräjer. Die Zujammen-
faſſung dieſer einzelnen Merkmale, in einen Geſammtansdru> zu dem Ber
griffe Gräſer mag den Schülern als ſchriftliche Arbeit gegeben werden.
Daß Begriffsentwilungen geiſtwedend und bildend ſeien, bedarf keines be.
ſondern Nachweiſes. ,
Begriffsmterricht, 1. Unterrichtsſtufen.
Begriffsvermögen. Nachdem es der Verſtand iſt, welcher das, was ſich
in uns zur Vorſtellung geſtaltet, zur Einheit im Bewußtjein verbindet, nach-
dem folglic) durch ihn Begriffe zu Stande kommen , jo muß er auch als
das Vermögen , Begriffe zu bilden , betrachtet werden. Gäbe es ange:-|
vorenc Begriſſe, jv könnte man das Begriffsvermögen anders8wo als im
Verſtande ſuchen ; da es aber ſolche nicht gibt, der Verſtand aber ein an:
gebprenes Vermögen iſt, kraft deſſen ver Menjc< abſtrahirt , unterſcheidet,
Ungleichartiges trennt, Gleichartiges zuſammenſtellt 2c., jo kann nur er als
das Begrifſs8vermügen betrachtet werden. Als Folgerung hieraus bemerken
wir, daß man nicht von einem Verſtande der Thiere |]prechen kann , da ſie
feine Begriffe zu bilden vermögen.
Yegriffszergliederung. Mit Zergliederung iſt hier eine intellectuelle Thä-
tigkeit angedeutet, deren Weſen in der Auseinanderlegung eines Ganzen in
jeine weſentlichen Theile beſteht. Einen Begriff zergliedern heißt daher, ihn
in jeine weſentlichen Merkmale auflöſen , oder ſie zum Zwece ihrer beſſern
Erkenntniß unterſcheiden. Das Zergliedern der Begriſſe kann man daher
einen geiſtig-anatomiſchen Act nennen, der beim Unterrichte eben ſv häufig,
wie die Begriffsentwiklung in Anwendung kommt. Will man einen Begriff
zergliedern laſſen, ſo ſeßt man voraus , daß derſelbe den Kindern entweder
im Ganzen oder in einzelnen Merkmalen nicht völlig klar iſt. So mag es
jein, daß die Schüler im Allgemeinen wohl verſtehen, was die Kirche iſt,
und was jie ſic) unter dem Begriff derſelben zu denken haben ; deſſenunge:
achtet mag es ſich ergeben, daß ſie von dem einen oder andern Merkmal
Ddiejes Begrifſes nicht die rechte Vorſtellung haben; ver Begriff muß ihnen
alſo zergliedert werden. Man wird ſie daher 1) veranlaſſen , ihn in feine
ee nen Beſtandtheile aufzulöſen ; 2) wird man ſie auffordern , ſich einen
diejer Theile nam dem andern vorzuſtellen und klar zu machen. Sind auf
jolche Weiſe die einzelnen Merkmale des Begriffes Kir Den, dann jeße man ſie wieder zu dem vorherigen Ganzen zuſammen. Hat

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