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D, = Dänemark, 3090
Admont in Salzburg. 1835-1847 unterrichtete Stadtpfarrer Halden-
wang zu Wildberg auf dem württembergiſchen Schwarzwalde ſchwach-
finnige Kinder. 1841 gründetete A, Guggenbühl eine Anſtalt auf dem
Abenvberge bei Interlaken, in welcher Cretinen nicht blos unterrichtet, ſou-
dern aud) geheilt werden ſollten. Aber das ganze Unternehmen jiellte ſich
als einen großartigen Betrug heraus, was ſchon vor zwölf Jahren behauptet
wurde. Weitere Anſtalten ſind die von Dr. Franz Kern in Goli bei
Leipzig (1842 in Eiſenach begonnen, 1847 uac< Goli übergeſiedelt), vou
Sayert (1844) in Berlin, von Dr. Röſch in Mariaberg (1844), von
Dr. Erlenmeyer zu Bendvrf (1848), von Müller zu Winterbach
in Remsthal, von Probſt (kath. Prieſter) und Dr. Medicus zu Eksberg in
Mühldorf (Bayern 1852; Probſt gab dazu feine eigene Benefiziateniwoh-
zung her), von Georgens zu Baden bei Wien. Sachſen hat eine
Staatsanſtalt zu Hubert3hurg, Württemberg unterſtüßt die Anſtal-
ten in Mariaberg und in Winterbach.

D
D, der vierte Buchſtabe des veutjhen Alphabets, ein Mitlauter, zu den
weichen Schlaglauten und Zungenlauten gehörend. Ex lautet weich, im Ge-
genſaße zu dem harten 1, mit AuSnahme jedoch , wenn ex am Ende eines
Wortes ſteht, wo er ebenfalls hart lantet. Verwandt iſt er außerdem mil
b, 3, tb, 8, mit welchen Lauten er beſonders im Griechiſchen vielfältig ver-
wechſelt wurde. Im Norddeutſchen und Schwediſchen ſinden wir es oſt
verdoppelt, ſynſt nur in Widder und in einzelnen ProvinzialiSmen , 3. B.
Kladde. Für die Rechtſchreibung haben wir uns zu merken, daß d auch
vor t überall beibehalten wird, wo es durch Zuſammenziehen aus det ent-
ſtanden iſt, mithin zum Stamme gehört, 3. B. ſandte, gewandt, beredt (da-
gegen Beredſamkeit). Auch ſchreibt man Stadt (für Stat zur Unterſchei-
dung von Staat, Statt, ſtatt) und todt (für tot), daher tödten , tödtlich,
Todtſchlag, aber Tod, todkrank, todmüde. In allen übrigen Fällen entſagt
man der Einſchiebung eines d vor t und j Schmied. Dagegen j| (Nach der amtlich feſtgeſeßten Nechtſ anſtalten.) Die urſprüngliche Geſtalt des D war ein Quadrat, eine Thüre
(Daleth) darſtellend.
Dänemark. Die Nachrichten über das Schulweſen in Dänemark, inſo-
weit ſie die neueſte Zeit angehen, ſind höchſt mangelhaft, da die Schulblätter
ſich mit allen andern Ländern eingehender beſchäftigen, was ein Beweis iſt,
daß jedenfalls feine namhaften Veränderungen vorgefommen ſind. Wir
hemerfen zum vorans, daß der größte Theil nachſtehender Notizen der Real-
meyclopädie von Hergang und der Geſchichte des ErziehungsSweſens von
Wohlfahrt entnommen ſind. Die erſte Spur des Volksſchulweſens geht
jedenfalls über die Reformation hinauf. Denn eine Verordnung Chri-
jan III. (1534), welche Schreibjhulen für Mädchen anordnet, jpricht ſchon
von beſtehenden Kinderſhulen. Die ECinprägung der nenen Glaubenslehre
wurde den Küſtern ebenfalls in dieſer Verordnung geboten, au) ſolle Keiner
ein Küſteramt erhalten, der nicht fähig dazu fei ; allein dreißig Jahre nach dieſer
Verordnung wurde geklagt, daß viele Küſter micht unr nicht lateiniſch, ſon-
dern nicht einmal dänijch leſen und ſchreiben konnten. Der Zuſtand der
Bildung vor der Reſormation ſtand unbeſtritten höher, als hundert Jahre
nach derjelben. Erſt 1647 finden wir den Anfang einex Schulordnung, da
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