' Denkverſe.: --- Denzel, 377
Wie: ganz, gerade, leije,
Demüthig, eben, weit und breit,
Und dann wir es auch können
Nen Beſchaffenheit8wort nennen.
Dagegen iſt ſchon zum Anhören ſc Beugung der perſönlichen Fürwörter, der da lautet: |
Um ſich dex Perſonenwörter recht gewiß zu ſein,
Präg' man ſich den zweiten, dritten, vierten Fall recht ein.
Als : aus „ich“ wird in dem zweiten Falle unjer, meiner,
Und aus „du,“ „ſie,“ „es“ wird deiner, euer, ihrer, einer;
In dem dritten Falle dienen
Stets nur: mir, dir, ihm, ihr, ihnen;
Und im vierten : mich, dich, ihn, ſie, es,
- Aber --- daß män es ja nicht vergeß --
Uns und: „euch, ſim“ ſtehen überall,
Bald im dritten, bald im vierten Fall.
L8. Kellner, der die zwei leßten Proben im pädagogiſchen Jahres-
bericht von 1861, S. 111. mittheilt, macht noch auf einen gewiſſen Flothow
aufmerkſam, der ſechs Jahre vorher ein ähnliches Werklein edirte, und z. B.
ſeinen Pegaſus wiehern läßt:
Lante, die nicht Stimmulaute heißen,
Nennt man Mitlauie in Preußen.
Wanzenried (praktiſche deutſ berger) hat einzelne zweizeilige von Wander auſgenommen, die aber ent-
jc ſolche Denkverſe die dentſche Sprache nicht gewonnen hat.
Denzel , Gottlieb Bernard, der Sohn eines Kaufmannes, wurde am
99, Dezember 1773 zu Stuttgart geboren. Er beſuchte die Gymnaſien zn
Denkendorf und Maulbronn, widmete ſich der Theologie zu Tübingen, war
anderthalb Jahre der Hauslehrer eines Kaufmannes in Frankfurt a. M. und
Hilfsgeiſtlicher in mehreren Pfarreien der Schweiz und Württembergs, bis ex
1806 Pfarrer in Pleidel8heim (Württemberg) wurde, wo er bejonders in
'der Schule wirken wollte, ohne jedoch viel auszurichten , da weder- der alte
Lehrer noF die Gemeinde für ſeine Verbeſſerungsvorſchläge eingenommen
waren. Doch ſein Streben wurde von den Behörden erkannt und er, um
ihm einen Wirkungskreis anzuweiſen, 1811 als dritter Diaconus und Filial-
prediger nach Eßlingen gerufen und ihm zugleich das Jnjpectorat über das
neuerrichtete Schullehrerſeminar übertragen. Seine Einleitung in die Er-
ziehung8- und Unterrichtslehre für Volks] keit des geh. Kirchenrath8 Schwarz in Heidelberg auf ihn, der ihn der
Naſſauiſchen Regierung empfahl. Von diejer erhielt er 1817 den ehrenvollen
Ruf, das Volksſchulwejen in Naſſan zu reorgamiſiren. Er erhielt den nothwen-
digen Urlaub und hielt unter Andern einer Anzahl von Lehrern einen Lehrcurs
in Idſtein, was Veranlaſſung zur Herausgabe der „Volksſchule“ war. Die naſ-
ſauiſche Regierung ehrte ihn durch eine Verdienſtmedaille und den Titel
„Oberſchulrath.“ Nach Hauſe zurückgekehrt blieb er erſter Lehrer und JIn-
jpector am Schullehrerſeminar, erhielt 1822 den Amtsc und 1832 als Prälat mit Hinzufügung des Prälaturkreuzes. Ex ſtarb am
13. Anguſt 1838. Denzel hat um die Erziehungswiſſenſ Verdienſt , denn ex war der erſte, der alle Lehrfächer der Volk8ichule in
beſtimmten Abtheilungen und Curſfen nebeneinander bearbeitete. Er ordnete
inöbeſondere den Gang de3 Anſchauungsunterrichtes nac ſhaunngs8unterricht) und legte dem formal-materialen Unterricht einen

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