30 Accomodation, =- Achtung,
Grunde, weil ſie regelmäßig jährlich wiederkehren, alſo eine feſte Einnahme
bkilden. E8 iſt dies aber Unrecht, denn ſie tragen ungeachtet dieſes ange-
nommenen Grundes den Charakter der Accivenzien an ſich, da ſie eben zu-
fällig zum S Was die Beibringlic es ſi< mit denſelben wie mit den Stolgebühren der Geiſtlihen. Es liegt
im Geiſte des canoniſchen Recht8, daß von den Armen Nicht38 genommen
werde. Auch ſeßen die weltlichen Geſeße feſt, vaß für dieſelben weder aus
Gemeindekoſien noch aus milden Fonds etwas bezahlt werden dürfe. Das-
gegen ſind die weltlichen Gerichte zum Schuße der Einbringung bei den
Nichtarmen verpflichtet. Die Regelung ſolcher Accidenzien unterliegt der
firhlichen Obrigkeit, wo das Herkommen nicht ausreicht; mißbräuchlich
haben in einzelnen Ländern die Verwaltungsbehörden es ſic< vorbehalten,
zu entſcheiden, ob eine Pflicht vorhanden Jei. |
Aecomodation nennt man in der Lehrkfunſt (Didaktik) das Sichanbe-
quemen des Lehrers an ven Standpunkt des Schülers. Es iſt eines der
erſten Erforderniſſe, wenn der Lehrer verſtanden werden will, daß er ſich
zu der Findlihen Anſhauungs-, Denk- und Empfindungsweiſe herabläßt
und alle Ausprüce vermeidet, welche über die Fajjungskraft der Kinder
hinausgehen. Es iſt dies die eigentliche Lehrerweisheit , welche die geiſtige
Speiſe , die ſie gibt, ſo zu bereiten verſteht, daß ſie verdaut werden kann.
Dabei verſteht fich jedoch von ſelbſt, daß der Lehrer kindlich, aber nicht
kindiſc< ſein ſoll, und daß Alles vermieden werden muß, namentlich im
Reden und in Beiſpielen, was unwürdig oder lächerlich iſt.
Aetivität de8 Lehrer3 iſt deſſen Berechtigung einerſeits, jowie deſjen
Verpflichtung anderſeits, eine beſtimmte Schulſtelle zu bekleiden, und alle
damit verbundenen Rechte und Nußungen in Anjpruch zu nehmen. So
lange der Lehrer activ iſt, iſt derſelbe für die zu verrichtenden Dienſt-
leiſtungen auch dann verantwortlich, wenn ſie durch einen Stellvertreter
geſ Betragen unter ſeiner Aufſicht ſteht. Wenn wegen Kränklichkeit oder unver-
ſhuldoter Untauglichkeit einem Lehrer ein Hilfslehrer gejeht wird, jo höri
deſſen Activität niht auf, und es kaun ihm zum Unterhalt des Hilfslehrers
nur ſoviel entzogen werden, als der Dient über ven Normalgehalt ab-
wirft. Zu Württemberg werden zur Unterhaltung ſolcher Hilfslehrer nach
folgender Geſeße3vorſchrift Beiträge geleiſtet : „Kein penſionsberechtigter
Diener iſt im Fall ſeiner Dienſtverhinderung durch Krankheit verpflichtet,
zu den Koſten einer deßhalb beſtellten Amtsverweſerei Beiträge zu leiſten,
ſo lange die Verhinderung nicht über drei Monate dauert. Von der
UVeberſchreitung dieſer Zeit an iſt er die Koſten der Stellvertretung in jo
weit zu Übernehmen ſchuldig, als ſie ven dritten Theil ſeines Dienſt-
einfommens nicht überſteigen, over nicht der Betrag des Ruhegehalts , den
er im Falle ſeiner Benſionirung zur Zeit der abgelaufenen erſten drei
Krankheitsmonate anzuſprechen hätte , dadurch angegrifſen wird.“ Art. 2.
des GeſeRes vom 7. Sept. 1849,* Regsbl. S. 532. Das badi jſ dehnt die Zeit des Beitrags auf ein halbes Jahr aus. 8. 59. des Geſetzes
vom 28. Bug. 1835. .
Achtſamkeit, |. Aufmerkſamkeit.
Achtung. =“- 1) Dem Wortſinne und der etymologiſchen Bedeutung
nah haben wir unter Achtung jene38 Gefühl und jene Handlungsweije zu
verſtehen, wodurch der Werth oder die Vollkommenheit eines Dinges be-

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.