Erziehung, förperliche, =“- Erziehung der Knaben, 313
an ſ genährte machen. Ueberhaupt wärs es von größtem Vortheile, wenn die
Erzieher den körperlichen Zuſtand ihrer Rfleglinge beſſer kennten. Obige
Belehrungen haben wir nachſolgenden Büchern entnommen: Hufeland,
Matrobiotik, oder die Kunſt, das menſchliche Leben zu verlängern. Dr. M a-
< ec, Baſtoral-Heilkunde für Seelſorger. Augshburg, 1843. Rieger. Zweite
Auflage. Das Buch vom geſunden und kranken Menſ< Dr. Carl Ernſt Bo >. Leipzig, 1862. Keil. Vierte Auflage nebſt Supple-
ment. Preis 4 fl. 30 kr. Converſationslexikon von J. Meyer. Original-
ausSgabe von 1847. Noch ſind zu empfehlen: Hufeland, Guter Rath an
Mütter über die wichtigſten Punkte der phyſiſchen Erziehung. Berlin, bei
Nottmann. Die leibliche Erziehung der Kinder zu Hauſe und in der
Schule, gemeinfaßlic< dargeſtellt und mit 40 Abbildungen erläutert von Dr.
E. I. Haujhaus. Preis 24 kr. Das Kind in
ſeinen erſten Lebensjahren. Skizzen über Leibes8- und Geiſteserziehung,
deutjchen Müttern gewidmet von Hermann Meier. Leipzig, 1859. Sclie.
"Preis ?/. Thlr. Die Kindheit des Menſc thropologie und Pjyc Erlangen, 1858. Enke. Wie da3 Kind verſtändig, geiſtig und leiblich er-
zogen werden kann, zeigt in einem Beiſpiele Salzmann in ſeinem:
K onrad Kiefer, oder Anweiſung zu einer vernünftigen Erziehung der
Kinder.
Erziehung der Knaben. Worauf gründet ſich die Verſchiedenheit der Er-
ziehung bei Knaben und Mädchen? Von den Principien der Erziehung
fann ſie nicht herrühren, welche ja immer dieſelben bleiben, obwohl ſie in
der Anwendung verſchiedene Modificationen erleiden. Der Grund davon
kann nur in den Geſchlechtern ſelbſt liegen, doch nicht ſv, daß ſich beide
ihrem geiſtigen Weſen oder dent leßten und höchſten Zwecke ihres Daſeins
nah von einander unterſchieden , ſondern nur inſoweit, als dem geſhlecht-
lichen Unterſchied des leiblihen Organi8mus eine pſychiſche Verſchiedenheit
unterliegt, und mithin auch eine verſchiedene Erziehungsweiſe nothwendig
macht. Trefflich haben Greith und Ulber (Anthropologie, S. 237. Frei-
vurg bei Herder, 1854) jenen Unterſchied mit feinem Einfluſſe auf die
geiſtigen Grundlagen aljo beſchrieben: „Im Organi8mus de8 Mannes iſt
die Jndividualität und deren Erhaltung, im weiblichen dagegen die
Beziehung zur Fortpflanzung, zur Erhaltung der Gattung vorherrſchend.
Der Körperbau des Mannes iſt ſtärker, robuſter, mit beſtimmten hervor-
ragenven Umriſjen verſehen, die Bruſt weiter , die ganze Form kantiger
nnd ediger. Ihm iſt kräftige Koſt und geiſtiges Getränk ein größeres Be-
vürfniß als dem Weibe, erſt mit dem dreißigſten Lebensjahre erreicht er
jeine vollkommene körperliche Ausbildung. Der weibliche Körper iſt dagegen
jhon mit dem zwanzigſten LebensSjahre anusgebildet, ſchon dem Baue nach
ji Nervenſyſtem jehr reizbar und empfänglich, der ganze Körper kleiner, zarter,
weniger: prall und feſt, die Haut feiner , weicher und glatter, weißer und
durchſheinender, die Empfänglichkeit für Reize höher, der Blutlauf ſchneller,
der Puls zahlreicher. Während bei dem Manne die Muskelkraft vorwaltet,
iſt bei dem Weibe die Nervenkraft Überwiegend ; bei lekterm ſind die Mus-
keln dünner, weicher und ſchwächer. Vermöge des Uebergewichtes der Ner-
ven und deren Herrſchaft über die Muskeln iſt die Bewegung lebhafter,
. leichter, anmuthiger und ausdruäsvoller. Der Luftröhrenkopf hat dünnere
Bänder und eine ſc die Mundhöhle aber kürzer und ſc Encyclopädie des Unterrichts = und Erziehungsweſen, 33

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