Deutſche Sprache in der Volksſchule. -- Dewora, Victor Joſeph. = Dialerkte- 387
Schulcolleginms8 ver Provinz Brandenburg von Fr. 23%, Magdeburg 1846.
Rubach. 7?*/, Sgr. -- Ueber den Unterricht in der Mutterſprache. Eine
Berathung venjenigen Lehrern der deutſchen Volks8ſchule , welche durch die
+ neuere Gedankenbewegung über den genannten Gegenſtand in Verlegenheit
gerathen ſind, gewidmet von A, Ferd. Crüger, Seminardirector 2c. Frank-
furt a. d. O. 1826. Hoffmann. Preis 14 Sgr. -- Der Unterricht in der
veutſ Freiburg im Brei8gau 1854. Herder. Preis 6 Sgr. -- Der deutſche Sprach-
unterricht in der Volksſchule mit Anſchluß an die Regulative. Ein Con-
ferenzvortrag, gehalten von H. Berneaud, Nector in Stettin. Stettin 1857.
R. Großmann. Preis 2'/, Sgr. -- Theoretiſch - praktiſche Anweiſung zur
Behandlung deutſcher Leſeſtüke von C. Kehr, Gotha 1859. Thienemann.
Preis 24 Sgr.
Dewora , Vietor Joſeph, wurde 1774 zu Hadamar in Naſſau geboren,
ſtudirte und erhielt die Prieſterweihe in Fulda, wurde öſtreichiſcher Divi-
jions8prediger , Pfarrgehilfe zu Perl und ſodann 1809 Pfarrer bei St.
Mathias zu Trier. Das Kurfürſtenthum Trier war 1794 mit Frankreich
al8 Saar-, Rhein- und Moteldepartement vereinigt, die Kir Schulftiftungen eingezogen und die Schulen franzöſiſch organiſirt worden.
Alles lag in der gräulihſten Verwirrung. An Lehrer, welche ſfelbſteinge-
ſchult waren, war nicht zu denken. Da verjuchte Dewora einen kümmer-
lichen Anfang. Er ließ überall auf dem Lande junge Leute aufſuchen und
unterrichtete ſie neben feinen vielen Pfarrgeſchäften einen Monat lang in
den nothdürftigſten Kenntniſſen der deutjchen Sprache, des bibliſchen Unter-
richt8 und KatechiSmus nebſt einem biShen Landwirthſchaft. Ein paax
Lehrer gaben zugleich Unterricht in der franzöſiſ lim dieſer Unterricht war, jo brachte derfelbe doch die Erkenntniß der mangel-
haften Bildung hervor und da dieſe Bemühungen ihre Früchte trugen, un-
ferſtüßte 1812 der Staat die Anſtalt. Dann kamen die Befreinngskriege,
welche wieder Alles unterbrachen. 1814 kam CIrier an Preußen und De-
wora begann feinen Unterricht wieder. 1816 wurde jeine Anſtalt zum
königlichen Schullehrerfeminar erhoben und er Seminardirector. 1819 ex-
hielt derſelbe an Profeſſor Muhl einen Gehilfen. Jm Jahre 1824 wurde
Dewora Kanonikus und Domprediger. Nach einem raſtlos thätigen Leben
ſtarb er am 3. März 1837. Dewora war ein kindlich liebevoller Mann,
ein frommer Brieſter, ein patriotiſcher, unermüdlicer Schulmann, ein frucht-
barer Schriftſteller auf vem ganzen Gebiete der Paſtoral und der Didaktik,
Sein Evangelienbuch, ſein Gebetbuch, jeine Predigten, ſeine Leben3beſchrei-
hungen ſprachen da3 Herz des Volkes aun. In ſchlichten Worten gab er
Anweiſungen zum Unterricht in dem Feld-, Wieſen- und Gemüſebau , wie
in der Obſtbaumzucht. Um die j Ueder für die Jugend nac< bekannten Melodien heraus. Ev ſtellte zehn
Tafeln zum Leſenlernen zujanmen und eine Sammlung der meiſten ähn-
lich lautenden Wörter zun Behufe der Rechtſchreibung. Ebenſo lieferte er
niehrere gute Elementarbücher. Sein Name blieb allen denen, die ihn kann-
ten, ein gejegneter.
Dialekte ſind die „natürlichen, nach den Geſeken der ſprachgeſchichtlichen
Veränderungen gewordenen Formen der deutichen Sprache im Gegenſaß zu
der auf dem Papier entſtandenen, mehr oder minder gemachten und ſchul-
nteiſterlich geregelten und zugeſtußten Schriftſprache.“ (A. Schleicher, die
deutſche Sprache. Stuttgart 1860. Cotta. S. 107 und 110.) Die Dialekte
tehen alſo als Volksſprache der nach beſtimmten Geſehen geordneten Shhrift-
jprache gegenüber. * Das ſogenannte „Hochdeutſche“ iſt kein Dialekt; es iſt
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