342 Conferenzen,
ſtrengen Sinne des Wortes keine Concentration der einzelnen Fächer, wohl
aber eine jolche in teleologiſchex Beziehung geben. Eine leſen8werthe Ah-
handlung über diejen Gegenſtand ſiehe im 4. Heſte des „Schleſiſchen S voten“ von 1862, Schnell, S. Grundriß der Concentration und Len-
tralijation des Unierrichts. "Langenſalza 1860. Schulbuchhandlung. 159 S,
in 8. 12 Sgr. Dazu kommen noch eine Reihe von Aufſähen in allen pä-
dagogij Couferenzen (Schnllehrer-). Unter den Schullehrer-Conferenzen, welche
in den meijten deutſchen Staaten geſeblich eingeführt ſind, verſteht man die
von Amtswegen angeordnete , regelmäßig wiederkehrende Zuſammenkunſt
jämmtlicher Schullehrer eines Bezirkes unter der Leitung eines von der
Dberjchulbehörde aufgeſtellten Vorſtandes (Conferenz-Directors8) zum Zwe
der Fortbildung für ihren Beruf. Man kann zwar -- der Ableitung des
Wortes na beitragen) jede auch nichtamtliche Zuſammenkunft von Lehrern zum Behufe
von anregenden und belehrenden Beſprechungen über Gegenſtände des be-
rufſlichen Wiſſens und Wirkens eine Lehrerconferenz nennen; allein nach
dem nunmehr gebräuchlichen Sinne verſteht man darunter jene amtlichen
Zuſammenkünfte. Bleiben wir bei dem amtlichen Character derſelben
ſtehen, jo fann nicht geläugnet werden, daß ſich gegen denſelben als ſolchen
anjehnliche pädagogiſche Stimmen erhoben haben. Dahin ſpricht ſich Gräfe
in den Worten aus: „Vor Allem fordern wir, vaß die Theilnahme aun ver
Conferenz weder direct noh indirect von oben her befohlen werde, daß
aljo auch bei Zutheilung von Gratificationen oder bei Beförderungen nicht
die Theilnahme an der Conferenz und die rege Thätigkeit in derſelben mit
in die Wagjchale falle, ſondern nur das durch) die Amtsthätigkeit erworbene
Verdienſt. Die nur aus Rädſicht auf die Vorſchriften und Wünſche der
Schulbehörden entſpringende Theilnahme iſt der Tod jeder Conſferenz,
Leben kann nur hineinkommen, wenn Jeder durch innere Neigung getrieben
ihr freiwillig Theilnahme widmet. Darauf, ob die Conferenz viele oder
nur wenige Mitglieder zählt, kommt Nichts au. Aber auch zahlreiche Theil-
nahme wird zuleßt nicht fehlen, wenn auch zuerſt nur Wenige im rechten
Geiſte zujammentraten.“ Die deutſche Volksichnle. I. S. 765. Wir erken-
nen es als eine gute Meinung, als eine ideale Anſchauung von der Sache
an, wenn Gräfe die Berhältnijſe und Menſchen ninnnt, wie ſie ſein ſollen:
aber jedex Menjhenkenner wird zugeben, daß man mit dieſer Anſchauung
nicht weit komme, wohl aber mit der andern, welche die Menſchen nimmt,
wie fie ſind. Man wird nicht irren, wenn man annimmt, daß ces ven
freien Conferenzen ginge wie den Schulen, wenn der Zwang zum Beſuche
derjelben auſgehoben würde. Der amtliche Charakter an ſich kann für vie
Conferenzen nicht lebensgefährlich ſein, jonjt müßte alles Gras verderben,
über welchem der Wind dieſes Charakters weht; was für die amtlichen
Conſerenzen todtbringend wirkt, iſt die bureankratiſche, geiſtloſe und pedan:
tij werden kann, wenn die Conferenzen geſeßlich vorgeſchrieben und geordnet
jind. =- Ueber den Nußen und Werth der Conferenzen beſtehen unter -
den Pädagogen keine weſentlich von einander abweichenden Anſichten. Sie
jtimmen Alle darin überein, daß ſie in den Conferenzen eine zwe>mäßige |
Anſtalt zur Fortbildung für die bereits im Amt ſtehenden Lehrer erſehen, |
„die mit Recht allgemein empfohlen wird, und überall da zur Anwendung |
gekommen iſt, wo die Lehrer und deren Vorgeſeßte ihre Aufgabe richtig be- |
griſſen haben; vor Allem helfen ſie weſentli) dazu, die Verbindung der |
Schule mit ihxen Vorgeſekhten und demnach auch mit der Kirche zu einer |
70%. 000026 Ife umme <
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