34 AFexrbauſ gejürchtet zu werden, kann den Lehrer nicht freuen; nur das gann ihn an?
prechen, beſriedigen und erheben, wenn ſie ihn achten.
Achtung ſeiner ſelbſt. (S. Achtung.)
Achtung des Lehrers von Seite des Kindes. (S. Achtung.)
Achtung, wechſelſeitige, ves Geiſtlichen und des Lehrers. (S. Achtung.)
Arferbauſchulen. Eine weitere Bildungsanſtalt (neben der Sonntags-
jichule) für das jonntagsſchulpflichtige Alter ſind die in neuerer Zeit immer
zahlreicher werdenden Aerbauſchulen, welche den Zwe> haben, tüchtige
Bauern und Gutsverwalter heranzubilden. Sie ſind vorzugsweiſe Sraftiſchen
Vebungen gewidmet, weßhalb von den Zöglingen verlangt wird , daß ſie ein
gewijjes Alter erreicht haben und vollkommen geſund , auch körperlich ſo
erſtarkt jein müſſen , daß ſie die verſchiedenen Handarbeiten, welche ihnen
zugemuthet werden, mit Ausdauer verrichten können. Nicht minder wird bei
der Aufnahme in die Aderbauſchule von ihnen gefordert, daß ſie in den
Feldarbeiten und ſonſtigen Handgriffen den für den landüblichen Betrieb
nöthigen Grad der Fertigkeit ſhon beſißen, Leſen, Schreiben und Rechnen
verſtehen und die nöthige Fähigkeit haben , einen einfachen und verſtändlichen
Lehrvortrag Über Landwirthſchaft aufzufaſſen. Da an dieſen Schulen auch
der Volksſchullehrer zu wirken, jedenfalls auch ſie vorzubereiten hat, ſo ſind
jie zunächſt ſür ihn von Bedeutung. Häufig treibt er ſelbſt Landwirthſchaft,
hat über Obſtbaumzucht und Bienenzucht Unterricht zu ertheilen , lebt häufig
in Mitte der acerbautreibenden Bevölkerung und foll daher, j Belehrung willen, mit dem Werthe und Nußen ver Aerbauſ jein, in welche die Zöglinge aus ſeiner Hand wandern. Sind dieſe Schulen
wirklich zum Segen des Acerbauers , ſv darf das religiöſe Leben in ihnen
nicht, vernachläßigt werden ; denn kein Menſch. iſt unerträglicher als der
ſtudirte oder halbſtudirte Bauer, wenn ſein Kopf voll Dünkel, ſein Herz voll
Zrreligioſität iſt. In weiſe eingerichteten A>erbauſchulen wird daher auf die
Pflege der religiöſen Erkenntniß und des religiöſen Lebens Rüſicht genom-
men werden müjjen. Geſchieht dies, dann werden ſie ſegensrei die aus ihnen heimkehrenden Jünglinge haben dann das Wichtigſte und
Schönſte nicht eingebüßt, ſondern in jeder Hinſicht gewonnen und werden
als Aderbauer und Chriſten nüßlich werden.
Adelung, Ioh. Chriſtoph, wurde 1732 in dem Dorfe Spartekow bei An-
lam in der preußiſchen Provinz Pommern , Regierungsbezirk Stettin, ge-
boren. Seinen erſten Unterricht erhielt er in Anklam und in Kloſterbergen
bei Magdeburg ; alsdann ſtudirte er in Halle Theologie und war 1759 Pro-
feſſor am evangeliſchen Gymnaſium in Erfurt. Allein dieſe Stellung konnte
ihm nicht behagen, da ſie ihm nur 75 Thaler eintrug; er verließ dieſelbe
und begab ſich nach Leipzig, wo er ſich im Anfange kümmerlich mit Cor-
recturen durchſchlagen mußte. Auch verfaßte er politiſche Schriften, gab eine
Wochenj Er ging nun nach Gotha und 1763 nach Leipzig, wo er ſeine. Thätigkeit als
een jortjeßte. Daneben widmete er ſeine ganze übrige Zeit den
dorjhungen in der deutjc deutſche Sprache hereinbrechen wollte, die Beeinträchtigung einerſeits durch
die vielen Fremdwörter, anderſeits die Unwiſſenheit in der ſprachlichen Be-
handlung. Man hatte freilich Gloſſarien, aber wie tief dieſe in das Weſen
eingingen, erhellt aus einem einzigen Beiſpiele. So leiteten 3. B. manche
Sprachlehrer, wie es der Sachſenjpiegel that, „Ahne“ noch immer von anus
(Hintern) ab. Adelung unternahm nun, was Gottſched anfangen wollte,

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