Chrenrechte, -- Shrerbietigkeit und Ehrfurcht. , 417
iretung bei den Landtagen iſt ein unzweifelhaftes , obwohl nirgends
zugeſtandene8 Recht in allen Staaten, wo nicht ſämmtliche Abgeordnete
gewählt werden, jondern wo auch die einzelnen Standesintereſſen ihre Ver-
tretung finden. Dieſes Recht wird am ſicherſten und zwe>mäßigſten dadurc<
ausgeübt, daß die Regierung jeweils ein Mitglied der oberſten Schulbehörde,
welches aus der Zahl der Volksſ iſt, in die Kammer beruft. Wenn B. der Lehrer Staatsdienereigenſhaft
erhält, jo gebührt ihm 1) das Recht, eine Uniform zu tragen, wie dies z. B.
in Veſterreich ſtattſindet, wo ein Erlaß der Studien-Hoſ-Commiſſion. vom
24. „Zum 1815 geſtattet, daß die Lehrer ſich der den Staatsdienern be-
willigten Uniform von der für den Lehrerſtand beſtimmten Farbe mit der
ihnen vermöge des allgemeinen Diätennormale gebührenden Stierei be-
dienen, Auch in Rußland tragen die Lehrer bei feieriichen Gelegen-
heiten Uniformen. Man verſtehe uns aber wohl: wir legen auf dieſe Aeußer-
lichkeiten gar keinen Werth und ſehen den Lehrer am liebſten in dem Ge-
wande des ſchlichten Bürgers ; allein ſo lange in den übrigen Zweigen der
öffentlichen Verwaltung ein js übermäßiger Werth auf derlei Dinge ge-
legt wird , gebührt dem Lehrer-Staatsdiener, was den übrigen
Staatsdienern. 2) Der Lehrer - Staatsdiener hat das Neht, daß bei ihm,
jeinen Wittiwen und Waiſen, feinen ſocialen, öconomiſchen und bürgerlichen
Verhältniſſen keine anderen Normen angelegt werden, als die , welche auf
andere CivilſtaatSdiener angewendet werden, daß er alſo namentlich auch
ohne Erlaubniß jeiner vorgeſeßten Behörde in keine Unterſuchung gezogen
werden darf und --- wenn dies geſchicht -- daß er des Scußes feiner
Behörde jich erfreut. Allein dann verſteht e8 ſich von ſelbſt, daß er der
Gemeinde gegenüber keine andere Stellung einehmen kann (auch nicht als
Gerichtsſchreiber), als jeder andere Staatsdiener auch, und daß er am dür-
gerlihen Leben der Gemeinde ſich nur dann betheiligen kann, wenn er am
Orte jeiner Anſtellung zugleich das Ort8bürgerrecht hat. C. Iſt dem Lehrer
der Charakter als Gemeindediener gegeben, dann fällt ihm Alles weg, was
unter B. geſagt iſt. Dagegen wird er als Gemeindediener zugleich Ge-
meindebürger und activ und paſſiv zu allen Stellen wahlfähig ſein , die
mit jeinem Dienſte vereinbar ſind. Ebenſo iſt er in allen bürgerlichen An-
gelegenheiten wie jeder andere Bürger ſtimmfähig. Allein wir müſſen
offen geſtehen, daß iwir den Lehrer lieber ' als Staatsdiener, unbetheiligt am
Gemeindeleben erbliden, als daß wir ihn ſehen, in Holz-; Allmend-, Nußungs-
ſtreitigkeiten, durch die die Gemeinden geſpalten werden und Haß und Feind-
ihaft erzeugt wird, das Gewicht ſeiner Stimme einer Partei zuwenden,
vder daß wir jehen, wie er heute in einen Verwaltungsausſchuß als ein
Mann des Vertrauens gewählt, bei der nächſten Wahl dagegen als ein
Mann , der das Vertrauen verloren hat, fallen gelaſſen wird. So ſehr
wir nun wünſchen, daß der Stand der Lehrer von der geiſtlichen und welt-
lihen Obrigkeit geehrt werde, ſo gilt doh auch hier: der Geiſt der Ehre
iſt es, der allein lebendig macht. Wer ſich übrigens genauer unterrichten
will, der vergleiche: Kirſc<, deutſches Volksſchulrecht. 2. Auflage. Leipzig
1862. Reclam. Praktiſches Handbuch des Schulrechts von Dr. J. A. L. Hoff-
mann. Dresden 1836. Rieske. V. S. 1859. Sarvey, über die bürger:
lihe und amtliche Stellung der Schullehrer. Mon. XIV. 285. Magazin
für Pädagogik. 1848. 1 53., I. 46. Din
Ehrenzeichen, 1. Belohnungen insbeſondere. | |
Ehrerbietigkeit und Ehrfurcht. Ehrerbietigkeit nennt Loſſius die Hoch-
achtung , welche ſich der Unterwürfigkeit nähert. Es iſt dieſe Geſinunng
vorzüglich den. Kindern eigen. Zhre Schwäche und Hilfsbevürftigkeit läßt
Enchclopädie des Unterrichts = und Erziehungöweſen. 27

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