Ä38 Einkenten. = Einſeikigköit.
nichts Boſſeres thun, als den Kindern eingeſtehen: „Diesnial habe i< mich
irre leiten laſſen!“ Ein ſoles Eingeſtändniß kann ihnt iur die Achtung
und das Zutrauen der Schüler ſichern. Vgl. d. A. Ablengnen.
. Einltuken heißt eigentlich durch lenken Etwas in die gehbrige oder gewollte
Lage bringen. Marni lenkt 3. B. die Pferde, und man lenkt ſie vödn
einem Abwege in den rechten Weg ein. NUneigentlich heißt es, von einer
Abjchweiſung im Reden wieder auf ven Hauptgevanken zurückfommen, oder
über and) gefaßte Anſchauungen und Grundſäße, oder eine betretene Hand:
lungsweije aufgeben. --- Es kann in der Schule oft geſ Lehrer ſich verleiten läßt, voii dem Hauptgedankeit abzukomihen , und ein
Larlges und Breites über andere Dinge zu reden, als es die urſprüngliche Ab.
ſicht war und die währe Aufgabe des Unterrichts erheiſht. Es kann fa:
mentlich beim Kateaiſiren geſchehen, daß die Schüler durch ihre Att:
worten zu Abjchweifungen veranlatſen; es kann der Lehrer äber auh die
Schuld jelbſt tragen, wenn er nicht auf ſicb Acht hat und mehr ſeiner Rede-
Inſt und feinen Einfällen nachgibt, als im Hinbliee auf die wahre Aufgabe
UNd das Ziel des Unterrichts ſich bewußt bleibt, und Maß hält. (Vergl.
Cinfachheit ves Unterrichts!) Aber es kann anch geſchehein, vaß der Lehrer
ebeitſo von gefaßien Anſchauungen, Grundſäßen oder einer Handlungweiſe
einlenken muß. Es iſt aber auch hier beſſer, man lenke ein, als daß
nan im Jrrihum beharre, der ſtets, wenn oft au< nicht jozzleich , ſeine
NRachtheile brüigt. Es ſind Fälle denkbar, daß eine ſolche Einlenküng auf:
jäßt , allei „weim äus der Wahrheit auch Aergerniß entſteht, „ſv iſt es,“
jagt ein hl. Mann, „doch noch beſſer, daß daſſelbe entſteht, als daß die
Wahrheit, die doch nur ſegen und beglücken kann, untergeht!“
Einſeitigfeit iſt jette ixrihümliche Auffaſſung, gemäß welcher eine Perſon
odir Sache nur voi einem Geſicht8punkte aus dargeſtellt, beurtheilt und
behändelt wird. Jnſwvſern ſpricht man 3. B. von einer einſeitigen Kein:
mB, Bildung und Erziehung, und von einer einſeitigen Aufſäſſung, Bentx-
iheilung, Darſtellung, Behandlung u. |, w. Die Einſeitigkeit kann vor
Allem im Lehrer und Erzieher liegen. War ſeine Bildung mangelhaft,
je hat er niehts Nothwendigeres zu thun, als ſich zu beſtreben, auf dem
Gebiete jeines Berufes vielſeitigere Kenntniſſe. zu erwerben. Ein großes
Hinderniß liegt aber im Lehrer jelbſt, wenn e* eingebildet ünd eigen:
jinnig iſi, und ſich für vollendet und nüfehlbax hält. Ein ſolcher
Zuſtand iſt ein großes Unglüä> für den betreffenden Lehrer ſowohl, als fit
jeinen Wirkungsfkreis : denn nicht leicht gibt es ein Gebiet, äuf dem man
umfſichtiger oin, und dafür ſich die erforderliche Bildung ängeeiginet haben
und fic noc>< täglich fort und fort aneignen ſollte, als die Schule. Nie-
meyer (Grundjäke der Erziehung und des Unterrichts, 1. Thl.) erklän
insbeſondere vvn ſolchen Rerſvnen, die glauben, ihre Bildung ſich lediglich -
jelbſt verdanken zu können (den Autodidakten), daß ſie an Einſeitigkeit -
leiden. Aber auch der Unterricht und die Erziehung darf nicht einſeitig.
jem. Wir haben hier zunächſt die Volksſchule vor dem Auge. Wanniſic-
die Wirkjamkeit in verjelben nicht einſeitig? Je< äntwörte und ſage: 1) -
wenn man den Zwe> der Volksſ ſeinen Beziehnügen klar erkennt (j). d. A. Einerlei und Vielerlei.); 2) wenn
der Lehrer und Erzieher den Bildungöſtoff nach allen ſeinen Theilen gründ:
lim kennt und denſelben init Geiſt im ſteten Hinblike auf die Aufgabe,
welche die Volksj toirtlich behändelt; 3) wenn der Lehrer und Erzieher vbenſo die Anlagen
und Fähigkeiten des Menſchen und des Individuüms kennt , zund ſih in

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