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Empfindſamkeit, -- Empfindung. AT
Strenge behandelt, und wenn ſie ſich gegen den Lehrer ſelbſt richtet , unbe-
achtet gelaſſen werden. S. Denzel, Einleitung 1, S, 166.
Empfindſamkeit. Wie Empfindlichkeit immer im ſchlimmen Sinne ge-
“nommen wird, ſo gebraucht man Empfindſamteit ſtets im guten Sinne,
und verſteht darunter die Empſänglichkeit , von Gegenſtänden auf eine an-
gemeſſene Weije gerührt zu werden, oder, wie Carus ſagt, die zarte Theil-
nahme, die etwas zu Herzen nimmt, und welche daher als wahres Gefühl,
als humane Sympathie in That übergeht. Eberhard nennt Empfind-
- ſamkeit im Allgemeinen die Fertigkeit, das Gute und Böſe zu empfinden,
heſonders mit dem Nebenbegriff, daß der Empfindſame an theilnehmenden'
Empfindungen Vergnügen findet, ihnen nachzuhängen und ſie hervorzubringen
ſucht. Noch kürzer und klarer kann man die bejondere Empfänglichkeit für
garke und gerechte Rührungen Empfindſamkeit nennen. Hippel nennt jie
die Morgenröthe des Tages einer ſchönen Seele, deren Verenden in einem kothi-
gen Abend jedoch ſorgfältig zu verhindern ſei. Wie dies zu geſ in den Artikeln , welche das Gefühlsvermögen behandeln, angegeben werden.
Empfindung. Das Wort ſtammt ab von dem Altdentſchen „imündan“
= imen finden, oder inne werden. Dieſe etymologiſ nicht erſchöpft, wenn Curtmann die Empfindung den niedrigſten Grad des
Gefühls nennt, und darunter das Bewußtwerden der Luſt oder Unluſt ver-
jeht , welche uns äußere Eindrücke verurſachen. (Allgemeine Pädagogik
8. 28.). Während er zugleich die Empfindung von der Vorſtellung unad-
hängig macht, wird ſie von den Pſychologen als die erſte Inſtanz der jinn-
lihen Vorſtellung betrachtet und als Affection oder Erregung der Seele in
- Ihrer ſinnlichen Sphäre bezeichnet , die eine Cinwirkung von außen auf die
äußern Sinne vorausſeze. (S. Greith und Ulber, Anthropologie 8. 74.)
So oft die 'Seele einen äußern Eindru> aufnimmt, entſteht eine Empfin-
dung. E8 verſteht ſich von ſelbſt, daß jeder äußere Sinu eigenthümlihe
Empfindungen hervorruft, jedoch haben die Empfindungen aller Sinne das
- miteinander gemein, „daß ſie die erſten, einfachſten und ummittelbarſten

Thätigkeiten der Seele auf ihrer unterjten Stuſe ſind und den Elementar-
fioff für alle weitern ſinnlihen Vorſtellungen liefern.“ (Greith 8.
a. a. O.) Der Erzieher hat darauf zu achten, daß keine falſchen und ge-
fährlihen Empfindungen aus ſeiner Schuld eutſtehen. Falſch aber kann
die Empfindung werden , wenn ſich die Sinnexorgane nicht im normalen
r
Zuſtande befinden, over wenn die äußern Eindrücke, durc< welche eine Em-
pfinvung hervorgebracht werden ſoll, nicht ſtark genug ſind und nicht lange
| genug dauern. Sind nämlich die Empfindungen falich, 10 werden auch die
| daran ſich anſchließenden Anſchauungen und Wahrnehmungen es jein. Die
| Empfindungen führen nur zur Erkenntniß von der veränderlichen Be-
+ jhafſenheit der Dinge (qualitative Erkenntniß) , nicht aber zur Erkenntniß
|
von ſeiner Güte oder Subſtanz vermittelt. Die Empfindungen bringen,
vermittelſt des Gemeingefühls --- jedoch ohne dieſes ſelbſt zu ſein, -- krank:
der Eigenſchaften und de8 Weſens derſelben; ſv 3. B. iſt der äußere Ein-
dru> (Senſation), den das Papier auf das Auge macht, ein ſolcher, wel:
hafte Zuſtände zur Kenntniß des Bewußtſeins und fordern zur Beſriedigung
natürlicher Lebens8bedürfniſſe auf.
England, j. Großbrittanien.
- Engliſche Fräulein, 1. Schulſchweſtern.
Entbehren, |, Abhärtung.

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