476 Erbitterung. -- Erfahrungen.
feinen Grund finden könne , ſich in ſeiner Berufstreue ſtören zu laſſen.
Solche würdige Haltung wird imponiren, wogegen Anfregung, heſtiges Be-
nehmen, fränkfende oder beſhimpfende Aeußerungen ihn in den Augen der
Kinder erniedrigen.
Erdbeſchreibung, ]. Geographie.
Grfahrungen. Unter Erfahrung verſteht man allgemein die Kenntniß
aus ſinnlicher Wahrnehmung, d. i. aus Anſchaumung und Empfindung.
Weil aber die Anſchaumsg und Empfindung eine innere und äußere jein
kann, ſo unterſheidet man auch innere und äußere Erfahrungen. Auch
ſpricht man von eigenen und fremden Erfahrungen , und verſteht unter
jenen die ſelbſterworbenen , unter dieſen die von Andern gemachten Erſah-
rungen , welche wir uns angeeignet haben, oder welche wir zur Mehrung
Nnſerer Kenntniſſe benüßen. Eine einzelne Kenntniß aus ſinnlicher Wahr-
nehmung heißt eine Erfahrung, die ganze Summe derſelben aber die Er-
ſahrung. Endlich unterſcheidet man die gemeine von der höhern Er-
fahrung, und? ſtellt ſich unter jener eine ſolche vor, welche Jeder ohne be-
jondere Selbſtthätigkeit des Geiſtes machen kann, unter dieſer aber eine
jol wiſſenſchaftliche Zwee verfolgt. Für uns kommen die Erfahrungen haupt-
jächlim unter einem zweifachen Geſichtspunkt zur Erörterung: 1) als
Quelle der Erziehung38- und Unterrichtslehre; 2) als Er-
ziehunngsmittel. Die Pädagogik, als eine, Erfahrungswiſſjenjchaſt muß
auf Erfahrungen gegründet ſein. Sie kann nicht von vorn herein (a priori),
vor und ohne alle Erfahrung, als Jdee ſyſtematijch behandelt werden, --
ſie ruht auf Erfahrungen und erbaut ſich aus dieſem Material. Allein ſie
kann nicht Alles, was man gemeinhin Erfahrung nennt, brauchen. Die Er-
fahrungen, aus denen ſie ſc<öpft, müſſen ſo umfaſſend, feſt und ſicher fein,
daß ſie als zuverläßige, unumſtößlihe Regeln für die Beurtheilung an-
derer Fälle dienen können. Wer jolche Erfahrungen will, fiellt über ge-
genwärtige und ehemalige Wahrnehmungen Beobachtungen an, denkt
Über die gewonnene Erkenntniß weiter nach, prüſt ſie abermals, und ver-
gleicht und verfnüpft fie jowohl mit andern Erkenntniſſen, al8 mit andern
Erfahrungen. Er verknüpft die eigene Erfahrung mit der fremden und
forſcht na< der Gejammterfahrung des Menjichengeſchlechtes. Um vor Täu-
Ihungen bei ſolchen Beobachtungen, Vergleichungen und Unterſuchungen be-
wahrt zu verden, muß man die Geſchichte, die Lehrmeiſterin aller Er-
fahrung, zu Hilfe nehmen, namentlich die heilige Geſhi beſonders den Zwe hat, eine Erziehungslehre nach ewigen Geſetzen und
Regeln zu jein. Der Lehrer kann dieje Quelle der Erfahrungen für ſich
jelbſt wie für ſeine Zöglinge benüßen. Hier findet er die wahrſten Auſ-
jhlüſſe über das Menj Gott zuerſt unmittelbar, dann durc< Mojes und die Propheten, durch Je-
jum und die Apoſtel aun der Erziehung der Menſchheit thätig geweſen iſt;
hier findet er (an Juden, Heiden und Chriſten), welche Wege er einſchlagen,
welche Mittel ex gebrauchen müſſe, um den Zögling gut zu erziehen und
jür das Ziel ſeines Dajeins zu befähigen. „Er gelangt hiedurc<,"“ jagt
Zeheter, „zu eigenen Anjchamnmgen und Thatſachen, die ſich bei ganzen
Menſchengeſchlechtern und bei einzelnen Menſchen wiederholt haben und noch
wiederholen, und die immer als dieſelben Urſachen auch immer diejelben
(jegenöreichen oder verderblichen) Folgen nach jich gezogen haben und nach
jich ziehen. Durch ein ſolches Cingehen in die Fäden des Menſchenleben,
durch ein jol

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