Dänemark. ==“ Dankbarkeit, 357
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beſizen. Da dieje Gutsbeſißer zugleich ſchulhausbaupflichtig ſind und für
den Unterhalt jorgen müſſen, ſv ergibt ſich hieraus ihre Befugniß. -““ Die
Kinder jind vom ſiebenten his vierzehnten Jahre jhulpflichtig. Die Unter-
richtSzeit beträgt im Winter ſechs, im Sommer ſieben Stunden, wovon das
Kind jedoch in den Ortſchaften, wo nur Ein Lehrer iſt, uur die Hälfte,
entweder Vormittags oder Nachmittags, beſucht. Die Entlaſſung beziehungs-
weije Conſirmation erfolgt nach einer öffentlihen Prüfung. Der Zuſtand der
däniſchen Schulen wird ſehr gelobt, wie die Schulen in allen proteſtanti-
ſchen Ländern ; allein bei Dänemark iſt dieſes Lob mit großer Behutſamkeit
aufzunehmen, da die Sprachenverhältniſſe fehr ungünſtig ſind, und nicht
nur ſtrichweiſe in ven Ortſchaften bald dänijc< , bald deutſch , bald platit-
veutſch, bald friefiſch geſprochen wird, ſondern oſt in Einem Orte ein Spra-
lehrerjeminariſten, ſowie der Umſtand, daß dex wechſelſeitige Unterricht
(]. d. A.) da iſt, die verbeſſerte Bell - Lancaſter'ſ man gegenſeitige zu nennen beliebt) in den meiſten Schulen eingeführt
iſt (1830 bereits in 2673), ferner, daß Dänemark keine Pädagogen vom
Fache beſißt , ſondern daß in der ncueſten Zeit zwei Offiziere, die
Oberſtlientenants v. Abrahamſohn und v. Krohn ſich am meiſten um das
Volksöſchulweſen angenommen haben, laſſen gerechte Bedenken aufkommen.
-- Die deonomijhe Stellung der Landſchullehrer iſt eine ſehr anſtändige,
da jie außer Wohnung und Pflanzland , in Geld und Getraide zuſammen
im Werthe von 460-- 570 Thaler beſtehen. Dagegen wird auffallender
Weije darüber geklagt, daß die Schulen in Kopenhagen, welche unter der
königlichen Kanzlei ſtehen, und ihre Lehrer weniger leiſten als die Land-
jhulen , die unter dem Biſchofe ſtehen (Hergang), und daß dies auch in
den Städten der Fall ſei, in welchen die Schulen unter dem Magiſtrate
ſtehen. (Meyer's Converſationslexikon.) Ja auch die materielle Lage
der Volksſchullehrer in Kopenhagen wird als eine gedrüctere geſchilvert,
indem der Sold ſich nach der Anzahl der Unterrichtsſtunden richte, und ein
Lehrer mit täglich zehn Unterrichtsſtunden ſich nicht höher als ein Land-
jhullehrer ſtelle, Überdies feine Ausſicht auf Penſion habe, während die
Landſchullehrer für alter8ſchwache Lehrer und für Lehrerwittwen eine Hilfs-
kaſſe haben. Es wäre dies ein Beweis , daß die Geiſtlihen das Intereſſe
der Schylen und der Lehrer ſorgfältiger wahren, als die weltlichen
Beamten. Man jpricht zwar viel von den Verbeſſerungen im Schulweſen,
welche in Dänemark ſollen vorgenommen worden ſein, aber in Anbetracht,
daß Niemand eine ſpecielle anzugeben weiß, und daß die Verwaltung Däne-
marks nicht gerühmt wird , insbeſondere auch die finanzielle Lage bedenkt:
lic) und die Finanzverwaltung ſchlecht iſt (Staatslexikon von Rotte> und
Welker), ſo dürfte auch die ganze Lage des Schulweſens eine höchſt un-
genügende jein, hat man cs doch nicht einmal vazu gebracht, daß öffent-
liche Lehrer einen ſichern Anſpruch auf Penſion haben. Daß etwas Durch-
greifendes und Nachhaltiges in einem Lande auch nicht zu Stande kommen
kann, welches feit 1848 nicht weniger als fünfundvierzig Miniſter gehabt
hat, verſteht ſich von ſelbſt. Auch legen die Dänen in Scle8wig - Holſtein
wenig Beweiſe von Bildung und Civiliſation ab. |
- Dankbarkeit. Dankbarkeit und Erkennutlichkeit ſind nicht durchaus iden-
tiſc Wohlthat und das diefem Andenken entſprechende Gefühl der Liebe gegen
den Wohlthäter bezeichnet, fügt die Erkenntlichkeit zu dieſer inneren Empfin-
dung deren äußere Darſtellung durch eine angemeſſene Erwiderung der ex:
jaltenen Wohlthat hinzu, -- Obwohl die Dankbarkeit eine der wichtigſten

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