2998 Beſchreiben, Beſchreibmag, --- Beſinnen, Beſonnenheit, Beſinnmungsvermögen,
ihre Größe, ihre Haltung, ihre Farbe, ihr Kopf 2c. beſonders hervor ; di
Ordung wird daher fordern, daß man bejhröibt, zu welcher Gattung dieſ
Thiere gehören und wie ſie ſind; hierauf erſt ſpricht man von deren ein:
zelnen Theilen und deren Beſchaffenheit ; endlich von der Lebensweiſe und
von dem Gebrauche, den man von ihnen niachen kann; bh) bei einer geord-
neten Beſchreibung kommt es weiter darauf an, daß man die Untergeord-
neten Merkmale nicht ausführlicher und ſorgfältiger behandle, als die üÜber-
geprdneten ; es läge 3. B. ein wahres Mißverhältniß in der Beſchreibung,
wenn man fich bei dem Schweiſ des Pferdes länger aufhielte, als bei dem
Äopfe. Rücfichtlich der Anſchaulichkeit ſage man den Schülern, daß diejelbe
bejonders. durc< eine geſchite Wahl der beſchreibenden Zeit: und Eigen-
IhaitSwörter erzielt werden könne. S. practiſches Handbuch für den
Unterricht in deutjchen Stilübungen von L. Rudolph. Berlin, bei Ni:
col i, 1860. Preis: 1 Thir. 19 Sar.
Veſepnyugsrecht, 1. Anſtellung.
Veſinnen , Beſonnenheit, Beſinuuugsvermögen. Unter Beſinneon iſt
beides verſtanden , ſowohl die Aufhellung des Bewußtſeins, als die
Sammlung der Sinne und Gedanken im Zuſtande der Furcht vder Leidey-
Ihaft , um ſeiner mächtig zu werden. Cs ergibt fich daraus von jelbſt,
was man ſich unter Beſonnenheit zu denken hahe. Sie iſt --- nach
Ma as -- der Zuſtand Desjenigen, der anf Alles, was bei ſeinen Urtheilen
und Handlungen zu beachten iſt, wirklich achtet, insheſondere ſofern dies
unter Umſtänden geſchieht, wo die Gedanken daran leicht. verdunkelt werden.
De Wette nennt die Beſounenheit jene anhaltende Nüchternheit des Geiſtes,
wodur< dieſer in ſeinen Urtheilen, Meinungen und Wünſchen in den Stand
geſebt wird, jede Betäubung, Verwirrung oder Beraujhung dur< auſwal.
lende Leidenſchaft oder allzugroße Heftigkeit der Luſt oder Unluſt von ſich ferno
zu halten. Gebt eine Handlung aus klarem Bewußtjent hervor, jo heiß!
man den, der ſie verrichtet, bejonnen, weil er dann feiner (Sinne) mäd:
tig iſt. Ob os hiezu eines bejondern Seelenvermügens bedürfe und man
von einem ſolchen ſprechen könne, mag bier füglich unerörtert bleiben; ebento
die Frage, welche geiſtigen Grundvermögen einzeln oder gemeinſchaftlich zu
dem Acto und Zuſtand der Beſonnenheit mitwirken. Nur das ſei bemerkt
-=- was Übrigens aus der bereits gegebenen Definition von felbſt erhellt ----,
daß man Beſiunnen und Criunnern nicht mit einander verwechjeln darf,
wie no< Münch gethan hat. Der Erzieher fann jehr viel dazu beitragen,
ieine Zöglinge zu bejonnenen Menſchen zu hilden, umd man erwartet mit
Grund von. ihm, daß er es auch thue. Da nun ſtarfe Gefühle, Affekte |
nd Leidenſchaften vorzüglich die Macht haben, den Verſtand zu ſtören, die |
Gedanken zu verdunkeln, das Bewußtſein unklar und undeutlich zu maden,
bejonders wenn ſie unvermuthet und plößlich aufgeregt werden, ſo iſt hier
als nächſte Erziehnngsmaßregel eine ſolche Einwirkung auf jene Gefühle 2c.
angezeigt, dur welche das Kind gewöhnt wird, auf ſeine Reden und Hand-
ſungen genau Acht zu geben, im Affecte Sinne und Gedanken zu ſammeln,
jich öfter die Folgen vorzuſtellen, welche die Unbejonnenheit nach ſich zieht -
md jich bei Ueberraſchungen die Ruhe des Gemüthes zu bewahren. Es
werde vor Übereiltem Reden gewarnt, weil es gewöhnlich zu Unbeſonnen-
beiten führt, ebenſo vor allem vorſchnellen Handeln. Oft geben die Kinder
in der Haſt eine ganz mmnloje Antwort ; man laſſe dieſe dure ſie ſelbſt
verbeſjern und mache gleich darauf auſmerkjam, wie nothwendig es jei, Herr
teiner innern Bewegungen und Lenker jeiner Handlungen zu bleiben , was
dem Haſtigen nicht gelinge, da er ſich überſtürze, dur< ſein Ungeſtüm er-
matte und ſich der Verhöhnung, wohl anch manchen Unannehmlichkeiten

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