548 Erziehungsſyſteme, --- Svangelien und Epiſteln.
wege getrieben wurde , ſondern in dex Erziehung der Menſchen immer die-
ſelben Wege ging und dieſelben trefflichen Reſultate erzielie. Dies kann
man abey nur von dem katholiſchen Glauben ſagen. Ex allein iſt ſeinen
Grundanſchanungen von der Erziehung 1ren geblieben und konnte dies eben,
weil er wahr iſt und auf Einheit beruht. Sein Princip kann ihn nie auf
Abwege führen, weil es im Göttlichen und Poſitiven wurzelt. Es önnen
daher aus ihm heraus eine Erziehungsſyſteme wachſen, welche einander
widerſprechen, und man muß zuerſt von ihm ſelbſt abgefallen ſein, ehe man
ein von ihm abweichendes Erziehungsſyſtem auſſtellen kann. Solche Wi-
derſprüche ſind nur bei einem Glauben möglich, der ſchon in ſeiner Wurzel
die Bedingung vazu trägt, wie ſolches bei dem proteſtantiſchen der Fall iſt
der vermöge jeines freien Forſhung8- und Subjeltivitätsprincips in ſich
jelbſt den Keim zu einer ungezählten Menge von Erziehungsprincipien und
Erziehungsarten birgt, und wenn nichts als dieſer Umſtand für ſeine Jrr-
thümlichfeit ſpräche, jo reichte es hin, fie zu conſtatixen. Aus ihm heraus
können ſich die entgegengeſeßteſten Theorien über Erziehung entwickeln, ein
Beweis, daß er in ſeinen: Grunde falſch iſt. Er kann es nicht verhindern,
daß jolche Gutwiclung ſtattfindet, no< beſtreiten, daß die tollſten Einfälle
diejer Art als jeine legitimen Kinder auftreten.
Cyangelien und Epiſtely, Zm Kirc . die ganze Heilsöfonomie vorgelegt und der Unterricht foll ihn in alle die
Anſtalten einführen, welche Gott in ſeiner Barmherzigkeit zur Erlöſung und
Heiligung ver Menſchen getroffen hat. Die ſonn- und feſitäglihen Cvan-
gelien und Epiſteln mun bieten zu dieſem Unterrichte die Hand. Die Evan-
gelien ſind feine herausgeriſſenen Bruchſtücke, ſondern ſie bilden ein zuſammen-
hängendes Ganze, dur welche die oben angedenteie Jdee wie ein rother Faden
hindurc ergänzen den Grundgedanken derſelben. Doch kann der Zuſammenhang oft
nur vermittelſt des Meßſormulars (des Introitus, des Offertoriums und der
Communion) erfannt werden. Zu Advent wird die Sehnſucht nach vem
Henan erweclt und gezeigt, daß die Gehurt des Heilandes eine durch die
Geſchichte beglaubigte Thatſache iſt, An die Feier der Geburt des Herrn
Ichließt jich die Kindheit und das erſte Auftreten Jeſu an. Die Faſten-
evangelien deuten den Weg an, durch die Reinigung, das Gebet und den
Empfang der Satramente zur Verklärung zu gelangen , widrigenfalls den,
der diejen Weg nicht anſtrebt, der Herr verläßt. Auf den Oſterſonntag
folgt das Advent des heiligen Geiſtes. Nach dem Vfingſtſeſte ſind es die
poſitiven Vorjchriſten des Herrn für das ſittliche Leben und Streben, die
dem Chrijten nahegelegt werden, vamit er in die Gemeinſchaft der Kir und der Gläubigen eintreten kann. Dieſer Zuſammenhang ver Evangelien
muß dem Katecheten vox Augen ſiehen, und in diejem Zuſammenhange ſind
Die VDetreſfenden Abſchnitte den Kindern zu erklären. Die Evangelien und
Epiſteln ſind alſo ein jehr wichtiges Hilfsmittel für den ReligionsSunterricht
und für die das Cvangelium und die Cpiſtel (vom Geiſtlichen wo möglich) am Samſtage
den Kindern ertlärt wird. Zu dieſem Behufe muß jedes Kind ein Evan-
geliarium in Händen haben, was um ſo leichter zu bewirken iſt, da in jeder
Jriſtlichen Haushaltung ein ſolches Buch angeſchafft wird. Zum Sculge-
"brauche eignet ſich am beſten die aypprobirte Ausgabe von Dr. Valentin
Lo< (Regensburg, 1861. Puſtet), welche durch ihre Vollſtändigkeit, die große
Schrift, die vielen JUuſtrationen und den außerordentlich billigen Preis
(18 kr. cartonnirt) ſich auszeichnet. Wenn dann die Evangelien beſprochen
ſind, ſo wäre es am rathjamſten, über den Sonntag den Jnhalt derſelben

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