Accent. -- Accidenzien, " E 29
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535 zu Rom an der Stelle der alexandriniſchen Katechetenſchule eine liche errichten, aber das Vorhaben konnie nicht ausgeführt werden , weil
Narſes mit feinen Schaaren und die Longoharden durc< Ztalien zvgen.
Papſt Gregor der Große zog mehrere gelehrte Geiſtliche in feine
Nähe, und hätte vielleicht Agapetus Plan wieder aufgenommen, allein auch
ihn hinderten die Zeitereigniſſe. Doch war Jialien beſtimmt, das Vaterland
der neueren Academien zu werden. Die älteſten ſind die zu Florenz und
Neapel, welche um 1657 geſtiftet wurden , indem die ausgezeichnetſten Ge-
lehrten zur Pflege elaſſiſcher und platomjic 1468 wurde die römiſche Academie zur Erforſchung italieniſcher Alterthü-
mer gegründet. Seither beſißen alle bedeutende Städte ſolche und ihr Zwe>
iſt die Forſ Wiſjenj ihaft8-, Bau-, Maler-, Singacademien, Academien der bildenden Künſte
a. |. w. Dieſen Academien haben wir die großen wiſſenſchaftlichen Ergeb:
miſje zu verdanken, welche die Umgeſtaltung aller Verhältniſſe in unſerem
Jahrhundert hervorgerufen haben, da ſie es möglich machten, Verſuche an:
zuſtellen, die die Kräfte einzelner Gelehrten überſchritten hätten, und grpße
Talente, welche eingeſchlummert oder verborgen geblieben wären, auf ihre
Koſten ausgebildet wurden. -
Nerent heißt wörtlich : was zum Geſange gehört (ad cantum) und iſt
das Zeichen für die richtige Beionung , alſo in der Sprache das Zeichen
jür die richtige Betonung derjenigen Silbe eines Wortes, welche den Grund-
laut deſſelben bildet, Wahrſcheinlich war die Urſprache einſilbig, wie es die
lung der Sprache und der Ver-
mehrung der Begriffe durc< Anlaut- und Auslautſilben, welche an die ein:
jachen Worte geſeßt wurden, begann die Betonung der Stammſilbe ſich
geltend zu machen. In einzelnen Sprachen gebrauchte man , als die Buch-
jtabenſchrift fich vervollkommmete , Zeichen , um dieſe Betonung anzudeuten.
Sv hat z. B. die griechiſche Sprache und nach ihr ſeit 1500 die ſranzöſiſche
Sprache Betonungszeichen , und zwar für ven hohen, den tiefen und
den gewundenen oder gedehnten Ton. In der deutſ haben wir keine derartigen Zeichen. Wir ſprechen alſo nicht von Accenten,
wohl aber von dem Accent, d. h. von der Betonung ſelbſt.
Durch den Accent wird entweder die Stammſilbe eines Wvortes betont
(grammatijcher oder Wortaccent) oder aber es wird das Wort von ven
übrigen Worten des Saßes hervorgehoben, auf welchem der Nachdruck ruht
und welches den Hauptſinn enthält (logiſcher oder Redeaccent) z. B. in
den „Worten Tells: „Aws Ungeheure haſt du mich gewöhnt; wer ſich das
Haupt des Kinds zum Ziele ſetzte, der kann auch treffen in das Herz
des Feindes.“ Der Redeaccent will alſo die Klarheit des Gedankens zu-
gleich mit der Jnnigkeit des Gefühls verbinden. Verändert ſich der Rede-
accent , jv verändert ſich der Sinn des Saßes. So ergebe der Saß : „Amw's
Ungeheure haſt du mich gewöhnt“ einen von dem erſten weſentlich ver:
ſchiedenen Sinn.
Aceidenzien ſind zufällige Cinnahmen, welche der Lehrer wegen verſchie-
dener Dienſtleiſtungen erhält, beſonders in ſeiner Eigenſ und Organiſt. Die Aceidenzien werden in die Beſoldung des Lehrers nicht
cuigerechnet ; manche CinkommenStheile aber werven nicht als Accidenz be-
„handelt, die es doch ſein ſollten. So 3. B. werden in Baden die Gebühren
ür beſtellte Seelenämter nicht in die Beſoldung eingerechnet, wohl aber vie
Gebühren für geſtiftete oder ewige Seelenämter, und zwar aus dem

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