4430 Sinſperren, --- Gintheilung.
was läßt ic) dann von ſeiner Fähigkeit erwarten, den etwaigen Nachmittags-
lektionen auch mur das Geringſte abzugewinnen! Geht man indeß ſparſam mit
diejem „Über Mittag dableiben laſen“ um und ſorgt man für entſprechende
Beſchäftigung unter entiprechender Aufficht, jo dürfte allerdings eine der-
artige Strafe nicht ohne Wirkung bleiben. Wohl empfindlicher wirkt die
ein - oder mehrſtündige Carcerſtraſe, die auf freie Mittage angeſeßt wird.
Dieſe Strafe möchte zu den härteſten gehören. Aber ohne Zweifel müßte
eine jol gelitten werden. Denn kaum dürfte man der zarteren Jugend gegenüber
daranf aunsgehen, die Bitterfeit der Haft durch abſichtliches Allein- und Un-
beſchäftigtſeinlaſſen des Sträflings zu vermehren. Am mildeſten tritt wohl
die Gefangenſchaft auf, wenn ver Lehrer ſeinen Unfleißigen oder Ungehorjamen
auf Jein Zimmer fommen und hier arbeiten läßt, oder ſich mit venjelben in's
Klaſenlocal begibt. Noc< ein Moment iſt hier nicht zu Überſehen: Die.
Strafe des in der Schule Behaltens und die Carcerſtrafe wird doppelt hart
erſcheinen, wein dieſelbe erſtlich jofort den Angehörigen des Getroſſenen ge-
meldet wird, jo daß jeder lügenhaften Entſtellung des Faktums vorgebeugt
wird; wenn ferner die Eltern ein ernſtes Wort an ihren beſiraſten Sohn
als Zugabe richten; wenn drittens die Beſtrafung in das viertel- oder halb:
jährige Zeugniß eingetragen wird ; wenn ſovann die Erleidung der Strafe
dem Schülercötus mitgetheilt und auf eine Zeit verlegt wird, in welcher der
zu Beſtraſende eine ſreie Bewegung beſonders ho< hält. Die Frage, ob
jede Schule ihren Carcer haben ſolle, wollen wir nicht weiter erörtern ; für
unumgänglich nöthig halten wir deſſen Vorhandenſein nicht. Zu einem ve-
rüchtigten Locale, in dem man auf alle erdenkliche Weiſe ſeinem Carrica-
zurentalente freien Lauf laſſen könnte , möchten wir- wenigſtens den Carcer
nicht herabſinken laſſen. (Allg. d. Lehrerz. 1863. Nr. 4.) Cs verdient hier
auch noF der Mißſtandv gerügt zu werden, vaß der Gemeindecarcer in
manche 'Schulhäujer verlegt wird, wo dann die Eingeſperrten durch ihr
Toben, Fluchen 2c. den aus- und eingehenden Schulkindern Aergerniß geben,
und ſo das eben aufgefriſchie religiöſe und moraliſche Gefühl derſelben gleichſam
dur< die Steinwürfe ihrer Laſterhaftigkeit zerſtören. Wo dieſer Mißſtand
wirklich beſteht, wie in vielen württembergiſchen Gemeinden , da fühlt ſich's
zuſein) recht lebhaft, wie ungeeignet nebenbei ein eigener Carcer für Schul»
inder wäre.
Eintheilung. Die Eintheilung (Diviſion) iſt für den Katecheten und
Volksihullehrer von großer Wichtigkeit, weil man dadurch den Umfang der
Begriffe faßlicher , überſichtlicher und behältlicher machen kann, indem ſie
eben darin beſteht, daß ſie den weſentlichen Umfang eines Begrifſes durc
ein Urtheil weiter entwidelt. Durch dieſes Urtheil werden die zu einem |
Begriffe gehörigen Arten nach ihrem Verhältniſſe zu dem Begriſſe wie nach.
Ihrem BVerhältniſje unter einander angegeben, weßhalb Bachmann (Logit,
S. 439--54.) unter Eintheilung die Theilung des Gattungsbegriffes in die.
Artbegriffe, vd. i. in jolc des Ganzen, voch alle Merkmale des Gattungsbegriſfes in ſich hat, und
außerdem wenigſtens noch eines. So kann man 3. B, die Menſchen theilen
in die faukaſiſche, mongoliſche und äthiopiſche Race. Sie ſind alle wahre
Menſchen und der Unterſchied liegt bloß in der Race. Wenn hingegen das
einzelne Stü> nicht ein Artbegriff iſt, und folglich demſelben nicht die näm-
lichen Beſtandtheile zukommen, ſv nennt man die Theilung -- Zerlegung
Keibut Die Partition hat eine Jdee zu ihrem Theilganzen. Die Di-
tribution iſt zwar auch eine Eintheilung, aber eine jolche, durc< welche .
innlic

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