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Dialog, == Diätetik, 389
[098 heißt man auch ven dramatiſchen, worin beſonders Shafkes8peare excel-
lixte. Zur proſaijchen Geſprächsform (Dialog) rechnet man zunächſt jene,
deren Gegenjtand irgend eime Konituiß oder wiſſenſchaftlihe Erörterung
iſt, und der vou Sokrates beſonders angewendet, ver ſokratiſche genannt
wird , mit welchem wir es hier vorzugsweiſe zu thun haben. Da es, wie.
Curtmanw jagt, eigentlich nur die Frage iſt, welche der Lehrer als
4 Unterrichtsmittel in jeiner Gewalt hat, die Antwort aber deren nothwendige
k Ergänzung bildet, und Frage ohne Antwort etwas ganz Zwedloſes iſt, jo
nimmt der Dialog im Unterricht und bei der Erziehung eine ſehr hervor-
ragende Stelle ein. Das Wejen des ſokratiſchen Dialogs beſteht darin, be-
ſimmte Vorſtellungen und Anſichten durc | rufen und zur vollen Klarheit ſelbſtſtändig zu entwickeln. ES iſt dies eigent-
| lich der unterrichtliche Dialog, und wird beſonders bei dem Religions-
j unterrichte angewendet, kann aber bei keinem andern Unterrichts8gegenſtande
j entbehrt werden, Er iſt gleichſam das Kleid für jede Lehrform, weßhalb
j ihm jelbſt nicht der Charakter einer Lehrform zukommen kann. Die vielen
j Schulbücher, welche ſich in die dialogiſche Form gehüllt haben, ſind ein Be-
weis davon , welcher pädagogiſche und didaktiſche Werth dem Dialoge in-
j wohnen müſſe. Vorzüglich kann er in der Abſicht angewendet werden, um
1 das Denken und die Selbſtthätigkeit der Schüler anzuregen, und ein Lehrer,
j der ihn tüchtig zu handhaben weiß, wird damit ein ſchönes Unterrichtsziel
ij erreichen. Wir werden bei der Behandlung der verſchiedenen Lehrformen,
j ſowie der Darſtellung der Katechiſirkunſt auf ven Dialog zurükkommen müſſen,
daher e38 hier an deſſen allgemeiner Charakteriſirung genügen mag.
Dialogiſche Lehrform, ſ. Lehrform.
Diätetik. Es iſt hier natürlich nur von der pädagogiſchen Diätetik die
Rede, welche auch Heilpädagogik genannt wird und die Regeln angibt,
die in der Erziehung befolgt werden müſſen, damit der Zögling phyſiſch,
geiſtig und moraliſch in einem geſunden Zuſtande erhalten werde. Ihr Zwe
iſt die regelmäßige Entwicklung und Erhaltung oder Wiederherſtellung der
wryerlihen und geiſtigen Geſundheit , und zur Erreichung dieſes Zweckes
haben nicht bloß Lehrer und Erzieher, ſondern zuerſt und vornämlich die
Eltern mitzuwirken, da das Werk der Diätetik gewiſſermaßen ſhon vor der
Geburt eine3 Kindes jeinen Anfang nimmt. Jm graueſten Alterthum hat
man diejen Zweig der Erziehungslehre, wenigſtens was den Leib betrifft
(j]. d. A. Gymnaſtik), forgfältig behandelt und ſchon Solon und Ariſtoteles
zaben dahin bezügliche Vorſchriften. In der neueren Zeit haben die her-
vorragendjten Pädagogen auf den Werth und die Wichtigkeit der pädagogi:
ſhen Diätetik aufmertjam gemacht, jedoch nicht mit dem gewünſchten Er-
jolge , was daraus hervorgeht, daß immer. noch verſchiedene geiſtige und
körperliche Gebrechen vorkommen, welche dur eine wohlgewählte diätetiſche
Einwirkung hätten verhütet werden können , ja, daß dieſe Gebrechen eher
im Zu- als Abnehmen begriffen ſind, wogegen die Sorgfalt, die man den
Hausthieren widmet, viel größer erſcheint. Erſt ſeit ganz kurzer Zeit wird
die Frage der Heilpädagogik mit mehr Nachvru> und Erfolg behandelt, und
die Ueberzeugung bricht ſich Bahn , daß ein namhafter Theil der geiſtigen
Gebrechen in körperlichen Zuſtänden ſeine Urſache habe, und folglich die
förperlice Geſundheit wegen der Wechſelwirkung von Geiſt und Leib auf
die intellectuelle und moralijc Einfluſſe ſei. Man hat daher die Turnübungen wieder in Aufnahme ge-
dracht, um wenigjiens nach Einer Seite hin heilpädagogiſch zu wirken. Außer-
dem ziehen die Beſtrebungen Dr. Georgens und Heinrich Deinhardts

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