338 Comneniys.
6) viertens, daß may Künſte und Wiſſenſchaften nicht genügend euchyclopä-.
dijc<, ſondern bro&enweiſe behandelt ; 7) fünftens, daß man Mannigfac
verſchiedene Methoden anwendet, in jeder Schule, bei jeder Wiſſenſchaft eine
andere; 8) jechſtens, daß man die Lernenden nicht gleichzeitig zu beſchäf-
tigen und zu unterrichten weiß; 9) ſiebentes, daß man dem Lernenden zu
viele Lehrer gibt, wovon jeder den Schüler wieder anders behandelt.
10) zuleßt, daß man dem Lernenden geſtattet, in und außer der Schule
auch andeve Bücher als Lehrbücher zu behandeln, indem man glaubt, ſie
würden dadurch mehr Fortſchritte machen, während ſie fich doch damit
eigentlich zerſtreuen. 11) Alle dieſe Hinderniſſe müſſen weggeräumt werden.
Das muß dagegen angenommen werden, was geraden Weges, ohne Um-
wege, zum Ziele führt. Was durc< Weniges erreicht werden kann , muß
nict durc< Vieles erzielt werden. 12) Wir müſſen uns die Sonne zum
Vorbild nehmen. Sie erlen von den Elementen an bis zur Thierwelt. 13) Wir müſſen ihr Verfahren,
ihre Wirkungsweiſe beobachten und auf die gerügten Wirkungsweiſen der
Schulen beziehen, „um zu vergleichen: 1. Die Sonne bemüht ſich nicht mit
einzelnen Gegenſtänden, -- nicht mit dem Baume oder Thiere allein, ſon-
dern jie erleuchtet und erwärmt und läßt ausdünſten die ganze Erde.
11. Sie erleuchtet Alles mit denſelben Strahlen; mit einer und derſelben
Wolkenverdichtung und Wolkenauflöſung bewäſſert ſie Alle8; mit einem und
demſelben Winde läßt ſie Alles durchwehen ; mit einer und derſelben Wärme
und Kälte führt ſie Alles aus, u. ſ|. w. 4. Zu einer und derſelben Zeit
läßt jie überall, wo ſie Frühling, Sommer, Herbſt und Winter ſchafft, Alles
zumal ſproſſen, blühen, Frucht bringen, freilich jedes in ſeiner Natur.
IV. Sie beobachtet ſtets diejelbe Ordnung, heute und morgen und immer.
V. Sie lo>t Jedes aus ſeinem Samen hervor, nicht aus einem andern.
VI. Sie bringt Alles hervor, was zugleich ſein muß, Holz, Rinde und
Mark zugleich, Blüthen und Blätter, Früchte und Samen. VU. Und. ſie
bringt Alles in ſeiner Stufenentwiclung hervor, ſo daß Eins dem Andern
Bahn macht, Eins das Andere aufnimmt. VU. Sie bringt aber nichts -
Unnüßes hervor oder ſie verbrennt e38 und ſchafft e8 weg, wenn es entſtand.
14) Man ahmt ihr nach, wenn 1. jede Schule over Klaſſe nur Einen
Lehrer hat; 14. wenn nur Ein Schriftſteller in Einem Gegenſtande gilt:
1). wenn eine und dieſelbe Arbeit gemeinſam auf das ganze Auditorium
verwendet wird; IV. wenn alle Wiſſenſchaften und Sprachen auf vieſelbe
Weije gelehrt werden; V. wenn Alles aus dem Grund gelehrt und gelernt
wird, kurz und gut, kräftig genug, um Weiteres daran zu knüpfen; |
YI. wenn Alles unter ſich Verbundene verbunden bleibt; VI]. wenn Alles
jeinen Stuſengang hat, ſo daß das Heutige dem Geſtrigen Befeſtigung gibt |
und dem Morgenden den Weg bahnt, und VUL- wenn alles Umnüßliche |
allenthalben abgeſchieden wird. 15) Mit Einhaltung dieſer Geſeße wird !
Alles ſchneller und leichter gelehrt und gelernt werden können. Val. Jo- |
hann Amos Comnenius Lehrkunſt. Nach ihrer Gedankenfolge dar- |
geſtellt von Dr. IJ. Leutbecher. Leipzig 1854. Wilhelm Baenſch. Sämmt- .
liche Werke des Comnenius ſind 1657 zu Amſterdam in lateiniſcher Sprache |
auf Koſten des Lorenz von Geer gedruckt worden.
Coneentration des Nuterrichts. Seit einem Jahrzehend iſt über dieſen |
Gegenſtand auf Conferenzen viel verhandelt und durch die Preſſe viel ge: |
druät worden. Deßungeachtet iſt es damit noch nicht zu einem Abſchluſſe |
gefommen, und wir fragen daher: 1) was verſteht man unter Concen- |
tration des Unterrichts, und 2) wie mag ſie practiſch angewendet werden? |
Ad. 1. Der Ausdru> (Concentration) ſelbſt iſt aus dem Lateiniſchen ge: |

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