49 Aeußerungen, unfromme, unſittliche, = Affektivt, -
findlich biegſame Wille zum Ordnungsſinne hingeleitet. Die Schulordnung,
recht gehandhabt, wird auch die Gewöhmung an ein der Sittlichkeit gemäßes
Berhalten begründen und viele Tugenden des häuslichen und bürgerlichen
Lebens zur Folge haben. Wie aber überall , jo wird auch hier von den
Eltern und Lehrern ſelbſt verlangt, daß ſie Muſter der Ordnungsliebe jeien.
Unordenltiche Eltern -- unordentlihe Kinder ; ein unordentlicher Lehrer ---
unorventliche Schüler ; dieſe traurigen Wahrheiten lehrt die Erfahrung,
Tenßerungen, 19ſromme, ſittliche. Des Exziehers, aljo auch des Leh-
rers erſte Pflicht iſt, ſeine Zöglinge vor Unſittlichkfeit zu bewahren , daß
deren Herz ſtet3 in kindlicher Unſchuld bleibe. Nicht umſonſt ruft der gött-
liche Galöfer über Den , der eines der Kleinen ärgert (S. d. A. Aergern,
die Kinder), ſein jo ſchre>liches Wehe aus. Aber nur zu oft erlaubt man
ſich in Gegenwart der Kinder Aeußerungen , welche entweder geradezu Un-
ſittlich , oder doh jehr zweideutig und für das jugendliche Herz verderblich
jind. Was unſromme, der Gebräuche der Religion ſpöttelnde Aeußerungen
dem jungen Menſchen ſchaden, iſt unberechenbar , denn ſie ſind es , welche
das menſchliche Gemüth, das doch ſür Gott geſchaffen, von diejem entfernt,
nicht ahnend, daß es bei allen irdiſchen Genüſſen leer und unbefriedigt bleibt
und endlich doch nur allein in Gott Ruhe finden kann. Dieſes iſt ein
Geſtändniß aller Derer, die nach langem Perumrren endlich zu Gott wie-
vergefehrt ſind. Was unſittliche, den Menj Thiere herabwürdigende Aeußerungen ſchaden , dafür liegen leider zu viele
traurige Beweiſe vor , die beſtätigen , daß ſolche ſhon allzuoft die Trieb-
feder wurden , durch welche das Kind ſich zum Vollbringen unmoraliſcher
Handlungen hinneigte. Es iſt in dieſer Hinſicht das Erſte, Alles zu ver-
hüten, wodurc< des Kindes Zartgeſühl --- das reine kindlihe Gefühl --
irre geleitet wird. Der Lehrer hüte ſich daher ſorgfältig, die Kinder jfelbſt,
oder auch Andere in ihrer Gegenwart, wegen ihres ſittlihen Zartſinnes,
womit ſie alles Böje verabſcheuen , lächerli< zu machen. Spott ſchadet in
einer io delikaten Sache allezeit. Ferner hüte ſich der Lehrer, dvurc jmönigung unſittlicher Handlungen, durch zweideutige Grundſäße , Macht-
jprüche u. |. w. das moraliſche Urtheil zu beirren. Wie aber der Lehrer
jelbſt alle unfrommen Aeußerungen zu vermeiden hat, ſo dulde er auch keine
bei dem Kinde , jelbſt dann nicht, wenn es den Sinn noch nicht einmal
kennt. Leider findet man, daß unſromme und unſittlihe Aeußerungen der
Kinder nur zu oft ihre Lehrmeiſterin an ſolchen Eltern haben , die eines
Man en Heerdes entbehren, wo dann die zehrende Armuth durch Arbeits-
alle Erziehung auſwachſen und durch ſchlechte Beiſpiele zu den ſchändlichſten
Laſtern geführt werden. Unſere Beſſerungsanſtalten bewahrheiten , wie
jIwer die in der erſten Jugend bei ſolchen Leuten den Kindern anerzogene
Untugenden wieder abzugewöhnen ſind , und wie die ſcheinbar Gebejſerten
faſt ſtets wieder in das alte Laſter zurückfallen.
Affekte, ſiehe Gefühl.
Aſſektirk nennen wir Denjenigen, der ein erkünſteltes Weſen annimmt,
fich ziert oder Überhaupt feinen Gefühlen und Empfindungen, die er abſicht-
li) zur S Affektation iſt alſo weſentlich verſchieden von Verſtellung ; denn Verſtellung
iſt die Verläugnung ſeiner Empfindung und Unterſchieben einer dem Ge-
müthe fremden, während Affektation die Steigerung eines vorhandenen
Gefühls bis zum Abgeſhmacten unv Lächerlihen iſt. Die Quelle der
Affektation iſt meiſt Eitelkeit , die Sucht gebildet , gelehrt, geiſtreich, wißig,

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