Zellonberg. -- Feltre, 599
Zwiſtigkeiten, um Fellenberg und ſein Beſtrebung zu verdächtigen. Doch - |
Jellenberg brachte Opfer' über Opfer und ließ ein eigenes Gebäude auf-
führen , in welchem hundert Lehrer drei Monate lang jedes Jahr unterge-
brac achtzehn Gebäude umfaßten, erregten im Auslande verdiente Aufmerkjam-
keit. E38 kamen viele Fürſten und Herren, dieſelben zu beſichtigen, darunter
der lektregierende und der gegenwärtig regierende König von Württemberg, der
die Anſtalt Hohenheim naß dem Muſter Hofwyl's gründete. Kaijer
Alexander von Rußland ernannte unſern Fellenberg zum Nitter des St.
Wladimir-Ordens, Obgleich vielfältig angefeindet wurde Fellenberg doch noch
1833 zum Landamman von Bern gewählt , erlitt aber in dieſer Stellung
viele Kränkungen , ſv daß er dieſelbe niederlegte. Die Zuſtände Bern's
und ſeine verſehlten Bemühungen ſchildert er in: Bern, wie es iſt. Leip-
zig, 1835. Er ſtarb, thätig bis an ſein Ende, am 21, Nov. 1844 im
74. Jahre ſeine8 Lebens. An die Spiße ſeiner Anſtalten trat ſein Sohn
Wilhelm, der den Rektor der Realſchule von Nürnberg, Mönnich, zum Di-
reftor des Vhilanthropins berief.
Fellenberg's8 Grundſäße waren praktiſch und hatten ſtet8 die Möglich-
keit der Ausführung im Auge. Er wollte dem Volte helfen, aber nicht
dur< Ueberbildung, ſondern durch die nothwendigen Kenntniſſe, welche ihm
Luſt und Befähigung zur Arbeit beibringen ſollten, alſo dadurch, daß er es
dazu brachte, ſeinen A&er auf die beſtmöglichſte Weije zu benüßen. Darum
ſollte ſeine Armenſ jollte aufgeklärt, ſondern auc< der Wille und der Leib geſtärkt werden. Wie
nothwendig dies ſei, empfand Fellenberg an ſich ſelbſt. Denn als er noch
in Colmar war, war er beſtändig kränklich und heilte ſich jelbſt , indem ex
allen feineren Genüſſen entfagte und ſich mit eiſerner Beharrlichkeit nur auf
das nöthigſte Maß der einfachſten Lebensmittel beſchränkte. Dies rettete
ihm ſeine Geſundheit und ſeßte ihn in Stand, Hunderttauſende von Franken
zu den von ihm eingeleiteten wohlthätigen Zweden zu verwenden. Nicht
nur die armen Kinder ſeiner Anſtalt, ſondern die Armen der ganzen Nach-
barſchaft fanden bei ihm Arbeit und die Kinder Kleidung, die Aelteren ſogar
zur Zeit der Noth Nahrung, Fellenberg hat gezeigt, was Manne3traſt und
Manneswille zu leiſten vermag. Dabei muß ins3befondere noch hervorge-
hoben werden, daß Fellenberg's religiöſe Grundſäße keine verſchwommene
Grundſuppe ausmacten, ſondern daß er ein gläubiger Chriſt war, und daß
in ſeinem Philanthropin die hriſtlihen Religionsübungen als theuer gepflegt
wurden im geraden Gegenſaß zu dem Philanthropin in Deſſau und deſſen
Töchtern. Darum ſorgten Baſedow, Campe, Salzmann 2c, für ſich und ihre
Familie , Fellenberg aber hinterließ nicht nur ſolide und geordnete Vermü-
gens8verhältniſſe, ſondern er war, wie im Leben, ſo auc< nah ſeinem Tode
vos „der Wohlthäter der Armen und von ver dankbaren Menſchheit ge-
egnet.
Feltre, Vittorino von, eigentlich Vittorino Rainbaldoni, geboren 1378
in Feltre, verdient, obwohl er hauptſächlich die laſſiſc doch unſere Aufmerkſamkeit, da deſſen vernünftige und praktiſche Grundſäße
aller und jeder Erziehung zu Grunde liegen müſſen. Als Sohn armer
Eltern hatte er mit allen Schwierigkeiten des Lebens zu kämpfen und konnte
nur unter Noth und Entbehrungen (er unterrichtete die Kinder der Bür-
geröleute im Leſen und im Schreiben) zu Padua den berühmten Johannes
» von Ravenna hören, der ſelbſt wieder ein Schüler Petrarca's war,
Der Schüler war bald ſeinem Meiſter gleich, nicht bloß in Rüdſicht auf die
Kenntniſſe, ſondern er war auch ſein Nachfolger im der Reinheit der Sitten,

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