396 Claſſen, = Communalſchulen.
Claſſen, 1. Klaſſen. &
Claſſenſyſtem, 1. Klaſſenſyſtem.
Claſſentabellen, |. Klaſſentabellen.
Communalſchnley. Daß die Schule eine Tochter der Kirche iſt, ſteller
nicht einmal Diejenigen in Abrede , welche. beide Anſtalten von einander
trennen und die Schule durch ſich ſelbſt regieren laſſen wollen. Als die
Kir * Anderes NRücſicht zu nehmen, als daß in ihrem Geiſte gewirkt werde und
e3 iſt deßhalb eine nicht zu läugnende , wohl aber Nachdenken erweende
Thatſache, daß in allen civiliſirten Ländern alle Unterrichts:
anſtalten Bekenntnißjchulen ſind, und daß das Streben nach Verdrängung
des Confeſſionellen eine traurige Erjcheinung der Neuzeit iſt, die gerade
auf dem religidjen Gebiete vielfältig wieder größere Entſchiedenheit zeigt.
Der Ruf nach Communaljhulen ertönt zwar nur in Deutſchland und der
Schweiz, es erklärt ſich aber dies natürlich aus dem Umſtande, daß in den
Ländern deutj Da kömmt es mm häufig vor, daß die Vereinigung der Confeſſionsſchulen
in Miſc Icheinbar Richtigen ſoviel für ſich haben, daß eine genaue Erörterung dieſer
einzelnen unter den vielen Schulſragen ſür uns unabweisbar wird. Unter
Confeſjionsſ einer beſtimmten Conſjejſion. errichtet ſind. Von dieſen Schulen ſind Kinder
anderer Conſfeſſionen, welche keine eigene Schule im Orte haben, nicht aus-
geſchlofien, aber an der Schule ſelbſt werden nun Lehrer der betreffenden
Confeſſion angeſtellt und das Wirken der Lehrer ſchließt ſich dem Geiſte
des Bekenntmjjes an, dem die Schule gehört. Miſ<-Sc jhulen , Communaljhulen) dagegen find Schulen , welche für alle Kinder
ohne Unterſchied der Conſeiſion errichtet jind. Bei ver Anſtellung der Lehrer
wird nicht auf das Bekenntniß derſelben Nückjicht genommen; der Religions-
unterricht iſt entweder principiell von denſelben ausgeſchloſjen, oder doch
ledigli< dem Geiſtlichen überlaſſen etwa in der Art, daß die Kinder der
verſchiedenen Bekenntniſje von den Geiſtlihen zu gleicher Zeit in der
Religion unterrichtet werden, jei es in der Kirche oder in der Schule ſelbſt,
nach welchem Unterrichte die Kinder fich wieder zu gemeinſamem Unterrichte
vereinigen. Die Mitwirkung des Lehrer38 beim Neligionsunterrichte fällt
überall weg, ja der Lehrer darf nicht einmal die religiöſe Seite einer Frage
berühren, um nicht die Kinder des einen oder des andern Bekenntniſſes zu |
verleßen. Für ſolche Mijc<ſhulen nun, wie ſie heutzutage verlangt und an
manchen Orten gejeßlich geſtattet find , wird nun geltend gemacht , daß
durch eine Vereinigung die Koſten ſich entweder bedeutend verringern, oder
daß wenigſtens durch das Zuſammenwerfen der Mittel bedeutend mehr ge-
leiſtet werden könne. Schwierigkeiten, joy behanptet man, ſtünden keines8wegs
entgegen, da es ja der Kirche unbenommen bleibe, für den religiöſen Un- |
terricht ihrer Unmündigen zu jorgen. Die zum bürgerlichen Leben nothy-
wendigen Kenntniſſe ſollen nichts mit der Religion zu ſchaffen haben, da- |
gegen würde durch den gemeinj Confeſſionen der Geiſt der Eintracht und der Liebe gepflanzt und wenigſtens
im Leben jene unſelige Scheidewand niedergeriſſen, welche im Glauben noch
die Gemüther trennt. Durch jolhe Miſchſchulen wird alſo der Toleranz |
und der Humanität weſentlich Vorſchub geleiſtet, ja ſie ſind, wie Einige pro- |
phetiſc ziehung die Bruderſtämme zu einigen, denn aus der Schule wird die Ein:

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