Abbitte. 3
ver Abbildungen in deutſcher und ſfraäanzöſiſ was wir, wie vbeit geſagt iſt, für überflüſſig halten = doh Bilder von
Giftpflanzen hbeitüßen will , ſo ſind die Giftgewächſe Deutſchlands
und der Schweiz ebenfalls in lithographirten und colorirten Abbildungen
mit erläuterndem Texte von M. Ch, F. Hocſtetter in Folio zu 2 fl. 12 kr.
in derſelben Verlagshandlung erſchienen, -- Vieles muß der Lehrer ſelbſt
an die Tafel zeichnen , 3. B. wenn er ven Kindern den Begriff von : län-
zettſörmig, ſpiralſörmigg 26. erklären will. Gewandtheit int Zeichnen iſt darum
dem Lehrer unentbehrlich. Man vergleiche übrigens die A. Bilder, Denk-
übungen.
Abbitte, Die Abbitte beruht nicht nur auf einem allgemeinen ſitt-
lichen, ſondern auch auf einem bejonderen < riſtlichen Gebote. Es liegt in
der Natur des unverdorbenen Herzens, eine jede Kränkung, ſobald man zur
Erfenntniß des Unrechts gekommen iſt, wieder gut zu ntächen. Der Chriſt
inSbeſondere hat die Weiſung ; „Wenn du deine Gabe zum Altare bringeſt,
und dich daſelbſt erinnerſt, daß dein Bruder etivas wider di habe, ſv laß
deine Gabe allda vor dem Altare , und gehe zuvor hin und verjöhne di)
mit deinem Bruder , und dann Fkomnu' und opf're deine Gabe,“ (Maity. 5,
23. 24. Und er hät das Beiſpiel an David, der betete: „ic< habe ſ geſündiget durch dieſe That ; -aber ich bitte dich, v Herr! nimm hinweg die
Miſſethat deines Knechtes, demt ich habe überaus thöricht gehandelt.“ (2 Kön.
24, 10.) Der Heiland jelbſt läßt den verlornen Sohn bitten : „Vater, ich
habe geſündigt wider den Himmel und an Dir , ich bin nicht mehr werth,
Dein Sohn zu heißen.“ (Luk. 15, 21.) --- Die Abbitte iſt aljo eine
Pflicht des Chriſten, und ſchließt Erkenntniß des begangenen Unrechts,
Neue, Vorſaß uud Genugthuung in ſich, welch' leßtere in der Anerkennung
zer Würde der gefränkten Perfönlichkeit beſteht. Nun foll aber aus dem
Kreije des hereingezogen werden, was dem findlichen Alter und der ſiufengemäßen Ent-
wiclung des Geiſtes und Herzens entſpricht ; und es wird fomit eine Zeit
kommen, wo man das Kind, wenn es einen Fehler begangen hat, zur Ab-
bitte wird anhalten können und ſpäter wird anhalten müſſen. Dieſe Zeit
wird, da die Abbitte, wie oven geſagt, die Erkenntniß des Unrechts in fich
Ihließt , eintreten mit den Jahren, in welchen die Kinder das Gute von
vem Böjten unterſcheiden lernen. VWergehungen in frühern Jahren nament»
lich gegen die Eltern , 3. B. Schlagen nach denſelben , werden einfach zu
züchtigen ſein. Mit den Unterſcheidungsjahren wird aber die Pflicht der
Abbitte eintreten müſſen, und es entſteht die Frage , in welchen Fällen
jie zu geſchehen hat. Als maßgebend iſt hier natürlich anzunehmen, daß
dieje Pflicht nicht vorhanden iſt, wenn das Kind überhaupt blos gegen ein
Gebot fich vergangen hat, fondern wenn eine dem Kinde gegenüberſtehende
Perjönlichkeit gefränkt worden iſt. Solche Perſönlichkeiten lönnen ſein :
Cltern , Lehrer, Geſchwiſter , Mitſchüler , Dienſtboten , fremde Leute , alte,
arme, gebrechliche Lente. = Kränkungen der Geſchwiſter und der Mitſchüler
dürften wohl einfach zu beſtrafen ſein, ohne daß eine Abbitte damit ver-
bunden werde; denn ſolche Kränkungen kommen gar häuſig vor , die Ahb-
bitte aber iſt etivas ſv Demüthigendes, daß ſie nur in feltenen Fällen ange-
wendet werden foll. Sie würde ſich ohnehin in mechaniſche NRedenSarten
verirren, deren ſich das Kind gerne bedient, um leichten Kaufs davon zu
ſommett. --- Anders iſt es freilich, wenn die Eltern , vor venen das Kind
-=- mgeachtet aller Liebe --- doch eine heilige Scheu haben ſoll, oder wenn
der Lehrer, welcher die Stelle der Eltern vertritt , oder wenn fremde Leute
gekränkt werden. Uebrigens werden die Eltern , von denen das Kind bis

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