Abſonderungen, natürliche, der Kinder, -=- Abſpannung, 23
- Abſonderung der Feuchtigkeit dur< Ausdünſtung wird am beſten durc< Nein-
- lichfeit bejördert , aljo durch Waſchen, Kämmen, durc< Baden und vporzüg-
- lich durch häufigen Wechſel des Weißzeuges und der Fußbekleidung. Dax-
' gegen iſt die ſtarke Abſonderung des Speichels um ſo mehr zu vermeiden,
““ da derſelbe zur Verdauung nothwendig iſt. Alle Reizmittel dieſer Abſon-
%
- derung müſen desShalb bei den Kindern vermieden werden, namentlich das
Rauchen, welches die Säſte der jungen Leute auftro>net und die Kraft verzehrt.
Niemeyer will daher, daß Erzieher jchon aus dem Grunde den Genuß des
- Schnupſ- und des Rauchtabakes ſich verjagen ſollen, weil die Kinder dur< das
Beiſpiel des Lehrers verleitet werden können, oder doch das Schädliche und
vielfältig Unanjtändige, was darin liegt, nicht mehr beachten, mithin ſhon
eine Schranke weniger haben, die ſie zu ihrer Zeit abhalten könnte. Wenn
in der neueſten Zeit die öffentlichen Blätter meldeten, daß ein Herxrx Demeaux
der Academie der Wiſſenſchaften zu Paris eine Denkſchrift eingereicht habe,
in welcher er nachwies, daß die männliche Bevölkerung des Lotdepartements
in Folge des Tahakrauchens bedeutend geſunder geworden ſei, weßhalb es
wohl zu empfehlen ſein möchte, daſſelbe in den Schulen und Lyceen einzu-
führen, jo verſteht es ſich von ſelbſt, daß dies ein Humbug iſt. (S. d. A.
Tabakrauchen.) | |
Abjpannung iſt ein Nachlaß der Kräfte im ganzen Körper oder eines
Theiles deſſeiben ohne weſentliche Störung der Geſundheit. Eine ſol Abſpannung kommt zeitweiſe bei allen Menſchen vor, ja es hat Phyſiologen
gegeben, welche eine regelmäßige Wiederkehr eines ſolchen er) jtandes behaupteten. Das iſt nun unſerer Anſicht nach freilich zu weit
zegangen, aber es iſt begreiflim, daß im menſchlichen Körper ebenſo wie in
der Natur die Lebenskraft bald zu ſchlummern, bald aufzuwachen beginnt,
je naQdem dieſe Kraft unmittelbar vorher mehr oder minder angeſtrengt
- worden iſt. Die Abſpannung des Geiſtes iſt ebenfalls die Folge von
ungewöhnlicher, vorhergegangener Anſtrengung oder von Einflüſſen, welche
hemmend und ſtörend auf die Verrichtungen der Geiſteskräfte einwirken.
Beide Arten von Abſpannung kommen natürlich bei Kindern häufig vor.
Tritt körperliche Abjpannung ein, jo bedarf das Kind entweder der voll-
jtändigen Ruhe oder des Wechtels ſeiner Beſchäftigung in der Art, daß an
die Stelle der Arbeit 3. B. ein Spaziergang tritt. Cin vorzügliches Mittel, die
körperliche Abſpannung zu heben, ſind die Bäder. (S. d. A.) Die geiſtige
„Abjpannung verlangt entweder Uebergang zu körperlicher Beſchäftigung oder
ebenfalls Wechſel in der geiſtigen Beſchäftigung , jo daß 3. B. auf das
Screiben , welches die Augennerven und die Bruſt anſtrengt , nicht Le en,
ſondern eine belehrende und die Aufmerktjamkeit wed&ende Erzählung, Natur-
lehre, Naturgeſchichte 2c. folgt. Vor Allem hüte man ſich , Kinder im Zu-
ſtande geiſtiger Abſpannung zur Ruhe gehen zu laſſen, weil ſie dieſelbe
nicht finden, ſondern man unterhalte ſie noc< jo lange erholend und zer-
ſtreuend , bis eine gewiſſe Sammlung des Geiſtes zurücgekehrt iſt. Am
ſiörendſten wirkt die Abſpannung beim Unterrichte in der Schule. Dieſelbe
iſt in der Regel die Folge äußerer Einflüſſe, z. B. der Hiße, der ſc Luft, der ungeeigneten Unterricht8zeit , z. B. gleich nac< dem Mittageſſen.
Oft liegt aber die Urſache im Lehrer jelbſt, in der Einförmigkeit des Vor-
trags, in der Unfruchtbarkeit, mit welcher er den Unterricht8gegenſtand be-
handelt, in ver allzugroßen Weitſchweiſigkeit , und insbeſondere darin , daß
er bei demſelben Gegenſtande zu lange verweilt und nicht den oben er-
wähnten zwe>mäßigen Wechſel in den Unterricht8gegenſtänden beobachtet.
Mehreres ſiehe unter den Artikeln : Abwechslung , Aufmertjamköit , Spans-
NUNG:

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