442 Eintbeilung: =“ Eitelkeit. -.
aber im Eintheilung8grunde wieder einigen; ausſchließen müſſen ſie einanu-
der, weil in einem realen Ganzen kein Theil mit einem andern einerlei ſein
kann, dem Ganzen müſſen ſie aber gleich ſein, weil man ſonſt nicht das
Wanze getheilt hätte, jondern mr ein Stüc>, und ſonach die Eintheilung zu
eng jein würde. 3) Die Eintheilung muß gehörig geordnet ſein; ſie
muß aljo die nächſten ummittelbaren Glieder angeben und erſt damn zu den
entferntern auf gleiche Weiſe fortſchreiten , doch dabei eine allzugroße Aus-
Dehnung vermeiden, weil dadurch die ſc jomit dem Zwecke der Eintheilung entgegen wäre. 4) Endlich muß die Ein-
theilung Jymmetrij ſeim, >. h. es Joll unter den Theilungsgliedern
rückſichtlich ihres Umfanges eine gewiſſe Proportion herrichen, in ſo weit
jolhe mit dem Umfange des Begriffes ſich verträgt. -- Der Lehrer muß
aber die Schüler ſtet8 darauf auſmerkjam machen , warum ein Begriff
19 und nicht anders eingetheilt werde, weil gerade dieje Hinweiſung die
Cinſicht in das Weſen des fraglichen Begriffs erleichtert und befördert.
Hat der Schülex die Eintheilunngs8glieder kennen gelernt, ſv darf er darüber
ht blos einzeln abgefragt, jondern ex muß auch veranlaßt werden, ſie in
ihrer Ginheit und Zuſammengehörigkeit zu begreifen. Doch ſoll der Lehrer
nicht Alles eintheilen und gleichſam haarſpalten wollen, ſondern ſich mur
dann der ECintheilung bedienen, wo ſie nothwendig und wirklich von Werth
für das Verſtändniß eines Begriſſes iſt. |
Eitelkeit. Die Eitelkeit zieht ihre Nahrung aus der Selbſtſucht und
beſteht in der Neigung zu nichtigen (= eiteln). Dingen, wie Schönheit des
Leibes , Kleider, Zierereien 2c. , auf die ſie ſich etwas zu gut thut“ und um
- Deren willen ſie auf Lob und Auszeichnung rechnet, während gerade die
Aeußerlichfeiten und Kleinlichkeiten , worauf der Eitle dieſe Rechnung ſtellt,
in den Augen der Vernünjſtigen keinen großen Werth haben, und man
nennt daher den, der ſich auf Puß, feine Manieren 2c. etwas einbildet, einen
eitlen Thoren, man verachtet und verlacht ihn, weil er nicht, wie der Stolze
und Ruhmfüctige, ſeine Kräfte für etwas Großes anjtrengt , ſondern ſich
an kindiſchem Flitter genügen läßt. Die Eitelkeit macht ſich häufig ſc am zarteſten Kinde bemerklich, wo der Sinn deſjelben vorherrſchend auf
das Meußerlhe, auf den Schein gerichtet iſt, und wo ein buntes Band oder
ein neues Kleidchen es einnehmen kaun. Beſonders iſt dies beim weib-
lichen Geſchlechte der Fall. Daß die Eitelkeit dem jittlichen Leben geſähr-
lich iverden kann, iſt ein Umſtand, der den Erzieher beſiimmen muß, ſie in
ven gehörigen Schranken zu halten, und dies um jo mehr da, ivo man ſie
mit der Freude an ſchönen Formen entſchuldigen oder gar mit äſthetiſchen
Geſühlen verwechſeln will. Die Lehrer der Moral, ſowie die Pädagogen
Iprechen jih hierüber einſtimmig aus, ſowie über die Fehler, welche der
Erzieher gegen dieſe jeine Aufgabe zu machen pflegi. Schon Sailer be-
merkt: „I< jehe Mütter ihre Kinder morden an Leib und Seele. Ver:
blendet von dem Geiſte der Eitelfeit, machen ſie es zu ihrem liebſten Ge-
jIhäfte, die kleinen Kinder, beſonders Mädchen, wie Puppen zu zieren, die
Gezierten in ihrem Puße und in den ſrüheſten Regungen ihrer Eigenliebe
zu bewundern, dieſer thörichten Ziererei die wichtige Rückſicht aur Geſund-
veit, und die wichtigſte auf Tugend zu opfern ; der zarten, leicht nachbil:
denden Phantaſie ihrer Lieblinge, die Geberdungen der Eitelkeit, die Mie-
nen der Gefallſucht und alle die Künſteleien des Pußes vorzudilden ; kurz,
Sünde und Tod --- mit mütterlicher Grauſamkeit einzuimpfen.“ (Peber Er-
ziehung für Erzieher. S. 187.) So Zeheter a. a. O. S. 113 f. Man
kann der Neigung zur Eitelfeit wehren, wenn man ihre Wünjche unerſüli
läßt und auf Güter höheper Art hinweiſt. Zwar darf man das Kind (am


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