572 Faßlichkeit der Belehrung. --“ Faulheit,
Das Fajjen kann aber ohne dieſe innere Foriwirkung nicht gedacht wer-
den; es iſt das ſich ſelbſt zum Bewußtſeinbringen des aufgeſaßten Ein-
Ddrucfe3s, mithin das Denken und das hieraus erfolgende Erkennen jelbſt.
Fajjungstraft iſt mithin die Fähigkeit, eine Erkenntniß in ſich aufzunehmen
oder Erkfenntnißvermögen. Man vergleiche deßhalb hierüber den Ar-
tifel : Grkenntniß.
Faßlichteit der Belehrung. Faßlich iſt vas, was vom menſchlichen Geiſte
ejaßt, d. h. eingeſehen und begriffen werden kann. Damit etwas ſfaßlich
Te, wird verlangt, daß es ſür das Maaß unſerer Geiſte8kräſte weder zu
viel enthalte, noch zu groß und zu entfernt ſei. Einen Schmerz 3. B. können
wir nicht faſſen, wenn er zu groß iſt, d. h. wenn wir vas Bewußtſein oder
wenigſtens die Beſinnung »daxüher verlieren. Man ſagt: Wir können die
Güte Gottes nicht faſſen, denn ſie iſt nach dem Ausvrude des -Pſjalmiſten
jo groß, als die Welt reicht. (Eberhard: ſynonymiſches Wörterbuch.
Ix. 238.) Das Kind ſoll mm eine richtige und eine hinreichende Kenntniß
von dem erhalten, was man es lehrt, d. hh). es ſoll das Vorgebrachte ver-
ſehen und begreifen. Es kann aber alles Das nicht faſſen, was von jeinen
gegenwärtigen Kenntniſſen zu entfernt iſt. Faßlichkeit der Belehrung iſt
aljo das Seitenſtü> zur Deutlichkeit; der Unterricht muß deutlich und
jaßlich zugleich ſein. Damit nun eine Belehrung faßlich jei, muß ſie 1) den
Entwicklungs- und Bildungs8geſeßen der kindlichen Anlagen
gemäß jein. Man kann auf der Stufe der herrſchenden Sinnlichkeit und
des Gedächtniſjes nicht das Faſſen von Wahrheiten verlangen, wozu ein
reifer Verſtand vonnöthen iſt. Vor Allem muß alſo der Standpunkt
des zu Belehrenden genau berückſichtigt werden , in wieweit ſeine geiſtige
Bildung mit ſeinem Alter übereinſtimmt , hinter demſelben zurücgeblieben
dpder demjelben vorausgeeilt iſt. Das phyſiſche Alter gibt ſo ziemlich
einen richtigen Maßſtab für die Anſvrverungen au die geiſtige Kraſt. Dann
aber muß die Belehrung 2) an bereits deutlich Erkanntes ſich an-
Inüpfen, und darf demnach nicht etwas Abgeriſjenes, ſondern muß ge-
wiſſermaßen die Erweiterung ver bereits erworbenen Erkenntniſſe fein.
(Vgl. d. A. Bekannte, das den Schulen).- Nur eine ſolche Belehrung wird
erfaßt und von den Kindern reproducirt werden können, woraus man ſich
allein überzeugen kann, ob ein richtiges Erkennen ſtattgefunden hat.
Fanlheit. Die Faulheit, als eine Vernachläßigung oder Verkümmerung
des Thätigkeitstriebes, iſt, wie Meinee ſich ausdrüc>t, Hang zur Ge-
Ihäftsloſigfeit, over wie Krug jagt, ein Zuſtand der Schlaſſheit (Trägheit),
wo der Menjc< die Anſtrengung aller Kräfte ſcheut, die mit regelmäßigen
Arbeiten ves Geiſtes oder des Kürper3 verbunden iſt. Da ſie als ein
höherer Grad der Trägheit erſcheint, jo fallen die weſentlichſten
Merkmale beider Begriffe ineinander, weßhalb es uns angemeſſen erſcheint,
fie hier zufammenzufaſjen. Wie der Faule, ſo hat auch der Träge eine
Sceue vor der Anſtrengung ſeiner Kräfte, vaher ſein Thun ein langſames
iſt. Beide ſind aber vom Müßiggange dadurc< verſchieden, daß ſie nicht
wie dieſer im Nichtsthun beſtehen, ſondern in einem lahmen, erzwungenen,
energielojen, ausjeßenden Thun. Der faule und träge Schüler lernt wohl,
aber er gibt ſich dabei keine Mühe, lernt nur oberflächlich, ſeht das Lernen
öfter aus, entſchließt ſich zum Lernen mit innerer Abneigung und lernt
daher nur langjam und halb. -- Fragt man, worin dieſe laue und
lahme Thätigkeit ihren Grund habe, ſo wird man ihn oft in körper-
liher Ermattung und Erj entſchließt ſich nur ſ

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