410 Durchſehen, -- Düſter und verſchloſſen.
Ihauung gewinnt. Es wird ihm zugleich einleuchtend, daß das Wort Herbſt.
zeitloſe im Saße das Hauptwort iſt, dem der Begriff Giftpflanze beigeleg;
wird, durch welchen nur eine der Beſtimmtheiten angegeben iſt, aus welchen
der Begriff Herbſtzeitloſe beſteht. Auf ſolche Weije wird ver Schüler
ſprachlich durc und Wirken des Menſchen einen andanernden Einfluß übt.
Durchſeßen. Der Zögling ſoll ven Willen des Erziehers und Lehrers
als jein Gejeß achten lernen, dem er den eigenen Willen zu unterwerfen
hat. Der Gedanke, daß ex dieſem Geſeße mit Erfolg widerſtreben könne,
darf] im ihm nicht Plaß greifen, weil es ſonſt um Gehorſam und Achtung
gegen den Lehrer geſchehen iſt. Wo der Verſuch zu jolchem Widerſtreben
gewagt wird , da -muß es mit dem pädagogiſchen Takte und der Conjequenz
des Lehrers nicht gut ſtehen; denn läßt er ſich in der Handhabung der
Ordnung und Disciplin keine Schwäche zu Schulden kommen , erfüllt ex
mit Genauigkeit die Pflichten feines Berufes, hütet er ſich vor jeder Ueber:
eilung und Varteilichleit,- begeht er ſelbſt nichts Geſekwidriges und ſteht er
bei den Kindern im nöthigen Anſehen-, jo wird es dieſen nicht einfallen,
gegen jeinen Willen anzuſtreben. Und fiele es auch ſolchen Kindern ein,
welche von Hauſe aus daran gewöhnt ſind , daß ihrem Willen der Wille
der Eltern weichen muß, --- gegen die ihnen bekannte Feſtigkeit und ſtrenge
Ordmungsliebe des Lehrers werden ſie nichts unternehmen. Die Herrſch-
jucht macht ſich nicht der Stärke , ſondern nur der Schwäche gegenüber
geliend. Seßt man aber den Fall, ein gewaltthätiges, troßiges Kind habe
fich vorgenommen , die vorgeſchriebene Hausaufgabe nicht zu machen, ſo
wird der Lehrer wohl wiſſen, wie er dieſen Fall. zu behandeln hat. Es
wäre ſeinerſeits gefehlt, wenn ihm nur daran läge, daß ſein Wille durch-
gehe und ſofort die Wivderſeßlichkeit ves Kindes geſtraft werde; er muß er-
forſchen, wie daſſelbe zu dem Bewußtſein habe kommen können, den eigenen
Willen gegen den ſeinigen durc Grund davon in den eben genannten Charatterfehlern liegt. Das Kind
wird zwar nicht ſagen: ich bin troßig und gewaltthätig; e8 wird auf die
Frage ves Lehrer3 nichts antworten ; er aber wird dieſen Grund vor den
Augen des Kindes aufde>en und auf die bittern Folgen hinweiſen, die aus
jolchen Fehlern hervorgehen. Er wird ihm ſofort beweiſen, wie nothwendig
die Durchſezung ſeines Willens ſei, die er nun auch fordere. -- Soll der
Lehrer in allen Fällen und durchaus daran feſthalten, daß die Schüler gegen
ſeinen Willen nie etwas durchſeßen ? Handelt es ſich um etwas Weſent-
liches, jo muß die Frage bejaht, handelt es ſich um aine Kleinigkeit, jo kann
ſie verneint werden. Doh muß ver Zögling auch in vem Falle, daß ihm
der Lehrer eine Kleinigkeit nachſieht, inne werden, daß er es nicht ſeiner
Willenskraft , ſondern lediglich der Güte des leßtern zu verdanken habe.
In neuerer Zeit mehr als früher kommt es vor, daß Schüler oft von den
nächſten Anverwandten -=- ſei es ſcherz- vder ernſthafter Weiſe --- auſgehbeßt
werden, ihren Willen gegen den des Lehrers dur zu lernen, als aufgegeben wurde , nicht im Arreſt bleiben, nicht den be-
zeihneten Plat einzunehmen 2c. Für ſolche Fälle, wo Dritte in die Schul-
ordnung und Sculerziehung eingreifen , niuß der Lehrer alle erlaubten
Mittel ergreiſen, um ſeinen Willen durchzuſeßen, voraus angenommen, daß.
das, was er will, auf guten Gründen beruht und er ſich mit der Schul-
geſeßgebung nicht in Widerſpruch befindet. S. übrigens d. A. Gehorjam.
Düſter und verſchloſſen werden gewöhnlich jene Kinder , welche man
rauh und. gewiſſermaßen ſoldatiſch behandelt. Iſt der Lehrer düſter und

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