Akromatiſche Methode, =“ Akuſtik (muſikaliſche). 43
geſ iragens zu gelten. Einfältige Mütter pflanzen dergleichen Albernheiten bei
ihren Kindern, weil ſie mit ihnen in Geſellichaften glänzen wollen. Schon
in den früheſten Jahren hat der Lehrer , namentlich bei Mädchen beſſerer.
Familien, dagegen zu kämpfen. 'Es geſchieht dies hauptſächlich dur Pflege
eine8 demüthigen Sinne8 und durch Belehrung, wie lächerlich der Menſ<
ſih mache, ver mehr ſein will, als er iſt, und wie hauptſächlich die Be-
ſheidenheit es ſei, die bei ven Menſchen beliebt macht, während vorlaute
NRaſeweisheit Andere abſtößt. Dabei dringe man vorzüglich auf Ablegung
alle3 Auffallenden in Mienen, Geberden und namentlich in der Kleidung,
und verwende beſondere Aufmerkſamkeit auf die Lectüre, welche nur zu M
zu ſolchen Empfindeleien Veranlaſſung gibt.
Akroamatiſche Methode, f. Lehrform.
Akuſtik (muſikaliſche). Dieſe iſt die Lehre vom Schalle. Alle Wahr-
nehmungen durch das Gehör nennen wir Schall. - Jeder Schall iſt die
Folge von Schwingungen, die ein Körper durch irgend eine Veranlaſſung
macht. Die Schwingungen werden durch die Luſt oder durc< andere Kör-
per nach beſtimmten Geſeßen fortgepflanzt.. Die Verſchiedenheit des Schalles
richtet ſich nach der Beſchaffenheit der Schwingungen cines Körpers. Gibt
ein oſcillirender Körper lauter Schwingungen von einerlei Geſchwindigkeit,
ſo entſteht ein regelmäßiger Schall ; ſind aber die Schwingungen in Abſicht
auf Geſchwindigkeit verſchieden, ſo iſt der Schall ein gemiſchter und führt,
je nach Beſchaffenheit der Körper, deren mehr oder weniger gleichen Vibratio-
nen, die verſchiedenartigſten Bezeichnungen. Einen Schall dagegen, entſtan-
-ven aus lauter gleichartigen Schwingungen, nennen wir Klang. Dieſer ift
naß Höhe und Tiefe beſtimmbar und wird, ſobald diejes geſchehen iſt,
| Ton genannt. Klang iſt ſomit ein Schall: von beſtimmbarer Höhe , Ton
iſt ein Klang von bereits beſtimmter Höhe. Die Stärke des Tone3 hängt
ab a), von der Qualität der Vibrationen. Dur einen ſtarken Schlag auf
eine Klaviertaſte entſteht ein kräftigerer Ton, als dur ſanftes Berühren;
b) von der: Größe eines Körpers und der Maſſe der oſcillirenden Theile.
Zwei Saiten, welche die gleiche Stimmung, aber entweder ungleiche Die
oder Länge haben , unterſcheiden ſich na< Tonſtärke unter ſonſt gleichen
Umſtänden in dem Verhältniſſe, in welchem ſie nach ihrem Maſſeninhalte
zu einander ſtehen. Eine weitere Urſache liegt c) in der Elaſticität der
Körper. Je elaſtiſcher ein Körper iſt, deſto ſtärker ſind in der Regel au
ſeine Shwingungen , und deſto kräftiger auch der durch ſie erzeugte Scha
oder Ton. Daher bedient man ſich zu muſikaliſchen Inſtrumenten immer
ſolcher Körper, die einen hohen Grad von Elaſticität haben. Bei Blas-
Inſtrumenten iſt jevo< mehr die Luftfäule der ſchwingende Körper , als
der dieſelbe umgebende oder einſc gleichwohl nicht beanſtandet werden kann, daß leßterer als ebenfalls mit:
/chwingend auf die Klangfarbe (tembre) des Tones einen entſchiedenen Cin-
Fuß ausübt. Hohe Töne ſind das Ergebniß ſchneller , tiefe Töne dagegen
das Ergebniß langfamer Schwingungen. Forſc -dur< welc 'den, 1? finden wir eine der gewöhnlichſten zunächſt in ihrem Längenver -
hältniſſe. Ein Körper , welcher nur halb fo lang iſt, als ein anderer
von gleicher Beſchaffenheit, macht genau die doppelte Zahl von Shwingungen
'und klingt ſomit um eine Oktave höher als dieſer, bei einer Viertelslänge
Fingt er um zwei Oktaven höher und macht ſomit viermal mehr Schwing-
“pmngen. Da mit: der Länge eines Körpers die Schwingungen deſjelben ab-
Nehmen“, [9 ſteht die Tonhöhe mit der Länge des Körpers im umgekehrten

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