302 Carſtait'ſ Screibunterricht auf richtige Haltung der Feder und auf freieit Schwing |
der Hand. Da dieſer Schwung keine Langſamkeit verträgt, jo war ein |.
künſtliches Conſtruiren der Buchſtaben und ein rieſenhaftes Caliber derjel: |
ben von ſelbſt verhütet und das tactmäßige Schreiben im erſten Anfange
des Unterrichtes vorbereitet.“ (Lehrbuch der ſpeciellen Methodik 8. 8.) Das
Weſentlichſte dieſer Methode beſteht darin, daß man 1) das Alphäbet|
in vinzelne Schriftzeichen eintheilt, aus welchen die Buchſtäben zu- |
Jammengeſeßt werden, was Übrigens einſicht8volle Lehrer auch vor Caxſtairs |
gethan haben ; daß ſodann 2) die Schüler angehalten werden, die von dem
Lehrer auf einen Bogen Papier gezeichneten Schriftzüge ſo oſt und jo
jIOnell es fein kann, mit Dinte zu überziehen, um die Feinheit |
und Beweglichkeit der Hand zu befördern. Hierauf müſſen ſie 3) einzelne
Buchſtaben ohne Linien und ſenkrecht untereinandex ſchreiben,
wobei auf die genetiſ Hierdurch wird der Vortheil erzielt, daß die Hand in ihrer Lage und die
Federhaltung gleich bleibt. Wird dabei auf Genauigkeit gejehen, jo iſt nicht |
zu befürchten, daß die Schrift unförmlich und iſt ſtrenge darauf zu halten, daß die Feder nicht gedreht oder ge-
hoben und die Wörter anfangs durc ovale Haarſtriche ver: |
bunden werden, um das nachtheilige Abſehen der Feder zu verhindern ; |
auch darf die Hand nur auf den flachen Nägeln der leßten zwei Finger
ruhen, und muß ſich mit den ſchreibenden Fingern gleichmäßig, aljo nicht |
abſaßweiſe fortbewegen. 5) Während der erſten Unterricht8periode werden j
die Buchſtaben im Großen und ganz aus voller Hand (durch ver-
einigte Bewegung des Armes und Fauſtgelenkes ohne alle Bewegung der
ſchreibenden Finger, hervorgebra die Bewegung des Fauſtgelenke8 und der Finger die herrſchende ; die Feder
iſt dann jo zu ſchneiden, daß der rechte Zahn länger iſt als der linke.
Dieſe Methode wurde vielfach von Deutſchen bearbeitet, namentlich von
Clauß , Kübler , Dufft , Otto, Falkenberg „+ Radde und Nädelin. Die Ver-
beſſerungen, welche der leßtere der Carſtair&ſc geben hat, verdienen allen Beifall und haben ſo große Anerkennung ge-
funden, daß die Württembergiſche Oberſchulbehörde die im Ehbner'ſchen
Kunſtverlag zu Stuttgart erſchienene Anleitung deſſelben zur jc gründlichen Erlernung der Schönſchreibkunſt nach der amerikaniſchen Schreih-
methode als ſehr geeignet empfohlen hat, durch zwe>dmäßige Uebung der
Handbewegung und Angewöhnung än gute Haltung beim Schreiben eine
freie, leichte, fließende Handſchrift zu bilden. Deſſen Vorlegeblätter , be-
ſtehend in 164 Nummern, enthalten außer einigen Alphabeten und Säßen
in lateiniſcher Schriftform, je 48 ein-, zwei- und dreizeilige Sätze mit lehr-
reichem Inhalte für drei Altersſtufen von 8---14 Jahren, ſo daß für jede
Claſſe ein reicher Wechſel von Vorſchriften, welche alle auf die gleichen
Grundſäße gebaut ſind, gegeben iſt. Auch dieſe Schriftmuſter ſind von der-
ſelben Behörde für die Volksſhulen empfohlen worden. (S. Süstkinds Ge-
ſeze8ſammlung über die Württembergiſchen Volksſchulen 1. 21. UU. 71.
Caſſian. In einem für Volksſchullehrer vorzüglich beſtimmten Werke
wäre es Unrecht, des Heiligen nicht zu gedenken, ven die Lehrer als ihren
Patron verehren. So beſtimmt die Nachrichten über den Tod dieſes Man-
nes ſind, ſo unbeſtimmt ſind dieſelben über fein Leben. Gewöhnlich macht
man ihn zum Biſchof von Seben oder Sabiona; allein derſelbe kommt in
der Geſchichte der Cathedralkirhe von Seben nur als Patron und Mar-
tyrer, nicht aber als deren Biſchof vor. Da das Bisthum Sabiona nach
Brixen verlegt wurde, ſo wird ex auch häufig als Biſchof von Brixen äuſ-
xD -

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